Vivat Germania latina, Vivat Latinitas teutonica!

Uwe Dubielzig

Die neue Königin der Elegien

Hermann Wellers Gedicht ’Y’



Seit Jahrhunderten trägt das letzte Gedicht der antiken Properz–Ausgabe, IV 11, den Ehrennamen der ’Königin der Elegien’, regina elegiarum. [1] Dort spricht Cornelia, eine Tote, ihrem Gatten Paulus aus dem Jenseits Trost zu. Hermann Wellers Elegie mit dem unübertrefflich kurzen Titel ’Y’, der dieser Vortrag gilt, handelt weitgehend auch von einer jenseitigen Welt, der des Traumes, und an ihrem Ende steht – auf den ersten Blick – auch so etwas wie ein Trost. Aber der Tod, von dem ihr Dichter ahnend spricht, der millionenfache Mord, ist zur Zeit ihrer Entstehung noch in drohender Zukunft verborgen, und daß der Trost nicht als solcher gemeint sein kann, wird sich nur zu schnell erweisen. Wagen wir eine Annäherung.

I

Hermann Weller [2] , 1878 in Schwäbisch Gmünd geboren, humanistisch gebildet, schloß ein vielseitiges Studium in Tübingen und Berlin mit der Lehrbefähigung für Griechisch, Latein, Französisch und Hebräisch an Gymnasien und der Promotion im Fache Indologie ab. Seit 1902 als Altphilologe im württembergischen höheren Schuldienst, zuletzt in Ellwangen, ließ er sich Ende 1930 in den vorzeitigen Ruhestand versetzen, habilitierte sich aber schon wenige Monate später in Tübingen für Indologie und erhielt dort eine Privatdozentur.

Neben diesem an sich schon nicht ganz gewöhnlichen Werdegang des Lehrers und Forschers vollzog sich die Entwicklung des Dichters. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg, in dem er seit 1916, als Funker an der Westfront, eingesetzt war, erfuhr er, der schon Jahre zuvor kleine lateinische Gelegenheitsgedichte geschrieben hatte, vom Certamen Hoeufftianum, dem seit 1844 alljährlich von der Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften in Amsterdam ausgeschriebenen Wettbewerb in klassischer lateinischer Dichtung. Es ist hier nicht der Ort, näher auszuführen, wie der von dem niederländischen Juristen Jacob Hendrik Hoeufft 1843 gestiftete Wettbewerb zur Entstehung, Entwicklung und Vollendung einer neuen, bislang letzten Gattung der lateinischen Dichtung, der ’neulateinischen Versnovelle’, geführt hat; nur an den ’Pionier’ Diego Vitrioli, der mit seinen drei Gesängen vom Schwertfischfang (Xiphias) die erste Goldmedaille gewann, an den ’Virtuosen’ Peter Esseiva, der mit seinen die Welt der Gegenwart in klassische Worte und Wendungen bannenden Versen seit 1870 zwölfmal die Goldmedaille errang, und an Giovanni Pascoli, den seit 1892 dreizehnmal mit der Goldmedaille ausgezeichneten Vollender der Gattung, sei erinnert. [3] An diesem Wettbewerb also beteiligte sich Weller seit 1915 fast jährlich; 1918 wurde er das erste Mal magna laude ausgezeichnet, einer Ehrung, die die Akademie mehrfach aussprechen konnte, 1922 das erste Mal mit der Goldmedaille (im Werte von 400 niederländischen Gulden), die sie jedes Jahr höchstens einmal vergeben konnte. Und es sollte nicht bei einer Goldmedaille bleiben: Bis zum Jahre 1944, in dem sich Weller das letzte Mal am certamen Hoeufftianum beteiligte, sollte auch er dort insgesamt zwölf Goldmedaillen erhalten, dazu 1926 die erstmals im italienischen Gerace vergebene Goldmedaille des certamen Locrense. Sich seiner Stellung und Sendung bewußt, faßte er 1934 zusammen: Neulateinische Dichtung "ist zwar nicht volkstümlich, dafür braucht sie aber auch nicht mit dem Beifall der Massen zu rechnen und sich von ihm leiten zu lassen. [...] Der lateinische Dichter der Gegenwart ist [...] frei und unabhängig." [4]

Einen Unbekannten konnte man Weller nach den genannten Erfolgen nicht mehr nennen: Die italienische Zeitschrift Iuventa widmete ihm als lateinischem Dichter nach seinem sensationellen Erfolg in Italien eine ganze Sondernummer, die Münchner Neuesten Nachrichten stellten ihn in einem dreispaltigen Artikel als den "Horaz des 20. Jahrhunderts" vor, [5] und bereits das zweite Heft der neugegründeten Reihe "Hilfs– und Lesehefte für den altsprachlichen Unterricht", die von Joseph Borst herausgegebenen Proben neulateinischer Poesie und Prosa, kündigte auf dem Titelblatt eine "Reiche Auswahl aus H. Wellers Dichtungen" an. [6] Man wird es dem Dichter also nicht verübeln, wenn er in seinem 1934 in der Zeitschrift Die Literatur erschienenen Aufsatz ’Lateinische Dichtung der Gegenwart’ nach gebührender Hervorhebung Pascolis und anderer fortfährt: "Und nun muß der Verfasser dieses Aufsatzes wohl oder übel auch von sich reden – nur um die Tatsache festzustellen, daß auch in Deutschland etwas geschehen ist." [7] Der Bezug auf Deutschland ist nicht nur zeitbedingt – liest man Artikel über Weller aus der Tagespresse wie den soeben genannten, beschleicht einen heute der Verdacht, Weller habe mit seinen Siegen in Latein–Wettbewerben den Ersten Weltkrieg mit anderen Mitteln fortgesetzt und zu einem für das Deutsche Reich doch noch siegreichen Ende geführt –, sondern entspricht seiner tiefen persönlichen Heimat– und Vaterlandsliebe. So sagt er etwa noch in seinen drei Jahre vor seinem Tode erschienenen Kindheitserinnerungen: "Ich freue mich darüber, daß ich in Deutschland, im Schwabenland und auf dem Zeiselberg geboren bin", [8] und schon seine 1925 preisgekrönte Elegie ’Heimaterde’ (’Natale solum’) enthält die grundsätzlichen Worte: "Wir alle, die wir leben, sind an die Erde, die uns Amme und gütige Mutter gewesen ist, gebunden: Schon bei unserer Geburt hat sie einen liebevollen Blick auf uns geworfen, und auch in unserem Blute strömt ihr Blut." [9] sanguis und terra –’Blut und Boden’? Wie Wellers Aussagen zu verstehen sind, sollen die folgenden Betrachtungen zeigen.

Aber zurück zu Wellers Bekanntheit, wenn nicht Berühmtheit in den frühen dreißiger Jahren: Fügt man den genannten poetischen Erfolgen noch an, daß das Königliche Dramatische Theater in Stockholm 1923 das Aufführungsrecht an seiner im Jahre zuvor geschaffene Übersetzung des indischen Dramas Die Abenteuer des Knaben Krischna erwarb, daß er 1932 in München zum Gründungs– und Ersten Vorsitzenden der Societas Latina, einer Gesellschaft, die sich der Pflege des Lateinischen als Weltsprache der Gegenwart und Zukunft widmen sollte, gewählt wurde [10] oder daß Giuseppe Morabito auf dem 1933 in Rom abgehaltenen ’Terzo Congresso Nazionale di Studi Romani’ einen Vortrag ’De Hermanni Weller Latinis carminibus’ gehalten hat – der Beginn der Weller–Philologie, wenn man so will –, [11] so wird nicht wundernehmen, daß der Stadtrat von Ellwangen mit der Begründung, "daß durch Weller auch der Name Ellwangen in der Welt weiter bekannt wurde", bereits am 21. Januar 1931 beschloß, eine "Straße nach dem preisgekrönten lateinischen Dichter und berühmten Forscher Hermann Weller zu benennen": [12] Mit Beschluß vom 18. Februar desselben Jahres wurde die Ellwanger ’Kanalstraße’ in ’Hermann–Weller–Straße’ umbenannt. [13] Sie heißt noch heute so.

II

Vor diesem Hintergrund erst wird sich die Elegie, die der neunundfünfzigjährige Privatdozent der Indologie Hermann Weller gegen Ende des Jahres 1937 aus Tübingen zum Amsterdamer certamen Hoeufftianum des Folgejahres einsandte, eben das ’Y’ [14] , begreifen lassen.

’Wenn der Herbst, der Bringer des Weines, Wälder und Gärten besucht und sich, mit seinem heiter bunten Gewande geschmückt, auf die Gefilde begibt, dann läßt er, während er sein Reich durchwandert, die zarten Halme schwer werden, und seiner Wunderflöte entströmen neue Klänge; (5) und wenn die schmeichelnden Weisen seiner zauberhaften Buchsbaumflöte erklingen, wandeln sich alle Dinge und nehmen ein neues Gesicht an: Gelb steht der Ahorn und rot das Gebüsch, golden leuchtet die Buche, und nichts behält die Farbe, die es vordem gehabt hat. Lichter ist das weite Feld, und wie schwerelos ragen (10) die höchsten Bergeshöhen aus weichen Nebelschwaden. ’ Mit einer reichen, farbenfrohen, stimmungsvollen Naturschilderung, wie er sie so sehr liebt, [15] beginnt der Dichter. Im folgenden erzählt er – das poetische Ich, um korrekt zu sein –, wie er sich nach einem fröhlichen Feste zur Weinlese im Scheine des Vollmondes beschwingt und beschwipst auf den Weg macht, am Hause seiner Freundin Lydia vorbei zu seinem eigenen. Dort angekommen, legt er sich bei offenem Fenster zu Bette und liest im Mondlicht noch ein wenig in seinem Horaz.

