Vivat GGREN!

Seminar für Geistesgeschichte und Philosophie der Renaissance:

Lehrveranstaltungen Sommer-Semester 2000


Informationen zu:

  1. Vorlesungen:

  2. Proseminaren:

  3. Hauptseminaren:

  4. Oberseminar/Colloquium:

  5. Kursen:






Geschichte der Philosophie II: Die Philosophie des späten Mittelalters und der Renaissance


Allgemeines


Veranstaltungsart: Überblicks-Vorlesung (3stündig, GkTPh (Spätmittelalter & Renaissance))
Dozent: Prof. Dr. Eckhard Keßler
Ort / Zeit / Anfang: Hauptgebäde, HS 209 (Mi.) & HS 132 (Fr.) / Mittwochs, 10-11h & Freitags 11-13h / ab: 3. Mai 2000

Beschreibung:

Die Vorlesung setzt die Überblicksvorlesung des WS 1999/2000 "Geschichte der Philosophie I: Philosophie der Antike und des frühen Mittelalters" fort. Sie wendet sich an Studenten des zweiten Semester im Grundstudium der beiden philosophischen Studiengänge M.A. und M.Phil., in denen sie als Wahlpflichtveranstaltung angeboten wird. Sie schließt mit einer Klausur.

Die Vorlesung geht aus von der Rezeption des Aristoteles aus der Tradition der arabischen Philosophie im 12. Jahrhundert und verfolgt seine Entwicklung zwischen averroistischem Szientismus im 13. und christlich-scholastischem Voluntarismus und Nominalismus im 14. Jahrhundert, dessen ungelöste Probleme den Neuansatz der Philosophie in der Renaissance provozieren.

Deren Hauptströmungen - der Humanismus, der Neuplatonismus und der sich neu formierende Aristotelismus - sollen anschließend in ihrer historischen Gestalt und ihrem philosophischen Profil charakterisiert und in ihren zentralen Fragestellungen und ihren wichtigsten Lösungsvorschlägen auf dem Weg in die Neuzeit dargestellt werden.

Voraussetzungen für Scheinerwerb:

Klausur

Literatur:

Literaturempfehlungen und Textbeispiele werden zu Beginn und im Verlauf der Vorlesung zugänglich gemacht.

Bemerkungen:

Wahlpflichtveranstaltung 2. Semester

Als begleitende Proseminare sind geeignet die Proseminare von Frau Dr. Ebbersmeyer und Herrn Dr. Kuhn .


Renaissance Scholasticism and its Critics: 1550 - 1650


Allgemeines


Veranstaltungsart: Spezialvorlesung (2stündig, GkTPh (Renaissance))
Dozent: Prof. Dr. Dennis Des Chene
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31/IV, Raum 406 (Raum geändert!) / Donnerstags, 15-17h / ab: 18. Mai 2000

Beschreibung:

The years from 1550 to 1650 saw both a flourishing of Aristotelianism and an increasing dissatisfaction with it that culminated in the "new science" of Galileo, Bacon, Gassendi, Descartes, and others. This course will examine Aristotelian natural philosophy, especially the renovated philosophy of the Jesuit schools, including Francisco Suárez. It will then study some of the leading critics of the Schools. The aim is to arrive at a nuanced understanding of the "scientific revolution" in the context of both the natural philosophy and the theology of the period. Among the issues will be the nature of body, teleology, natural law, and theories of perception.

Literatur:

Sample texts:

Bemerkungen:

Vorlesung findet voraussichtlich in englischer Sprache statt.


"Viel Lärm um nichts?" (Grant)


Allgemeines


Veranstaltungsart: Proseminar (2stündig, GkTPh (Spätmittelalter & Renaissance))
Dozent: Dr. Sabrina Ebbersmeyer
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31/IV, Bibliothek / Dienstags, 10-12h / ab: 2. Mai 2000

Beschreibung:

Nach Aristoteles erfordert die physica (die Erforschung der Natur) zunächst die Behandlung der Bewegung. Doch diese kann sinnvoll nur mit Berücksichtigung des Raumes, der Zeit, des Unendlichen und des Vakuums untersucht werden. Gerade die Ablehnung des Vakuums durch Aristoteles hat Anlass zu viel Lärm und heftigen Diskussionen gegeben, denn mit dem Beweis der Existenz bzw. Nichtexistenz des Vakuums stand zugleich die gesamte Beschaffenheit der Natur und des Kosmos auf dem Spiel.

