CFPs in Renaissance Intellectual History

Naturwissenschaft und Religion im 16. und 17. Jahrhundert


Source of Information: H-HRE 2006-11-16
Date of Event: 2007-10-19 to 21
Location of event: Wittenberg, Germany
Deadline for abstracts etc.: 2007-02-28





Verein für Reformationsgeschichte, Wittenberg
19.10.2007-21.10.2007, Stiftung Leucorea
Deadline: 28.02.2007

Chronologischer Rahmen: ca. 1530-1660

1. Reformation und/oder Gegenreformation vs. Naturwissenschaft -
Historiographiegeschichtliche Verknüpfungen

In dieser einleitenden Sektion ginge es darum zu fragen, inwiefern die
ältere Geschichtswissenschaft unnötige Gegensätze (einerseits von
Religion,Theologie und Naturwissenschaft, andererseits zwischen den
Konfessionen - wissenschaftsfreundlicher reformatorischer Protestantismus
versus katholische Wissenschaftsfeindlichkeit - ) konstruiert hat. Was ist
aus einer Zusammenarbeit zwischen Religionsgeschichte und einer sich auch
als Kulturgeschichte verstehenden neuen Wissenschaftsgeschichte für das
Verständnis der Zusammenhänge von Religion und Wissenschaft im 16. und 17.
Jahrhundert zu gewinnen?


2. (Natur)Wissenschaft in Bild und Musik

Die Tagung ist einer interdisziplinären Orientierung verpflichtet. Sie
soll Kunsthistorikern und Musikologen Gelegenheit bieten, das Spektrum der
möglichen Problemstellungen bzw. Erklärungen zu öffnen. Unter welchen
wertenden Vorzeichen stehen bildliche Darstellungen wissenschaftlicher
Tätigkeit? Sind sie überwiegend negativ konnotiert, wie z.B. bei den
zeitgenössischen Darstellungen alchemistischer Labors? Wie
wissenschaftsnah bzw. wissenschaftsfern sind bildliche Darstellungen
aussergewöhnlicher Naturereignisse? Über die Musikologie im engeren Sinne
hinaus bekannt sind Johannes Keplers Betrachtungen über die Sphärenmusik.
Welche anderen Verbindungen zwischen Wissenschaft und Musik gibt es im
betrachteten Zeitraum?


3. Astronomie/Astrologie von Melanchthon bis zu Kepler

Astronomie und Astrologie lassen sich hinsichtlich des 16. und 17.
Jahrhunderts nicht wirklich auseinanderdividieren. In dieser Sektion
soll es zunächst um die Frage gehen, wie zeitgenössische Verfechter des
Astrologieglaubens ihre Position mit ihren Vorstellungen göttlicher
Providenz verbunden haben. Andererseits soll im Einklang mit der neueren
Wissenschaftsgeschichte, die sich auch für das Fremde, nicht in die
Moderne Verlängerbaren der Frühen Neuzeit interessiert, die Koexistenz
sich im Grunde ausschliessender kosmologischer Deutungssysteme bei ein und
denselben Personen nachgegangen werden.


4. Neuplatonismus, Alchemie und die Generalreformation der Menschheit

Johann Arndt und Johann Valentin Andreae, aber auch Jan Amos Comenius und
Jakob Böhme, sind Beispiele dafür, wie aus neuplatonischem und
alchemistischen Gedankengut  ein gleichzeitig durch eine intensive
Religiosität getragener Erneuerungsgedanke hervorging, welcher der
Naturwissenschaft im 17. Jahrhundert (ganz besonders in England und hier
vermittelt durch deutsche Emigranten wie Samuel Hartlib, Henry Oldenburg
u.a.) wesentliche Impulse vermittelte. Im deutschsprachigen Raum ist der
1716 verstorbene Gottfried Wilhelm Leibniz der letzte Exponent des Plans
einer Generalreformation der Menschheit. Bei ihm, wie bei allen anderen
hier genannten Personen, ist dieser Plan mit irenischen Konzepten eines
Ausgleichs zwischen den Konfessionen verknüpft. Wie sehen diese Konzepte
im einzelnen aus und wie gestaltet sich ihre inhaltliche/ursächliche
Verknüpfung mit wissenschaftlichen Vorstellungen und/oder Aktivitäten?


Tagungssprachen: Deutsch, Englisch und Französisch

Weitere Planung:
InteressentInnen werden gebeten, ein Konzept Ihres Tagungsbeitrags
einzureichen an: Tilmann.Robbe@unibas.ch
(Tilmann Robbe, M.A., ist Assistent am Basler Lehrstuhl von Kaspar von
Greyerz).

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Tilmann Robbe

Historisches Seminar
Hirschgässlein 21, CH - 4051 Basel
tilmann.robbe@unibas.ch