Da geschieht das Wunderbare: Seite um Seite entströmen die kleinen Buchstaben dem Buche, rotten sich zu Scharen zusammen und greifen, Satzzeichen als Hieb– und Schußwaffen gebrauchend, einander und ihn selber an. Gerade hat er ein ’Schwarzes Korps’ (96 atra cohors) von der Hand geschüttelt, da sieht er auch schon, wie sie sich haufenweise etwa auf das ’große O’ (109 O magnum) stürzen, es zu Falle bringen und wie ein Spielrad treiben.

Inmitten des Getümmels erhebt sich A (111 A), der ’Führer’ (ebd. ductor, vgl. 116 ducis), dessen ’kreischender Stimme’ (114 arguta ... voce) das ’dumme Volk’ (113 popelli, vgl. 115 plebs) wie eine ’Herde’ (114 gregem) ’blindlings’ (115 caeca) folgt, und fordert seine ’Landsleute’ (119 Quirites) auf, sich nicht an ’Volksgenossen’ (118 proprios ... viros) zu vergreifen, sondern sich am Blute ’Rassefremder’ (119 alienigenae) zu sättigen. Wer diese Fremden sind, kann er gar nicht mehr sagen – und braucht es auch nicht mehr zu sagen: Von sich aus stürzen sich alle anderen Buchstaben auf das ’Y’ (122 Y psilon), fesseln es, indem sie seine Ärmchen nach unten an sein Beinchen binden, und zerren es unter Gejohle vor ein Strafgericht. A tritt als Ankläger auf und beschuldigt das verängstigte Y, die Liebe des Dichters – eines Trunkenboldes noch dazu! – zu einer Lydia dazu auszunützen, sich als Fremdling, als ’Griechlein’ (151 Graeculus), in die reine lateinische Sprache einzudrängen und einzunisten und sie mit seinem widerlichen Klange wie eine ’Seuche’ (137 lues) oder ein ’Verderben’ (147 pernicies) zugrundezurichten. Sich in seiner Sache mit seinem Volke eins wissend, verzichtet A in diesem Falle großmütig auf ’sein Recht’ (155 nostro ... iure) als oberster Gerichtsherr und beansprucht statt dessen ’nur’, Vollstrecker des ’gesunden Volksempfindens’ (156 sensum populi) zu sein. Die Masse rast vor Begeisterung, der Rat schwankt zwischen Köpfen, Hängen und Steinigen, ein ’Gemäßigter’ schlägt ’Ausweisung unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte’ (160 turpem ... fugam) vor; das Volk aber kann und will nicht länger warten und beginnt das Morden – jeder Buchstabe ist ja viele Male vorhanden – auf eigene Faust.

Da nützt das gefesselte Y die verworrene Lage, sprengt die Fesseln, fliegt mit den Ärmchen wie mit Flügelchen auf das Fensterbrett, lächelt dem Dichter zum Abschied zu und stürzt sich in den Garten hinab. Aus Scham (172 puduit), dem Geflohenen aus Feigheit (171 ignavum) und Trägheit (ebd. segnem) in der ersten Not nicht geholfen zu haben, und aus Liebe (174 amor) zu ihm springt ihm der Dichter nach. Doch Y hat bereits den Wipfel einer Fichte erklommen und bietet im Glanze des Mondes, von Tropfen nächtlichen Taues gestärkt, die Arme gen Himmel reckend, ein erhabenes Bild. Davon geblendet, wendet sich der Dichter, mehr verständlich als vernünftig, an das unerreichbar gewordene Y und bittet es zurückzukehren: Er, Lydia und alle Freunde der Sprache ersehnten es; selbst die anderen Buchstaben würden sich bald eines Besseren besinnen, und diese ’wüste Bewegung’ (186 tempestas) werde in sich zusammenbrechen; gerade durch seine Fremdheit veredele Y die Sprache. Zehn Beispiele bietet er auf, um Y seine Unentbehrlichkeit zu veranschaulichen: ’Mythen’ (196. 206) und ’Mysterien’ (195), die Schleppe (syrma: 200) königlicher Gewänder, den Namen seiner ’Lydia’ (203), die Leier (lyra: 204), ’Hymnen’ (206), Silben (syllaba: 207) und ’Rhythmen’ (208) und schließlich alles, was auf Erden und im Himmel ist: die ’Physik’ (212) als Darstellung der ganzen Schöpfung und vollends den Herrn dieser Schöpfung selbst, denn ’im Willen des Zeus’ (Ζεύς) liege beschlossen, daß das Y ’ein Teil seines Namens sei’ (213–4).

Hier, spätestens hier ist es an der Zeit, die Maske der Allegorie fallen zu lassen. Wenn ich schon bisher harmlose lateinische Wörter mit Wörtern und Wendungen aus dem ’Wörterbuch des Unmenschen’ wiedergegeben habe, so natürlich, um die Allegorie von vornherein zumindest auf der sprachlichen Ebene aufzulösen. Weller hat das Hebräische besser verstanden als sein hebraistischer Tübinger Kollege Gerhard Kittel, der am 1. Juni 1933 in einer auch im Druck verbreiteten Tübinger Rede die Ausrottung der Juden als eine grundsätzlich in Erwägung zu ziehende, lediglich aus Gründen der Praktikabilität nicht empfehlenswerte Lösung der – angeblichen –’Judenfrage’ bezeichnete: [16] Wenn wir nun an die Stelle des lateinischen und des griechischen Alphabetes die, die gemeint sind, das deutsche Volk und das Volk der Juden [17] , setzen, so enthüllt das Wortspiel die Wahrheit: Das y ist nur ein Teilchen des Namens des Zeus, der Ewige aber macht seine Verheißung, ’daß ich unter ihnen wohne, ich, der HERR’ [18] schon in der Schrift sichtbar: Das Tetragramm ist im Namen des Stammes, der dann zum Namen des ganzen Volkes werden sollte, ganz und in seiner Reihenfolge enthalten. [19] Weller deutet dies ausschließlich in seiner Sprache und seinem Bilde an, ohne sich, wie später Josef Eberle in seiner Masada–Elegie, zu vermessen, ein Wort des Gesetzes unter die Gesetze eines lateinischen Distichons zu zwingen. [20]

Der Rest ist schnell erzählt: Y kehrt nicht zurück; Scharen von Mordgesellen laufen über das Fensterbrett und die Hauswand die Gartenwege entlang auf die Fichte zu. Mit dem Höchsten hadernd, schickt der Dichter ein Stoßgebet zu Jupiter –’hilf, wenn du jetzt noch helfen kannst’ (223–4) – und wird erhört: Ein Donnerschlag läßt Himmel und Erde erzittern, und – – – und der Dichter, nein: der Ich–Erzähler hat alles lediglich geträumt und ist aus dem Bette gefallen, lacht, greift sich seinen Horaz, erhebt sich und genießt die frische Luft und den hellen Sonnenschein des neuen Tages.

Ratlos? enttäuscht? bestürzt? oder wie sonst reagiert man heute auf ein solches Gedicht des Jahres 1937? Ich meine, der von der Rahmenhandlung hervorgerufene Schein trügt: Was als Wirklichkeit erschienen ist, ist nur oberflächlich besehen wirklich, recht eigentlich ein schöner Traum; was aber als Traum beschrieben ist, hat sich bereits als Wirklichkeit, als banale und brutale Wirklichkeit herausgestellt und wird sich, da irdische Hilfe nicht zu erwarten ist, in der Folge erst recht als solche herausstellen. Das wäre geradezu ein prophetischer Zug des Gedichtes; und daß ein Prophet die Wahrheit, die er prophezeit, nicht immer versteht, wäre nichts Unerhörtes. Nicht aber als Prophet soll Weller hier gedeutet werden, sondern, ganz im Gegenteil, als scharfer Analytiker: Zum einen scheint der Umstand, daß das A, der Adolf H. der Allegorie, gar nicht erst auf das Y zu weisen braucht, da sich die ganze Masse des Alphabetes, des Volkes also, von sich aus darauf stürzt, daß A also gleichsam nur katalysatorisch wirkt, die von Daniel Jonah Goldhagen 1996 aufgestellte These [21] vorwegzunehmen – für das Entstehungsjahr 1937 eine ungewöhnliche analytische Leistung, die vielleicht auch in der gegenwärtigen Debatte nicht ganz außer acht gelassen werden sollte. (Aber wir brauchen nicht so weit auszugreifen – die eigene Universität Tübingen hat Weller genügend Anschauung geboten: Zum Zeitpunkt der Machtergreifung gab es unter ihren Ordinarien noch keinen einzigen Nationalsozialisten, aber auch schon lange keinen einzigen Juden mehr; "jüdische Professoren", so der deutsch–völkisch organisierte Biologe Ernst Lehmann damals, "hat Tübingen [...] stets von sich fern zu halten gewußt". [22] ) Zum anderen zeugt die Beschreibung der Reaktion des träumenden Dichters auf die Verfolgung des Y, der sich nicht recht klärenden Mischung aus Scham und Scheu, furchtsamer Erstarrung und überstürzter, hilfloser Tat, von nicht minder scharfer Selbsterforschung.