An der Diskussion über das Vakuum lässt sich exemplarisch die geistesgeschichtliche Entwicklung der Naturauffassung vom Spätmittelalter bis zur Entstehung der modernen Naturwissenschaften ablesen. In dem Seminar werden wir zehn aufgewählte Texte dieser Entwicklung (von Averroes bis Descartes) lesen und analysieren mit dem Ziel, die philosophischen Voraussetzungen, die hinter dem Krach um das Vakuum standen, zu bestimmen.

Literatur:

E. Grant Much Ado about Nothing. Theories of Space and Vacuum from the Middle Ages to the Scientific Revolution, Cambridge 1981.


Neue Wissenschaften und alte Bücher: Alternativen der Renaissance zu Ziel, Form, Inhalt von Wissenschaft und gelehrtem Unterricht


Allgemeines


Veranstaltungsart: Proseminar (2stündig, GkTPh (Renaissance), NPh)
Dozent: Dr. Heinrich C. Kuhn
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31/IV, Bibliothek / Mittwochs, 17-19 / ab: 3. Mai 2000

Beschreibung:

Wie lässt sich durch Rückgang auf Altes etwas Neues entwicklen? In der Renaissance nahmen zahlreiche Wissenschaften den Ausgang zu moderner Form. Zugleich ist diese Epoche benannt als Wiederbelebung des Altertums und gekennzeichnet durch verstärkten Rückgang auf antike Quellen. Das Seminar untersucht anhand exemplarischer Texte die Dialektik zwischen Textgelehrsamkeit und neuer Behandlung der Gegenstände der Wissenschaften in dieser Zeit. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Entwicklung von und dem Umgang mit neuen Sichtweisen von Naturdingen. Dabei wird sich vermutlich zeigen, dass Neue Rückgriffsweisen auf Alte Texte und Veränderung des Kanons Alter Texte es sind, die Neue Wissenschaft von der Natur ermöglichen.
Studiert werden sollen u.a. Texte von Niphus, Melanchthon, Zabarella, Cremonini, Bacon.

Teilnahmevoraussetzungen:

Bereitschaft zu regelmäßiger aktiver Teilnahme an den Diskussionen und Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferats.

Voraussetzungen für Scheinerwerb:

Proseminararbeit und/oder Übernahme eines Hauptreferats; regelmäßige aktive Teilnahme.

Literatur:

Die behandelten Texte werden in Deutscher oder Englischer Übersetzung zur Verfügugng gestellt.
Zur Einführung, und für eine von der obigen Vermutung der Bedeutung Alter Texte für Neue Wissenschaft von der Natur abweichende Sichtweise siehe: Anthony Grafton: The new science and the traditions of humanism, in: Kraye, Jill (ed.): The Cambridge companion to renaissance humanism, Cambridge 1997, pp. 203-223.

Bemerkungen:

Die Veranstaltung ist geeignet als Begleitseminar zur Wahlpflichtvorlesung "Geschichte und klassische Texte der Philosophie des späten Mittelalters und der Renaissance" gemäß der überarbeiteten Studienordnung für den Magisterstudiengang Philosophie.


Politische Theorie des Aristoteles


Allgemeines


Veranstaltungsart: Proseminar (2stündig, P, GkTPh)
Dozent: Dr. Helmut Viechtbauer
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31/IV, Bibliothek / Montags, 18-20h / ab: 8. Mai 2000

Beschreibung:

Seminargegenstand ist die POLITIK des Aristoteles, ein Grundtext der europäischen politi-schen Philosophie wie auch der "politischen Wissenschaft" in engerem Sinne, als deren eigentlicher Vater und Begründer Aristoteles gilt. Im Sinne der programmatischen Ausdifferenzierung weitgehend eigenständiger Disziplinen (Pragmatientrennung) geht es in diesem Werk um die Erarbeitung und Analyse der spezifisch politischen Sachthemen und - kategorien: die unterschiedlichen Formen, Institutionen, Normen und Gesetze einer praktisch zu gestaltenden politischen Gemeinschaft (politike koinonia); die Legitimation einer allgemeinen , d.h. gesetzmäßigen Herrschaftsgewalt in Abgrenzung von unbeschränktem naturwüchsigen Zwang; die Bestimmung des Status der Bürger als Freien und Gleichen und in dieser Qualität alleiniger Teilhaber der politischen Gemeinschaft.