Zudem enthält die Rahmenhandlung eine ausdrückliche Warnung davor, sie für Realität zu halten: Zum Abschluß der einleitenden Beschreibung der festlichen Stimmung von Mensch und Natur sagt Weller zusammenfassend, man ’meine, vom Weine in gelöste Stimmung versetzt, alle Welt sei von guten Geistern erfüllt’ (17–8 deleniti ... Lyaeo / Numinibus laetis omnia plena putant), eine Meinung also, die den Tatsachen nicht zu entsprechen braucht. Andererseits ist der Traum, von Weller auch in anderen Gedichten gestaltet, [23] bekanntermaßen ein poetisches Mittel, Wahrheit, vor der man sich scheut, verhüllt auszusprechen; noch in seinen späten Kindheitserinnerungen sinniert Weller über Tania Blixens "sonderbare[n] Satz: ’Träumen ist die Art, wie Wohlgeschaffenes Selbstmord begeht. ’" [24] Des weiteren wird der heitere Rahmen auch der Tarnung gedient haben, wie das Motto, unter dem Weller, die im Wettbewerb geforderte Anonymität wahrend, die Elegie nach Amsterdam gesandt hatte: Paulo leviora canamus. [25] Humor ist das in einem sehr oberflächlichen Sinne: viel eher der Sarkasmus, den das Bewußtsein von absoluter geistiger Überlegenheit bei absoluter tatsächlicher Unterlegenheit, ja Machtlosigkeit hervorbringt. Und schließlich ist Y, von alledem abgesehen, schon seit der Antike die littera Pythagorica, der Buchstabe, dessen Gestalt den Weg eines jeden Menschenlebens zum Guten oder zum Bösen veranschaulicht. [26]

III

Daß die vorgeschlagene Interpretation der Elegie ’Y’ – und nur sie – der Intention des Autors entspricht, läßt sich durch andere, nicht allegorische Äußerungen und durch Handlungen Wellers in jenen Jahren erhärten.

(1) In dem oben genannten grundsätzlichen Artikel ’Lateinische Dichtung der Gegenwart’ vom Jahre 1934 [27] heißt es wenige Zeilen nach der selbstbewußten Orts– und Wesensbestimmung neulateinischer Dichtung: "[...] wer Georg Ellingers Meisterwerke" ­– gemeint sind die erschienenen Bände seiner Geschichte der neulateinischen Literatur Deutschlands im sechzehnten Jahrhundert [28]  – "zur Hand nimmt, wird sehen, welch gewaltigen Anteil Deutschland an dem Bau der lateinischen Literatur hat. Der neulateinische Dichter deutschen Blutes betrachtet es deshalb als eine Ehre, eine solch große Überlieferung seines Volkes fortsetzen zu dürfen [...]." Wieder die Frage: Anpassung an den Zeitgeist? An die Sprache des Zeitgeistes gewiß; weiß man aber, welchen Drangsalen Ellinger als – getaufter – Jude seit 1933 ausgesetzt war, erscheint die Aussage in einem ganz anderen Lichte. Zuletzt nur noch um seiner Schwester willen ertrug Ellinger sein Los; als sie gestorben war, nahm er sich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1939 das Leben. [29] Dessen ungeachtet spricht der Verfasser eines anonymen, also vom Herausgeber Wilhelm Emanuel Süskind verantworteten, aber von Weller handelnden und Wellers Denken und Reden spiegelnden Beitrages der Zeitschrift Die Literatur im März 1940 abermals von der Dichtung, "deren Kenntnis wir bestenfalls dem Studium von Georg Ellingers großartiger neulateinischer Literaturgeschichte verdanken". [30]

(2) Seit der Gründung der Societas Latina am 4. Mai 1932 in München arbeitete Weller in der Gesellschaft und der von ihr herausgegebenen gleichnamigen Zeitschrift ununterbrochen mit dem Leiter des Münchner Wilhelmsgymnasiums, Oberstudiendirektor Dr. Georg Lurz, zusammen, der, "politisch aktiver Katholik" wie Weller selbst, dem Drucke der Staatsmacht dadurch zu entgehen suchte, daß er sich zum 1. Oktober 1934 " ’auf sein Ansuchen wegen erwiesener Dienstunfähigkeit’ in den Ruhestand versetzen" ließ. [31]

(3) Kaum zögern wird man, das Wort ’prophetisch’ auf Wellers lateinisches Glückwunschgedicht zum zehnjährigen Jubiläum der Bischofsweihe seines Rottenburger Diözesanbischofs Dr. Johannes Baptista Sproll am 14. Juni 1937 anzuwenden. Es lautet in Übersetzung: ’Noch kurz zwar ist das Jahrzehnt Ihres Amtes, wenn man es der Zeit nach bemißt, aber schon sehr lang, wenn man es nach dem, was darin geschehen ist, beurteilt: Freundliche Tage haben Sie gesehen, aber auch Winterstürme haben Sie erlebt; viel hat Ihr Herz ertragen, und viel wird es noch ertragen müssen. (5) Doch in Ihren Augen blitzt Heldenmut, männliche Gesinnung und Frömmigkeit: Daran erkennen wir den großen Führer. Leben Sie lange, tapferster Verteidiger des heiligen Glaubens; und wenn Sie werden kämpfen müssen, dann sei Gott selbst Ihr Beistand!" [32] Wellers Vorhersage sollte sich nur allzu schnell bewahrheiten: Weil Bischof Sproll als einziger stimmberechtigter Bürger Rottenburgs nicht an der ’Reichstagswahl’ vom 10. April 1938 teilgenommen hatte, wurde er in den folgenden Wochen und Monaten siebenmal von SA–Einheiten und –Sympathisanten bedroht und sogar in der Hauskapelle seines bischöflichen Palais überfallen, das Palais teilweise verwüstet; [33] er entkam nur mit Mühe und wurde am 24. August desselben Jahres aus seiner Diözese ausgewiesen. Erst 1945 konnte er dorthin zurückkehren. [34]

(4) In der Zeitschrift Societas Latina, der ’Hauszeitschrift’ der von ihm während der ganzen Zeit ihres Bestehens geleiteten gleichnamigen Gesellschaft, die durchaus z. B. je eine lateinische Übersetzung des ’Horst–Wessel–Liedes’ aus der Zeitschrift Das humanistische Gymnasium bzw. dem Völkischen Beobachter übernahm [35] oder auch den Versuch einer lateinischen Übersetzung der Rede Hitlers zur Begrüßung Mussolinis im Berliner Sportstadion [36] bot, erschien 1935 eine anonyme wohlwollende Besprechung – natürlich auch lateinisch – des Büchleins "Verse und Strophen: Lateinische und griechische Versuche" des ’deutschen Juden’ [37] Dr. Julius Stern. [38] Im Oktober 1940, im selben Monat, in dem Stern und seine Frau von der ersten Deportation Badischer Juden noch verschont blieben, "weil er transportunfähig war und sie ihn pflegte", [39] folgte die Veröffentlichung seiner Ode ’Callicratidas’. [40] Im Februar 1942 dann, in dem Jahre, das Stern nicht überleben sollte, druckte die Societas Latina das bekannte ’Carmen Buschianum’ "Es sitzt ein Vogel auf dem Leim / [...]" mit einer lateinischen, more Phaedri gehaltenen Übersetzung Sterns ab. [41] Im September 1942 fällt die heitere Maske: Nachdem sich Stern und seine Frau Berta, geb. Schnurmann, am 17. August 1942 angesichts der nun unausweichlich bevorstehenden Deportation das Leben genommen hatten, [42] erscheint im September–Heft, wieder unter dem vollen Namen Julius Stern, eine hexametrische Betrachtung unter dem Titel ’Epicurus moriturus’. Das November–Heft des Jahres 1942 meldet dann auf dem Titelblatt, schwarz gerahmt, das "Hinscheiden zweier verdienter Mitarbeiter" der Zeitschrift, deren einer Julius Stern ist: "Professor Julius Stern in Baden–Baden hat öfters formvollendete Übertragungen deutscher Gedichte und auch eigene lateinische Dichtungen in unseren Blättern veröffentlicht. Noch kurz vor seinem Tode, den er schon vorausahnte, [...] am 16. August 1942 beendete er die Niederschrift seiner letzten Arbeit, der Schilderung des Todes von Petrarca und Erasmus von Rotterdam, die sich dem im letzten Heft veröffentlichten ’Epicurus moriturus’ anreiht. Wir werden sie in der nächsten Nummer bringen." [43] Und so geschah es auch: Im Februar 1943 wurden der Leserschaft die beiden anderen Todes–Gedichte dargeboten; das letzte der Trilogie verläßt in der letzten Zeile Sprache und Versmaß Roms und schließt mit des Erasmus geschichtlich verbürgten letzten – niederländischen – Worten: "Lieve Godd". [44]

IV

Der Hintergrund der Elegie ’Y’ wäre unvollständig ausgeleuchtet, wenn nicht berichtet würde, was in Tübingen geschah, während sie in Amsterdam den iudices Hoeufftiani vorlag. Die Philosophische Fakultät hatte am 3. Februar 1938 "einstimmig beschlossen, für den Dozenten der Indologie Dr. Hermann Weller anläßlich seines 60. Geburtstages" – des 4. Februar 1938 – "die Verleihung der Dienstbezeichnung eines a.o. Prof. zu beantragen". [45] Hinter dieser Bestrebung stand vermutlich insbesondere der Ordinarius am Institut für Indologie, Jakob Wilhelm Hauer: Als Professor für ’Vergleichende Religionswissenschaft und arische Weltanschauung’, Führer der ’Deutschen Glaubensbewegung’, SS–Hauptsturmführer und Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der SS hatte er begreiflicherweise viel mehr zu tun, als den Studenten ’nur’ eine wissenschaftliche Ausbildung zu bieten. So mußte es ihm nur recht sein, in dem habilitierten Dozenten Weller einen gediegenen, auf sein Fach konzentrierten Mitarbeiter zu haben, der ihm in der Lehre sozusagen den Rücken freihielt. [46] Der Dekan Bebermeyer übersandte den genannten Antrag bereits tags darauf an den Rektor Hoffmann. [47] Dieser leitete den Antrag am 1. März an den würtembergischen Kultusminister Mergenthaler weiter; dabei fügte er hinzu, daß Weller "für seine lateinischen Dichtungen von internationalen" – es müßte ’ausländischen’ heißen – "Preisgerichten 9mal mit der goldenen Medaille ausgezeichnet" worden sei; der Hinweis, daß "der Dozentenschaftsleiter mit dem Vorschlag der Fakultät einverstanden" sei, durfte verständlicherweise nicht fehlen. [48] Am 11. März wandte sich, offenbar auch in dem Bemühen, den Antrag zu fördern, der Tübinger Kreisgeschäftsführer der NSDAP Nowack an den Kultusminister: "Dr. Hermann Weller", schrieb er, "ist Mitglied des NS–Lehrerbundes" – das traf zu diesem Zeitpunkt strenggenommen nicht mehr zu –, "des RLB, des NSD–Dozentenbundes und der NSV." Mitglied der NSDAP war Weller nicht. "Er ist Kriegsteilnehmer. Konfession: Katholisch. Seine politische und weltanschauliche Einstellung ist seiner Kirche entsprechend. Man kann aber nicht sagen, dass er nach aussen [...] zu irgend welchen Beanstandungen Anlass gegeben hätte. Die Veranstaltungen der Partei besucht er nicht." [49] Daraufhin ließ der Minister am 17. März beim Rektor Rückfrage nehmen, "ob der Antrag trotzdem weiterverfolgt werden soll". [50] Der Rektor leitete die Rückfrage an den Dekan weiter, [51] und dieser antwortete ihm am 29. März mit der Bitte, den Antrag "weiter zu verfolgen. Daß Dr. Weller katholisch ist, war mir bekannt. Er hat sich aber, wie auch die zuständige Kreisleitung bestätigt, in keiner Weise für die Belange der katholischen Kirche betätigt und auch sonst zu keiner politischen Beanstandung Anlaß gegeben." [52] Mit dieser Rückendeckung konnte der Rektor am 31. März die Befürwortung erneut an den Kultusminister richten. [53]

Am 13. April aber, ehe über die Ernennung Wellers entschieden war, konnten auch die am Verfahren Beteiligten in der Tübinger Chronik lesen: "Soeben trifft von der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Amsterdam eine Nachricht ein, die nicht bloß in unserer engeren Heimat, sondern in ganz Deutschland berechtigte Freude und Genugtuung auslösen wird: wieder hat [...] Privatdozent Dr. Hermann Weller [...] den herrlichsten Erfolg davongetragen. Dr. H. Weller hat für den diesjährigen Wettbewerb [...] gleich zwei Dichtungen eingesandt; beide haben vor den gestrengen Schiedsrichtern glänzend bestanden. Das eine der beiden Werke, ’Y’ betitelt, hat den höchsten und einzigen" – ’nur einmal jährlich verliehenen’ ist gemeint – "Preis, die ’Goldene Medaille’, erhalten; das zweite, ’Ara Pacis’ [...], ist als erstes unter den mit ’Magna laude’ ausgezeichneten Gedichtswerken genannt. [...] Der Erfolg unseres Dr. Hermann Weller ist die ruhmreiche Fortsetzung und Krönung seines bisherigen dichterischen Schaffens." Und der anonyme Artikel schließt: "So steht Dr. Weller [...] am Ende eines zwanzigjährigen Kampfes, der für ihn heiß, aber ruhmreich war u[nd] der noch in den letzten Jahren von den Hauptkonkurrenten nicht ohne Erbitterung geführt wurde. Um so mehr begrüßt seine schwäbische Heimat und mit ihr das ganze wissenschaftliche und literarische Deutschland diesen neuesten herrlichen Erfolg." [54] Im gleichen Sinne spricht Georg Lurz im Juni–Heft der Societas Latina, wie schon anläßlich der Preisverleihung im Jahre zuvor, von "eine[r] höchst ehrenvolle[n] Anerkennung deutscher Kulturleistung durch das Ausland" [55] (womit er, recht verstanden, ja durchaus recht hat). Ob solche Presse–Mitteilungen auf die Entscheidung des Ministeriums Einfluß hatten, läßt sich wohl nicht mehr feststellen; Tatsache ist aber, daß Weller am 8. September 1938 zum ’nichtbeamteten außerplanmäßigen Professor’, am 28. Oktober 1939 zum ’beamteten außerplanmäßigen Professor’ der Universität Tübingen ernannt wurde. (Nur der Vollständigkeit halber sei vermerkt, daß er vom 9. Juli 1945 bis zum 1. August 1946 wegen "polit[ischer] Gefangensetz[un]g des Ordin[arius]" "zugleich Komm[issarischer] Dir[ektor] des indol[ogischen] Seminars" und schließlich seit dem 24. Oktober 1946 Honorar–Professor für Indische Philologie war. [56] Am 9. Dezember 1956 ist er, kinderlos und seit vielen Jahren verwitwet, 78jährig in Tübingen gestorben.)

V

Anfang des Jahres 1938 lag das ’Y’ – neben der anderen Elegie Wellers aus jenem Jahre, dem eben erwähnten ’Friedensaltar’ (’Ara pacis’), die einen anderen düsteren Aspekt der Zeit thematisierte, und 32 Gedichten anderer Bewerber – den drei Preisrichtern der Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften vor. Es waren dies die Klassischen Philologen Frederik Muller Jzn (1883–1944) – federführend –, der, von Hause aus allem aus Deutschland Kommenden wohlgesonnen, noch in einer Rede vom 16. September 1940, als er während der deutschen Besetzung der Niederlande das Rektorat der Universität Leiden seinem Nachfolger übergab, lediglich zu Gehorsam und der Wahrnehmung einer wie immer zu deutenden ’Gemeinschaftsaufgabe’ aufrufen sollte, [57] Antoon Gerard Roos (1877–1953), der während dieser Besatzungszeit durch eine hartnäckige Verzögerungstaktik einem ehemaligen jüdischen Schüler und seiner Familie das Leben gerettet haben soll, [58] und dessen einstiger Schüler Bernhard Abraham van Groningen (1894–1987), der von der deutschen Besatzungsmacht am 7. August 1942 vorübergehend in Geiselhaft genommen und vom Oktober 1943 an in den Ort Steenwijk verbannt werden sollte. [59] In ihrer veröffentlichten Begründung der Entscheidung hoben sie die lebendige Sprache und den gelungenen Aufbau hervor, schlossen aber – Wellers eigenem Fingerzeig, seinem Motto Paulo leviora canamus, folgend – mit der den Dichter damals schützenden, die spätere Rezeption des Gedichtes aber hemmenden Bemerkung, daß damit ’auch einmal ein Erzeugnis der leichteren Muse ausgezeichnet worden sei’. [60] Die Tübinger Chronik übernahm diesen Ton: "Das Gedicht ’Y’ ist humoristischer Art, es ist ein lustiger, vom Herbstwein beflügelter ’Philosophentraum’ mit dem Thema: ’Unruhen im lateinischen Alphabet’." [61]

Zu seinem wirklichen Werte verkauft wurde das Gedicht noch von Weller selbst im selben Jahre 1938, als er in der lateinischen Vorrede der ersten Auflage seiner Carmina Latina schrieb: ’Meine letzten beiden Gedichte, von denen das eine, ’Y’, die Goldmedaille, das andere, der ’Friedensaltar’, das Große Lob im certamen Hoeufftianum gewonnen hat, habe ich nicht beigeben können, weil es zu der Zeit, als das vorliegende Buch im Druck war, noch nicht möglich war (nondum licebat), sie zu veröffentlichen. Sie werden aber später (posthac) mit weiteren Gedichten im selben Verlage erscheinen. ’ [62] nondum licebat ist zweideutig: Zunächst meint es, ganz unpolitisch, daß ein beim Amsterdamer Wettbewerb preisgekröntes Gedicht, ehe es dort den Statuten gemäß gedruckt vorliegt, nicht anderweitig veröffentlicht werden darf. Aber schon Julius Dutoit, ein anderer Mitarbeiter Wellers in der Societas Latina, muß diese Worte auf die politischen Verhältnisse bezogen haben, denn er schreibt in seiner lateinischen Besprechung dieser Gedichtsammlung noch im Jahre 1939, als das Gedicht von der Niederländischen Akademie längst freigegeben ist: ’Das Gedicht ’Y’ darf man noch nicht herausgeben’ (nondum licet). [63] An späteren Äußerungen über ’Y’ in diesem Sinne kann ich nur eine anführen: Jacob IJsewijn schreibt in den beiden Auflagen seines grundlegenden Companion to Neo–Latin Studies über Weller, "his poem Y courageously denounced antisemitism". [64] Gerne wüßte man, wie Weller selbst sein ’Y’ darbot, als er es noch im Jahre 1938 in deutscher Übersetzung vor der Gesellschaft ’Alte Ellwanger’ in Tübingen vortrug. [65]

Sonst blieb das Gedicht im Verborgenen: Drei kurze Besprechungen der zweiten Auflage seiner Carmina Latina (1946), die das ’Y’ enthält, erwähnen es nicht. [66] Wird es überhaupt erwähnt, so gilt es nur als ’humoristisch’ [67] , als ’von scherzhafter Leichtigkeit’ [68] . Luigi Alfonsi ist im allgemeinen nicht zu widersprechen, wenn er schon 1946 auch ’Y’ in ’die große Entwicklungslinie der Weller’schen Dichtung: von Zweifel, Ungewißheit und Aufbegehren zu unbedingtem Vertrauen auf Gottes Walten in der Welt’ einordnet – ein Thema, das den Rahmen dieser Darstellung sprengen würde –; auf das besondere Anliegen dieses Gedichtes geht er jedoch nicht ein. [69] Und wie der in Auszügen veröffentlichte Briefwechsel zwischen Harry C. Schnur und Padre Giovanni Battista Pigati vom Jahre 1968 lehrt, fand selbst Schnur, dem aus politischen, poetischen und persönlichen Gründen so viel hätte daran gelegen sein müssen, als er ein Jahrzehnt nach Wellers Tode an dessen letzter Wirkungsstätte weilte, keinen Zugang zu dieser ihm so verwandten Seite des Weller’schen Schaffens mehr. [70] Und 1970 schreibt Micaela Claar Pretolani in ihrem Gehalt und Gestalt Weller’scher Dichtung gleichermaßen würdigenden Aufsatz über ’Die lateinische Dichtung Hermann Wellers’, wo, wie im ’Y’, die innere Anteilnahme des Autors fehle, werde die Dichtung unausweichlich künstlicher. [71]