Ein Ausblick auf die frühneuzeitliche und neuzeitliche Sicht des Politischen soll gegen Ende des Seminars die traditionsstiftende Leistung des aristotelischen Entwurfs für das abendländische politische Denken aber auch dessen historische Beschränkungen gerade in den Fragen des Legitimationsgrundes staatlicher Gewalt und des Bürgerstatus nocheinmal zur Diskussion stellen.

Voraussetzungen für Scheinerwerb:

Die Scheinvergabe erfolgt aufgrund eines mündlichen Referates oder einer schriftlichen Arbeit.

Literatur:


Nature, Bodies and Laws in Early Modern Natural Philosophy


Allgemeines


Veranstaltungsart: Hauptseminar (2stündig, NPh, GkTPh (Renaissance))
Dozent: Prof. Dr. Dennis Des Chene
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31/IV, Bibliothek / Dienstags, 15-17h / ab: 16. Mai 2000

Beschreibung:

Concepts of nature and art underwent decisive changes in the early modern period. Among those changes were the emergence of the notion of "laws of nature", and the obsolescence of Scholastic substantial forms, active powers, and qualities in favor of a mechanistic physics. This seminar will examine some key moments in the transformation of natural philosophy. After an introduction to Aristotelian physics, the seminar will study selected works of Galileo, Descartes, Hobbes, and Boyle, along with secondary works on these and other figures of the period. Of particular interest will be the fate of natural ends, revisions in the concept of substance, and the role of laws in explanations in natural philosophy.

Literatur:

Sample texts:

Bemerkungen:

Veranstaltung findet voraussichtlich in englischer Sprache statt.


Modelle humanistischer Moralbegründung im Ausgang des Mittelalters


Allgemeines


Veranstaltungsart: Hauptseminar (3stündig, GkTPh (Spätmittelalter & Renaissance), Eth)
Dozent: Prof. Dr. Eckhard Keßler
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31/IV, Bibliothek / Donnerstags 18-20:30h / ab: 4. Mai 2000

Beschreibung:

Als Ergebnis der spätscholastischen Philosophie hat die Renaissance den Voluntarismus des Scotus und, in seiner Konsequenz, den Nominalismus Ockhams geerbt, welche die Grundlagen der traditionellen theoretischen wie der traditionellen praktischen Philosophie in Frage stellen und einen Neuansatz in der Philosophie fordern.

Getragen von den unmittelbaren Bedürfnissen der neuen bürgerlichen Laienkultur versucht die Renaissance im Italien des 14. und 15. Jahrhunderts zunächst unter Führung der sog. Humanisten eine Antwort im Bereich der praktischen Philosophie zu geben. Unter Verzicht auf eine nicht mehr mögliche transzendente, theologische oder metaphysische Letztbegründung, versucht sie neue Modelle moralischer Handlungsorientierung zu propagieren, die gleichermaßen dem Glück und der irdischen Wohlfahrt des Einzelnen wie der Allgemeinheit dienen sollen. Dabei werden zum ersten Mal in der Geschichte der Philosophie Strategien und Modelle einer immanent-pragmatischen Normenbegründung entwickelt.

Im Seminar, das als Forschungsseminar konzipiert ist und in den kommenden Semestern fortgesetzt werden wird, sollen einige solcher Modelle in ihrer Argumentations- und Begründungsstruktur untersucht und auf ihre Leistungsfähigkeit hin untersucht werden.

Literatur:

Literatur zur einführenden Orientierung:


Denken, Sprechen, Lesen. Zum Verhältnis von universaler Logik und universaler Hermeneutik in Renaissance und früher Neuzeit


Allgemeines


Veranstaltungsart: Hauptseminar (2stündig, GkTPh (Spätmittelalter & Renaissance), E, L, S)
Dozent: Prof. Dr. Eckhard Keßler
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31/IV, Bibliothek / Donnerstags 10-12 / ab: 4. Mai 2000

Beschreibung:

In der Tradition des aristotelischen Organon wird - von Averroes im 12. bis zu Zabarella im 16. Jahrhundert zwischen einer universalen Logik, die von der Kategorienschrift über die Lehre vom Satz bis zu den ersten Analytiken reicht, und den partikularen Logiken, die den einzelnen Disziplinen und sprachlichen Äußerungsarten (Wissenschaft, Rede, Poesie) angehören und deren Verständnis lehren, unterschieden.

In der Geschichte der seit dem 17. Jahrhundert entwickelten Hermeneutik wird neuerdings jenseits der vor allem erforschten theologisch-philologischen und juristischen Hermeneutiken eine universale Hermeneutik sichtbar, die als allgemeine Lehre des Textverständnisses dient.