Wäre der Eindruck entstanden, hier sei der Versuch gemacht worden, Hermann Weller als bislang unbekannten Widerstandskämpfer in das Licht der heutigen Öffentlichkeit zu stellen, so wäre dieser Vortrag mißverstanden. Opposition, innere Emigration und wie die manchmal recht beschönigend klingenden Formeln lauten ist auch nicht eigentlich der Gegenstand gewesen. Es ist die feste, wohl erst in inneren Auseinandersetzungen fest gewordene [72] Verankerung des Dichters in der christlichen Religion, näherhin in der katholischen Konfession, [73] die er einerseits begrifflich als Lehre von anderen Lehren scharf geschieden hält, [74] andererseits als einzigen unverfälschten Ausdruck der allumfassenden und alldurchströmenden göttlichen Liebe begreift, [75] zusammen mit einer ihm trotz ihrer – durchschauten – Pervertierung nie problematisch gewordenen Liebe zu Heimat, Volk und Vaterland, die Weller von vornherein zur Ablehnung des Nationalsozialismus und zum Widerspruch dagegen bestimmt, aber auch die Grenzen dieser Ablehnung und dieses Widerspruches gesetzt hat. Wenn nun aber in jüngster Zeit in einem Lexikonartikel über ’Neulateinische Literatur’, dessen Verfasser auf so hohem Rosse sitzen, daß sie etwa Horazens ’Iter Brundisinum’ und Ovids Reisegedichte aus der Verbannung als "tastende Versuche" ihrer Art bezeichnen zu können glauben, zu lesen steht, lateinische Dichtung sei im 20. Jahrhundert "nur noch eine Angelegenheit von Liebhabern wie Hermann Weller", [76] oder wenn Weller im selben Jahre zwar in formaler Eleganz geradezu Ovid an die Seite gestellt wird, zugleich aber behauptet wird, sein Verdienst liege vor allem in diesem, dem formalen Bereiche, [77] dann scheint eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der hier vorgestellten Elegie und ihren Schwester–Elegien geboten. Zu einer solchen Auseinandersetzung mit Werken eines Dichters, "der wirklich kein bloßer Versemacher [...], sondern ein echter Dichter" ist, [78] haben diese Ausführungen anregen wollen, ganz im Sinne Wellers selbst: "Wer in dieser Art von Poesie nur Spielerei sehen kann, zeigt, daß er sie nicht kennt." [79] Ich bin zuversichtlich, daß sich das ’Y’, erst einmal bekannt, aus dem Aschenbrödel, als das es noch immer geht, in die ’neue Königin der Elegien’ verwandeln wird.


Anhang: Der Text der Elegie

Y

Vinifer Auctumnus silvas ubi visit et hortos

Arvaque laetifica veste decorus adit,

Tunc calamos tenues inflat, sua regna peragrans,

Effunditque novos fistula mira sonos.

5 Blandaque dum magici resonant modulamina buxi,

Assumunt facies omnia versa novas.

Flavet acer, virgulta rubent, nitet aurea fagus,

Nec manet, in rebus qui fuit ante color.

Est plaga lucidior, tanquam sine pondere surgunt

10 E tenui nebula culmina summa iugi.

Auctumno leviora placent: mortalibus ipsis

Quod premit ingratum pectora demit onus.

Efficit, ut cocti tumeant sub sole racemi

Pictaque iam domino rideat uva suo.

15 Undique tunc hilari fervet vindemia cantu

Et fluit e prelis per loca dulcis odor.

Tunc nova musta iuvant, delenitique Lyaeo

Numinibus laetis omnia plena putant. –

Me quoque cum turba celebrantem festa sodali

20 Vinxerat haud dura compede dulce merum.

E bene colluto dederamus gutture cantus;

Omnis erat nostro cura fugata choro.

Afflatusque meri generoso numine, tandem

Constitui sera nocte redire domum.

25 Luna super domuum fastigia celsa nitebat;

Splendor in hoc nunquam lumine tantus erat.

Orbis erat plenus, potuit faciesque videri

Risu diducens ora serena levi.

Quid, dea, subrides? Num te quoque vicit Iacchus?

30 An quia, proh, titubat proxima quaeque domus?

’State, domus’, dixi, ’quaeso, paulisper; amicae

Parcite, quae dulci pressa sopore iacet.

Odit enim blandos sibi rumpi Lydia somnos;

Novimus: experto credite; state, domus! ’

35 Sed mihi submisse recitanti ’Lydia, dormis? ’

Illius occurrit praeteriitque domus.

Iamque meos vidi procul occursare penates: Vae, labor Herculeus perficiendus erat:

Non ita difficile est cymbas intrare vehentes

40 Ut, quae diffugiant, detinuisse fores.

Sed quem dulcis Amor regit et Iovis ebria proles,

Est sacer et tutus, sit via dura licet.

Et validas aperire fores mihi contigit atque

Scalarum leves exsuperare gradus.

45 Perveni – licet offenso pede saepius illis –

Lassulus ad thalami molle cubile mei,

Ille fuitque animus mihi, qui solet esse probato

Aurigae, dubium cui bene cessit opus.

Nec mihi displicuit, quod ibi mutaverat arte

50 Omnia mirifice fulgida Luna sua.

Ecce videbatur totum radiare cubiclum

Claraque pro sera nocte redisse dies.

Conclavis paries speciosaque pallia lecti

Lacte renidebant candidiora mihi.

55 Qui liber in mensa revolutus forte iacebat,

Illius poterat vincere charta nivem.

Nec mora, tentavi notas percurrere chartas:

Et poterat quaevis littera parva legi.

Perlecto versu recitavi ’Lydia, dormis? ’:

60 Lydia, vox felix, quam mihi dulce sonas!

Gemma nitens decus amplificat spectabilis auri,

Tuque per y tantum nobilitatis habes.

Non ego iam potui tenerum seponere librum,

Cuncta mihi quamvis languida membra forent.

65 Conscendi posita gemebundum veste grabatum

Et legi solito cetera more cubans.

Languentes oculi ceciderunt saepe legenti,

Nutavit victum saepe sopore caput,

Saepe toro lapsurus erat manibusque libellus,

70 Suntque simul visae delituisse notae.

Sed tamen obstitimus: nondum vigor omnis et ardor

Cesserat e membris ingenioque mihi.

Utque reluctabar, fugientia signa redibant,

Et poteram digito fluxa iuvante sequi.

75 Ac sua pugnanti duplicavit lumina Phoebe,

Blandaque erat, studiis talibus apta, quies.

At quid id est? Heu, quaeque suo iam littera cedit,

Ecce, loco, suetam deseruitque vicem.

Mira loquor: citus ut pulex haec exsilit, illa

80 Forficulae* similis margine lapsa cadit.

Plurima pars, levium velut agmina formicarum,

Turbida per lecti pallia tota ruunt.

Pallueram, quidquidque mihi superesse comarum

Glorior, arrectum, proh, stetit omne metu.

85 Namque meae menti celeberrima monstra subibant,

Qualia rex quondam viderat Oenopius,

Cum nova Myrmidonum tribuisset corpora summus

Numine formicis Iuppiter ipse suo.

Nec falso metui: si non ibi corpora vera,

90 At quaedam licuit cernere membra mihi:

Hostiles oculos frendentiaque ora movebant

Nec non cum manibus bracchia parva suis.

Iamque suam quaevis emisit pagina turbam,

Parsque meas – heu, heu! – iam petiere manus.

95 Emicui lecto rabidus nimiumque procaces

Excussi: stridens decidit atra cohors.

Sed doluit – licet insidiis exempta – diuque

Haec mea pruritum sensit, ut usta, manus.

Iam lectus iamque omne solum, iam mensa locusque

100 Quilibet indomita peste refertus erat.

Murmura confusae resonabant undique turbae

Et simul argutis sibila mixta sonis.

’Fallor, an hic’ dixi ’venient civilia bella,

Et me de medio cedere tempus erit? ’

105 Et cessi, quantum licuit. Iam virgula clavae

Esse loco patitur punctaque iacta volant.

Turma premit turmam; magni proceresque laborant

Iamque timent, ne se vincat ubique minor.

Et cadit O magnum: iacet, heu, quamvisque reclamat,

110 Ut trochus a spurco volvitur – ecce! – choro.

Non tulit hoc populi princeps ductorque sagax, A,

Qui gravior sociis splendidiorque fuit.

Saepius hic rabiem potuit frenare popelli,

Saepius arguta flectere voce gregem.

115 Tunc etiam vix audierat plebs caeca severi

Verba sonora ducis, cum stupefacta silet.

Ille: ’Quis, ah, ’ dixit ’cives furor incitat? Irae

Parcite! Ne proprios dilacerate viros!

Sunt alienigenae, quorum satiare, Quirites,

120 Sanguine iam dudum pectora tempus erat. ’

Necdum finierat: fremitu stridente faventum

Quaeritur Y psilon; protrahiturque nocens,

Perducuntque reum clamantes ante tribunal

Ad tenuemque ligant bracchia vara pedem.

125 Tum sic incipit A: ’Animos attendite, cives:

Grammaticus (– tremui! –), credite, noster amat.