Trotz der frappierenden Parallelität von vorneuzeitlicher Logik und frühneuzeitlicher Hermeneutik in Struktur und Leistungsanspruch und der Tatsache, daß Zabarella in besonderer Weise im protestantischen Deutschland rezipiert worden ist, das auch der Nährboden für die Ausbildung der Hermeneutik war, ist eine Verbindung zwischen beiden Traditionen bisher noch nicht in den Blick genommen worden. Im Seminar soll ein erster Versuch - zunächst vor allem durch vergleichende Analyse einschlägiger Texte - gemacht werden, zu klären, ob die Hermeneutik ihre Wurzeln in der Tat in der Logik hat und folglich die sich als Gegensatz verstehenden analytischen und hermeneutischen Ansätze in der Philosophie einen gemeinsamen Ursprung haben.

Literatur:

Literatur zur Einführung in die Problematik:


Renaissance-Philosophisches Kolloquium für Magistranden und Doktoranden


Allgemeines


Veranstaltungsart: Magistranden- und Doktoranden-Seminar (2stündig, GkTPh (Spätmittelalter & Renaissance))
Dozent: Prof. Dr. Eckhard Keßler
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31/IV, Bibliothek / Nach Vereinbarung, 14tägig / ab: Dienstag, 9. Mai 2000, 17-19h

Beschreibung:

Das Kolloquium soll allen im Kontext der Renaissance-Philosophie im weitesten Sinne Forschenden Gelegenheit geben, ihre Projekte und Arbeiten vor einer interessierten und sachkundigen Zuhörerschaft vorzustellen und zu diskutieren und neue Möglichkeiten der Kooperation eröffnen.

Bemerkungen:

Interessenten werden gebeten, sich bis zum 8. Mai im Sekretariat persönlich, schriftlich oder telephonisch - Tel. 2180-2266 - anzumelden.


Übung zur Anwendung informationswisssenschaftlicher Methoden, insbesondere auf die Geistesgeschichte der Renaissance


Allgemeines


Veranstaltungsart: Übung (9stündig)
Dozent: Dr. Heinrich C. Kuhn
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31/IV, Bibliothek / Donnerstags 13-18h, Feitags 9-12h / ab: 4. Mai 2000

Beschreibung:

Die Veranstaltung findet teils durch Dozentenvortrag mit Diskussion, teils als Colloquium, teils als gemeinsame Bearbeitung von Projekten statt. Inhalte der Veranstaltung sollen sein:

Das relative Gewicht dieser Inhalte ist abhängig von den Interessen der Teilnehmenden.

Teilnahmevoraussetzungen:

Teilnehmende sollten mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

Voraussetzungen für Scheinerwerb:

Eine (auf Wunsch auch benotete) Bescheinigung über die Teilnahme an der Übung kann erteilt werden.

Literatur:

Aufgrund der großen Flexibilität des Kurses scheint eine Angabe von Literatur zum derzeitigen Zeitpunkt wenig sinnvoll. Verweise auf einschlägige Literatur und einschlägige Internet-Resourcen werden im Fortgang der Übung gegeben.

Bemerkungen:

Derzeit ist noch nicht absehbar, ob und wenn ja wann eine derartige Veranstaltung ein weiteres Mal angeboten werden wird. Bei Interesse sollten Sie sich daher für diese Veranstaltung anmelden.

Aufgrund der intensiven Nutzung unserer EDV-Infrastruktur durch diese Veranstalung und aufgrund der hohen Betreuungsintensität ist die Zahl der Personen die teilnehmen können leider sehr beschränkt. Bitte melden Sie Ihr Interesse baldmöglichst (unter Angabe der von Ihnen erfüllten Teilnahmevoraussetzungen und Ihrer Interessenschwerpunkte) formlos per Post, Hauspost (Hauspostfach 44, Kuhn) Zettel in mein Postfach in unserem Sekretariat, Fax oder eMail (ua212ac@mail.lrz-muenchen.de).

Voraussichtlicher Anmeldeschluss ist der 15. April 2000. Da bereits Anmeldungen vorliegen sollten Sie sich u.U. beeilen ... .






Verantwortlich: Dr. Heinrich C. Kuhn (ua212ac@mail.lrz-muenchen.de)
Dokument erstellt: 1999-10-18
Dokument geändert:2000-05-26