Noster amat Latio – pudor est – non nomine dignam

Quaeque peregrinos praeferat ipsa sonos.

Sic ergo malus iste potest corrumpere mores!

130 Perdidit iste viros et muliebre genus.

Fecit, ut ille bibo vapidum proflaret Iacchum

In nostros, media carmina nocte legens.

Sed tamen hoc levius (– tulimus graviora, Quirites –);

Est aliud, quod nos dira timere iubet.

135 Sermonem studet hic sensim vitiare Latinum:

Publica res agitur vitaque nostra, viri!

Nec, quia sacra lues nondum pervenit ad ima

Viscera, securi spernite tale malum:

Saepe levis raptim creverunt semina morbi

140 Corporaque horrendae tota dedere neci;

Saepe latens scintilla feros surrexit in ignes

Inque suos cineres procubuere domus.

Ne morer exemplis, memoro pro pluribus unum:

Te quoque turbari tu, Tiberine, doles.

145 Qui Tiberis Latio celebrari nomine gaudes,

Thybridis impura voce notatus oles.

Haec si pernicies vel sancta vocabula tangit,

Verborum plebem qualia fata manent?

Nec parat insidias tantum: nos despicit omnes;

150 Iactat enim patriam conspicuumque genus.

Graeculus est sane: φιλός, calvusque levisque,

Vox vero querulum vixque virile sonat.

Nec iam plura noto: gravis est manifestaque culpa;

Est vestrum poenae constituisse genus.

155 Cedimus hoc vobis nostro de iure, Quirites:

Hic sensum populi iudiciumque sequar. ’

Dixerat. Ingentes strepuerunt undique plausus;

Nec mora, consilium rite senatus habet.

Hic suadet gladium, lapides pars, ille securim,

160 Hic laqueum, turpem mitior ille fugam.

Distrahitur populus, iactant mala iurgia, caedem

Incipiunt, omnes ira furorque rapit.

Infecitque solum lentus pro sanguine nigror:

Miscent confusi vulnera saeva globi.

165 Interea fugit inde reus rumpitque ligamen

Quoque vocat thalami lata fenestra, volat.

Remigio manuum partem se librat in imam

Illius, exiguum ponit ibique pedem

Bracchiolumque movens tenerum valedicere tentat

170 Arridensque mihi devolat, ecce, foras.

Obstipui. Nimis ignavum segnemque vocavi

Me, puduitque simul destituisse reum.

Aeger eram curis. Atqui mora longa nocebat,

Et memor absentis me cruciabat amor.

175 Ecce fenestra viam dedit et, delapsus, in hortum

Nescio quo veni subveniente deo.

Miraque conspexi: tendens in vertice pini

Y psilon stabat bracchia parva meum.

Maius erat solito: dulci cum lumine Phoebes

180 Imbiberat – si fas credere – roris aquas.

Quid facerem? Piguit sudantem scandere truncum.

Dixi igitur blando talia verba sono:

’Y, precor, o redeas: fidus te quaerit amicus,

Te cum grammatico Lydia pulchra choro.

185 Te petet ipsius populi mutata voluntas:

Haec quoque tempestas, sit licet atra, cadet.

Quaesumus usque, redi: splendent vulgaria, rarum

Si decus accessit; rara probatur avis.

Lilia nobilitat stagni Gangetica lotus,

190 Nobilitat vitreas unica gemma fabas.

Tu quoque nescio quid festi popularibus addis

Ausoniae verbis Ausoniaeque notis.

Hospes ades: salve. Non iam violaberis hospes,

Si quid apud cultos advena iuris habet.

195 Tu peregrina sapis, tecum mysteria ducis,

E veteris mythi tu quoque fonte venis.

Te resonante subit Graiae telluris imago,

Quidquid et aeterni gentibus una dedit.

Es priscis similis, tradit quos fabula reges

200 Syrmate verrentes marmora picta soli.

Nobilis ipse, tuos comites extollis: et inde

Nominibus multis venit opimus honor.

Sic nihil est nostrae quam Lydia dulcius auri,

Vique tua fiunt nomina grata lyrae.

205 Vocibus in magnis resides: per saecula vivet

Vox hymni; volitas, mythe, per ora virum.

Syllaba iura dedit sanctas legesque poetae,

Qui sua non rhythmo verba carere sinit.

Sed maiora loquar: vasti quae foedera mundi,

210 Semina quae rerum prima vicesque docet,

Naturae faciem moderantesque omnia leges,

Sacratum φυσικη̃ς ars ea nomen habet!

Ipse pater divum, magni dominator Olympi,

Te voluit partem nominis esse sui.

215 Ergo parce fugae: cuncti te poscimus, hospes,

Adque tuos socios, ad tua verba redi!

Sic ego: sed ridens Y psilon bracchia vibrat,

Ut volet ad nitidi sidera celsa poli.

Iamque per albentem vidi cursantia murum

220 Agmina perque horti seditiosa vias.

His spem deposui monstris perterritus, artes

Iam nihil humanas posse valere putans.

’Tu fer opem’ dixique ’superciliumque moveto,

Iuppiter, o, si quid nunc quoque, sancte, potes! ’

225 Et deus, invicto qui temperat omnia nutu

Quique tenet dextra fulmina saeva manu,

Intonuit, sonuitque fragor simul undique tantus,

Ut tremerent tellus longaque regna poli.

Me quoque terribilis subito concusserat horror

230 Torpebantque novo pectora victa metu.

Ut tamen horrendo tanquam pulsantis ab ictu

Sensimus immeritas condoluisse nates,

Cum sensu rediit mihi mens: simul omnia vidi,

Quaelibet ex animo fugerat umbra meo.

235 Quid potius facerem? Risi, tremuitque cubile

Laetifico risu tota domusque meo:

Excideram lecto: vigil attonitusque premebam

Quernea cum Flacci codice strata soli.

Exsilui. Iam luce nova conclavia Titan

240 Complebat, dudum venerat alma dies.

Agmina iam volucrum per caerula regna volabant,

Ex hortisque recens aëris ibat odor.



[1] Z.B. L. Bieler, Geschichte der römischen Literatur. II: Die Literatur der Kaiserzeit, Berlin/New York 31972, 63. Kritik an der – von bürgerlichen Maßstäben der frühen Neuzeit ausgehenden – Wertung, z. B. bei U. v. Wilamowitz–Moellendorff, Sappho und Simonides, Berlin 1913, 301 A. 1, ist hier, da das Gedicht in Bezug zu neulateinischer Dichtung gesetzt wird, ohne Belang.

[2] Primäre Quellen der Biographie – Sternchen (*) bedeutet: mit Porträt – sind Wellers Personalakt im Archiv der Universität Tübingen (Sign. 126/755; für Durchsicht und Beschaffung von Ablichtungen einschlägiger Stücke daraus danke ich Herrn Dr. Manfred Kraus), bes. der von W. am 10. 12. 1946 ausgefüllte Fragebogen der französischen Militärregierung und der von ihm am 24. 1. 1952 ausgefüllte Personalbogen*, sowie der teilweise autobiographische Abriß ’Gmünder im Dienste der Wissenschaft’*, in: einhorn. [...] Zeitschrift zur Pflege des Heimatgedankens in [...] Schwäbisch Gmünd 2, 1953, 73 und W.s Kindheitserinnerungen ’Vor 70 Jahren auf dem Zeiselberg’, in: Gmünder Heimatblätter 14, 1953, 73–6. 81–3. 89–92. Dazu treten sekundäre Quellen: Nachrufe u. ä. (W. Q., ’Ein lateinischer Dichter aus Schwaben / Zum Tode von H. W. ’*, in: Stuttgarter Zeitung, 14. 12. 1956; wn, ’Zum Tode von H. W. ’, in: Schwäbisches Tagblatt, 19. 12. 1956; [K.] F[akler], ’Prof. Dr. H. W. gestorben’, in: Schwäbische Zeitung, 19. 12. 1956 [die Auflösung der Sigle verdanke ich Herrn Egbert Dreher]; E. Kaiser, ’In Memoriam H. W. ’*, in: Mitteilungen der Vereinigung der Freunde des Ellwanger Gymnasiums 1956/57, 3–5. 10; H. R., ’Universitätsprofessor Dr. H. W. ’, in: Ellwanger Jahrbuch 1956–1957, [1958] 177–80; A. Schall, In memoriam H. W. 1878–1956. Rede auf das Ehrenmitglied der K. St. V. Alamannia–Tübingen beim Trauerkommers im Januar 1957, Heidelberg 1981; A. Deibele, ’Dr. H. W., ein großer Sohn unserer Stadt’*, in: Gmünder Heimatblätter 18, 1957, 89–91; H. Hauber, ’Der "Horatius des 20. Jahrhunderts" ’*, in: Ipf– und Jagst–Zeitung, 4. 2. 1978) und sonstige biographische Artikel (I. [J.] Eberle, Viva Camena, Zürich/Stuttgart 1961, 219–20; J. IJsewijn–Jacobs, ’Conspectus poetarum Latinorum saeculi vicesimi’, in: Euphrosyne 3, 1961, 149–90 [162]; V. Stache–Rosen/2A. Stache–Weiske, German Indologists*, New Delhi 1990, 190–1); ferner W. Rau, Bilder 135 deutscher Indologen*, Wiesbaden 21982, 102.

[3] Grundlegend, gerade auch für literaturgeschichtliche Einschätzung und Einordnung, V. R. Giustiniani, Neulateinische Dichtung in Italien 1850–1950, Tübingen 1979, dort 99–108 eine Liste aller von 1845 bis 1978, dem letzten Jahre des certamen (zum Ende des Wettbewerbes s. Vox Latina 13, 1977, 439), mit einer Goldmedaille oder magna laude ausgezeichneten Dichter und der Titel ihrer Werke; daneben D. Sacré, ’"Et Batavi sudamus adhuc sudore Latino?" Het Certamen Hoeufftianum’, in: Hermeneus 65, 1993, 120–4.

[4] H. Weller, ’Lateinische Dichtung der Gegenwart’, in: Die Literatur (= Das Literarische Echo 36), 1934, 632–5 (635).

[5] H. A. Thies, ’Der Horaz des 20. Jahrhunderts’, in: Münchner Neueste Nachrichten, 31. 12. 1931. Der Artikel beruht offensichtlich weitgehend auf unmittelbaren Mitteilungen Wellers an Thies; dort auch der Hinweis auf die Iuventa.

[6] J. Borst (Hg.), Proben neulateinischer Poesie und Prosa aus der Zeit von Leo XIII. bis 1932. Reiche Auswahl aus H. Wellers Dichtungen, Nürnberg o.J. (1933) (Hilfs– und Lesehefte für den altsprachlichen Unterricht. 2).

[7] Weller (A. 4), 634.

[8] Weller, ’Vor 70 Jahren [...]’ (A. 2), 74–5.

[9] H. Weller, Carmina Latina, Tübingen 21946, I 7, 197–200 (48). Weller hat zwei Ausgaben seiner Gedichte veranstaltet, beide in der Tübinger Buchdruckerei H. Laupp jr, deren Besitzer, sein Freund und Übersetzer Rudolf Laupp (gest. 1950), "ein großer Freund der Antike" war (Nachruf: Societas Latina 16, 1950, Heft 2, hinterer Umschlag): H. Weller, Carmina Latina, Tübingen 1938 und die genannte Ausgabe, die o. J. (1965 laut Claar Pretolani [A. 15] 317, 1966 laut hsl. Eintrag im Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek, München) bei Ferdinand Dümmler (Hannover/Hamburg/München) nachgedruckt wurde. Ich zitiere stets nach der 2. Auflage, der ’Ausgabe letzter Hand’, indem ich den Teil ’Agonica’ als ’I’, den Teil ’Varia’ als ’II’ und den Teil ’Versa’ als ’III’ bezeichne und innerhalb der Teile die Gedichte, innerhalb dieser die Zeilen zähle; da diese Zählung den Drucken nicht beigegeben ist, gebe ich dahinter in Klammern zusätzlich die Seitenzahl an. – Für die Schenkung eines Exemplares der 1. Auflage der Carmina – es ist das Exemplar A. Schalls (s. A. 2) – danke ich Frau Annette Pfeil, für die eines Exemplares der 2. Auflage Herrn Dr. Gabriel Silagi.

[10] Programmatisch G. Lurz, ’Wozu eine Societas Latina? ’, in: Societas Latina 1, 1932, 1–4.

[11] I. (G.) Morabito, ’De Hermanni Weller Latinis carminibus’, in: Istituto di Studi Romani: Atti del III Congresso Nazionale di Studi Romani. A cura di C. Galassi Paluzzi. IV, Bologna 1935, 202–14; vgl. die Besprechung von I. (G.) Garavani, in: Alma Roma 23, 1936, 16. – Zur ’Weller–Philologie’ zählen außerdem v.a. die Arbeiten von Alfonsi 1946 (A. 15), Claar Pretolani (ebd.) und Windau (A. 23) sowie die Besprechungen seiner Carmina Latina (A. 9): zur 1. Aufl. W. Becher, in: Gymnasium 50, 1939, 147; I. (J.) Dutoit, in: Societas Latina 7, 1939, 1–4; G. Funaioli, in: Gnomon 16, 1940, 516–20; zur 2. Aufl. s. A. 66.

[12] Protokoll des Gemeinderates der Stadt Ellwangen, Band 67 (1931), S. 33–5 (35) § 33. Für die freundliche Übersendung von Ablichtungen der einschlägigen Protokolle danke ich Herrn Stadtarchivrat Professor Dr. Immo Eberl.

[13] Protokoll [...] (A. 12) S. 69–70 § 75.

[14] Carm. 2 (A. 9) I 19 (136–44).

[15] Wellers häufige ausführliche Naturschilderungen werden von Morabito (A. 11), 204. 213 und, unter Bezugnahme auf ihn, von M. Claar Pretolani, ’La poesia latina di Hermann Weller’, in: Istituto Lombardo / Accademia di Scienze e Lettere: Rendiconti. Classe di Lettere e Scienze Morali e Storiche 104, 1970, 315–26 (325) als stereotyp getadelt, dagegen von L. Alfonsi, ’Note sulla poesia latina di Hermann Weller’, in: Antiquitas 1, 2, 1946, 33–40. 124 (38–9) und dems., ’Forme e caratteri della poesia latina moderna’, in: Paideia 2, 1947, 74–84 (80) als ’symbolistisch’ verteidigt.

[16] D. J. Goldhagen, Hitler’s Willing Executioners, London 1996, 126 m. A. 183.

[17] y ist die wissenschaftlich übliche Wiedergabe des hebräischen Buchstabens jod, des Anfangsbuchstabens der hebräischen Schreibung von Israel und Juda.

[18] 2 Mos. 29, 46.

[19] Vgl. 1 Mos. 49, 8. 10; Sach. 2, 14–6.

[20] J. Eberle, Nie verstummendes Echo, Stuttgart 1970, 18–25 (24): 5 Mos. 6, 4.

[21] S. A. 16; zur Diskussion der These vgl. z. B. J. Schoeps (Hg.), Ein Volk von Mördern? Die Dokumentation zur Goldhagen–Kontroverse um die Rolle der Deutschen im Holocaust, Hamburg 41996.

[22] U. D. Adam, Hochschule und Nationalsozialismus. Die Universität Tübingen im Dritten Reich, Tübingen 1977 (Contubernium. 23), 30–31 (Zitat: 30).

[23] V. a. die Elegie ’Winterschlaf’ (’Somnus hibernus’): Carm.2 (A. 9) I 2 (6–11); Neuausgabe mit Übersetzung und Erläuterungen bei B. Windau, Somnus. Neulateinische Dichtung an und über den Schlaf, Trier 1998 (BAC 34), 120–5. 218–9 (dort kein Hinweis auf ’Y’).

[24] Weller, ’Vor 70 Jahren [...]’ (A. 2), 91.

[25] Nach Verg. ecl. 4, 1. – F. Muller Jzn. / A. G. Roos / B. A. van Groningen, ’Verslag van den wedstrijd in latijnsche poëzie krachtens het legatum Hoeufftianum gehouden in het jaar 1938’, in: Jaarboek der Koninklijke Nederlandsche Akademie van Wetenschappen 1937–38, Amsterdam 1938, 134–5 (134).

[26] Belege bei W. Harms, Homo viator in bivio. Studien zur Bildlichkeit des Weges, München 1970 (Medium aevum. Philologische Studien. 21), 40–9. Zur Samia figura am Anfang neulateinischer Dichtung, in Lovato Lovatis Versepistel Fontibus irriguam V. 69–71, vgl. W. Ludwig, ’Lovatos Versepistel über die Dichtkunst – Edition und Interpretation’ (zuerst 1987), in: ders., Litterae neolatinae, München 1989 (Humanistische Bibliothek. I 35), 2–36 (8. 24–5).

[27] Weller (A. 4), 635.

[28] G. Ellinger, Geschichte der neulateinischen Literatur Deutschlands im sechzehnten Jahrhundert. Bd. I. II. III 1, Berlin 1929–1933 (unvollendet).

[29] Zu Ellingers Schicksal s. W. Schmidt, ’Erinnerungen an Georg Ellinger’, in: G. Pflug / B. Eckert / H. Friesenhahn (Hg.), Bibliothek – Buch – Geschichte. Kurt Köster zum 65. Geburtstag, Frankfurt a. M. 1977 (Sonderveröffentlichungen der Deutschen Bibliothek. 5), 291–300; teilweise darauf beruhend W. Ludwig, Humanismus und Christentum im 16. Jahrhundert, Pforzheim 1997, 7–9.

[30] ’Fremde Zunge – deutsches Herz’, in: Die Literatur (= Das Literarische Echo 42), 1940, 217–8 (218).

[31] R. Selbmann, Vom Jesuitenkolleg zum humanistischen Gymnasium. Zur Geschichte des Deutschunterrichts [...] am Wilhelmsgymnasium München, Frankfurt a. M. u. a. 1996 (Beiträge zur Geschichte des Deutschunterrichts. 26), 173/5; vgl. 160. 179.

[32] Carm. 2 (A. 9) II 31 (242–3).

[33] Bischof Karl Lehmann spricht in seinem Grußwort zu der Broschüre Seid stark im Glauben. Kirche und Diözese [Rottenburg] im Nationalsozialismus. Ausstellungsführer [...], Rottenburg 1988, 3–5 (5) von einer "freilich nicht voraussehbare[n] Eskalation": Grundsätzlich hat Weller den Fortgang der Geschehnisse vorhergesagt.

[34] Nach Augenzeugenberichten [E.] Kaim, Der Bischof ist wieder da, Rottenburg 1945, bes. 8–33; Adam (A. 22), 113 A. 201; K. Ganzer, Art. ’Sproll, Johannes Baptista’, in: W. Kasper (Hg.), Lexikon für Theologie und Kirche3. IX, Freiburg u.a. 2000, 887. Für die Besorgung einschlägiger Unterlagen aus der Erzabtei St. Ottilien, Bischof Sprolls erstem Verbannungsort, danke ich Frau Cornelia Frei.

[35] Societas Latina 2, 1934, 25: Die eine von A. Preuß, die andere "in der Lateinschule Amöneburg, Bez. Kassel, auf Anregung der Quartaner" entstanden.

[36] H. Lis (Übers.), ’Appellatio Ducis Germaniae in Stadio Berolinensi habita’, in: Societas Latina 6, 1938, 2–3. Schon bald aber sollte sich der Übersetzer anderen Themen widmen: Societas Latina 9, 1941, 12–3 enthält seine Prosa–Versionen des 1., 23. und 90. Psalmes; weitere Psalmen– Übertragungen folgten.

[37] J. IJsewijn, Companion to Neo–Latin Studies2. I: History and diffusion of Neo–Latin literature, Leuven/Louvain 1990, 186.

[38] Societas Latina 3, 1935, 59.

[39] Freundliche Auskunft von Frau Marion Kappler, Stadtarchiv Baden–Baden.

[40] Societas Latina 8, 1940, 66–8; s. a. ebd. 9, 1941, 23.

[41] Societas Latina 10, 1942, 22. W. Busch, ’Kritik des Herzens’ 3, z.B. in: Neues Wilhelm Busch Album, Berlin/Leipzig o.J. (ca. 1930), 426.

[42] Auskunft von M. Kappler (A. 39). Vgl. auch IJsewijn (A. 37) 185–6: "As late as 1942 the Munich journal Societas Latina continued to publish poems written by a German Jew, Dr. Julius Stern from Baden–Baden (1865–1942), who shortly thereafter lost his life in the persecutions."

[43] Societas Latina 10, 1942, 53. Sterns Tod wird nochmals in der Totentafel Societas Latina 11, 1943, Heft 1 (Februar), hinterer Umschlag vermeldet.

[44] Societas Latina 11, 1943, 12–15. Erasmus’ letzte Worte z.B. bei A. J. Gail, Erasmus von Rotterdam, Reinbek bei Hamburg 1974, 126: "Lieve God". – Gleichsam als Nachtrag wird in der Societas Latina 11, 1943, 59–60 noch Sterns Gedicht ’San Remo’ veröffentlicht.

[45] Personalakt (A. 2), Brief des Dekans Bebermeyer an den Rektor Hoffmann vom 4. 2. 1938.

[46] Zu Hauer apologetisch M. Dierks, Jakob Wilhelm Hauer, 1881–1962. Leben – Werk – Wirkung, Heidelberg 1986 (ohne Hinweis auf Verhältnis zu Weller); kritisch Adam (A. 22), bes. 179 A. 165; eingehender H. Junginger, Von der philologischen zur völkischen Religionswissenschaft. Das Fach Religionswissenschaft an der Universität Tübingen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Dritten Reiches, Stuttgart 1999 (Contubernium. 51), passim. – Auf eine gewisse ’Symbiose’ Hauers und Wellers während des ’Dritten Reiches’ lassen Schreiben Hauers zur Unterstützung von Anträgen Wellers bei Fakultät und Universität aus den Jahren 1940 bis 1942 (Personalakt [A. 2]), Wellers Teilnahme an Hauers Forschungs– und Lehrprojekt "Lebensmächte und Wesen des Indogermanentums" (= Gruppe 4 des von Walther Wüst, München, geleiteten Projektes "Indogermanische Kultur– und Geistesgeschichte", das seinerseits ein Teil des 1940 eingerichteten "Kriegseinsatzes der Geisteswissenschaften" [KEGW] war) durch Übernahme des Referates "Das Wesen der indogermanischen Metrik" (Junginger, ebd. 233–7) und sein nach Kriegsende zur Entlastung Hauers geschriebenes Gutachten (Junginger, ebd. 289–90) schließen.

[47] S. A. 45.

[48] Personalakt (A. 2), Brief vom 1. 3. 1938.

[49] Ebd., Brief vom 11. 3. 1938. – In der am 6. 5. 1938 nachgereichten "Anzeige über meine Zugehörigkeit und Tätigkeit in der NSDAP, ihren Gliederungen usw." (ebd.) gibt Weller an, der NSV (’Nationalsozialistische Volkswohlfahrt’) seit dem 14. 2. 1935 und dem ’Reichsluftschutzbund’ seit 1934 anzugehören; über seine Zugehörigkeit zum ’NS–Lehrerbund’ schreibt er unter "Eintritt": 1. 1. 1934, unter " Änderungen" jedoch: "In den neu geordneten Bund nicht eingetreten". Nach Zugehörigkeit zum NSD–Dozentenbund fragt das Formular nicht. – Auf die Frage, ob er "nach dem 5. März 1933 [...] Versammlungen, Veranstaltungen usw." besucht habe, antwortet Weller im Fragebogen (A. 2), Nr. 73, er habe "Versammlungen höchst selten besucht"; in der anschließenden Begründung unterläuft ihm ein aufschlußreicher Schreibfehler: Er will offenbar ’Interesse am Zeitgeschehen leitend’ schreiben, vergißt jedoch das einleitende Substantiv und schreibt statt ’leitend’ "leidend": "am Zeitgeschehen leidend". – Der Entscheid der Spruchkammer lautete: "nicht betroffen" (Personalbogen [A. 2], Nr. 11).

[50] Personalakt (A. 2), Brief vom 17. 3. 1938.

[51] Ebd., Brief vom 24. 3. 1938.

[52] Ebd., Brief vom 29. 3. 1938.

[53] Ebd., Brief vom 31. 3. 1938.

[54] Ebd., Ausschnitt aus Tübinger Chronik, 13. 4. 1938.

[55] Societas Latina 6, 1938, 17.

[56] Fragebogen (A. 2), Nr. 25.

[57] J. H. Waszink, Art. ’Muller Jzn., Frederik’, in: Biografisch Woordenboek van Nederland I, ’s–Gravenhage 1979, 412–4, bes. 414.

[58] B. A. van Groningen, ’Herdenking van Antoon Gerard Roos’, in: Jaarboek [...] (A. 25) 1953–1954, Amsterdam 1954, 306–13, bes. 307.

[59] P. J. Sijpestijn, ’Bernhard Abraham van Groningen’, in: Jaarboek [...] (A. 25) 1987, Amsterdam u.a. 1987, 118–24, bes. 120.

[60] Muller Jzn u.a. (A. 25), 134.

[61] A. 54.

[62] Carm. 1 (A. 9), V–VI.

[63] Dutoit (A. 11), 2.

[64] J. IJsewijn, Companion to Neo–Latin Studies, Amsterdam/New York 1977, 126; dass., I2 (A. 37), 185 (dort hinter "Y" der Einschub: "with which he won gold in the 1938 Hoeufft contest at Amsterdam").

[65] ’Veröffentlichungen, Vorträge usw. ’: Maschinenschriftliche Aufstellung Wellers vom Jahre 1946 als Beilage seines Fragebogens (A. 2).

[66] J. E[berle], in: Stuttgarter Zeitung, 2. 11. 1946 (freundlicher Hinweis von Frau Dr. Monika Balzert); N. M. Mangeot S. J., in: Societas Latina 17, 1952, 35; A. Hanton, in: Latomus 25, 1966, 215.

[67] J. IJsewijn–Jacobs, Latijnse poëzie van de twintigste eeuw, Lier 1961, 24.

[68] Claar Pretolani (A. 15), 321.

[69] Alfonsi 1946 (A. 15), 35.

[70] D. Sacré (Hg.), ’Pigati et Nuri epistulae mutuae’, in: G. Tournoy / Th. (D.) Sacré (Hg.), Pegasus devocatus. Studia in Honorem C. Arri Nuri sive Harry C. Schnur, Leuven 1992 (Supplementa Humanistica Lovaniensia. VII), 253–64 (255–7). In seinen beiden Besprechungen von IJsewijn–Jacobs (A. 67), in: The Classical Journal 57, 1961/62, 376–7 und Classical Folia 16, 1962, 61–3, gibt Schnur jeweils irrtümlich "1947" statt 1956 als Todesjahr Wellers an (377 bzw. 63). – Zu H. C. Schnur vgl. nur seine emotionale Elegie ’Eichmann’, in: ders., Pegasus claudus, Saarbrücken 1977 (Vox Latina. Tomus add. I.), 205–9.

[71] Claar Pretolani (A. 15), 321.

[72] Alfonsi 1946 (A. 15) 35.

[73] So die Unterscheidung im Fragebogen (A. 2), Nr. 12. 13.

[74] Vgl. H. Weller, ’Awatara und Menschwerdung Christi’, in: Theologische Quartalschrift 122, 1941, 14–31.

[75] Vgl. z.B. die Nachdichtung von 1 Kor. 12, 31 – 13, 8 in Carm.2 (A. 9) I 12, 214–28 (88–9).

[76] W. Kühlmann / H. Wiegand, Art. ’Neulateinische Literatur’, in: W. Killy (Hg.), Literatur Lexikon. XIV (Hg. V. Meid), Gütersloh/München 1993, 151–8 (153. 156).

[77] Sacré (A. 3), 122. – Vorsichtiger J. Irmscher, ’Die Stellung der neulateinischen Studien im philologisch–historischen Wissenschaftssystem’, in: Acta conventus neo–latini Guelpherbytani 1985, Binghampton / New York 1988, 211–219 (215): "[...] man kann solche Bemühungen", d.h. Weiterentwicklung antiker Gattungen im Neulatein, "für weltfremd erachten, indes sie existieren, und die lateinischen Dichtungen [...] Hermann Wellers [...] vermögen auch vom Ästhetischen her zu bestehen."

[78] O. Schumann, ’Die lateinische Literatur als geschichtliche Gesamterscheinung’, in: Romanische Forschungen 60, 1947, 605–16 (616) über Weller.

[79] Weller (A. 4), 634–5.

* Forficula auricularia L.



Autor (author): Uwe Dubielzig
Dokument erstellt (document created): 2002-08-16
Dokument geändert (last update): 2002-08-19
WWW-Redaktion (conversion into HTML): Manuela Kahle & Stephan Halder
Schlussredaktion (final editing): Heinrich C. Kuhn