Vivat GGREN!

Seminar für Geistesgeschichte und Philosophie der Renaissance:

Lehrveranstaltungen Winter-Semester 2006/2007


Informationen zu:

  1. Spezial-Vorlesung:
  2. Proseminaren:
  3. Hauptseminaren:
  4. Haupt-/Oberseminar:
  5. Projektseminar/Übung:


Die bewegte Geschichte der philosophischen Übersetzungen zwischen Spätantike und Früher Neuzeit

Allgemeines

Veranstaltungsart: Spezialvorlesung (2stündig, GkTPh(Renaissance))
Dozent: Prof. Dr. Thomas Ricklin
Ort / Zeit / Anfang: voraussichtlich Hauptgebäude, M 109 / Mo 12 - 14 / ab: 16. Oktober 2006

Beschreibung:

Das Feld der Philosophie konstituiert sich ganz wesentlich als Traditionsbezug. Seit der Spätantike bilden Übersetzungen aus dem Griechischen und später dann auch aus dem Arabischen das primäre Medium der philosophischen Traditionsstiftung der lateinischen Welt. So selbstverständlich sich die aus den Übersetzungen erwachsene philosophische Tradition im Nachhinein ausnimmt, so prekär ist sie, im Moment ihrer Entstehung. Wie kommt es, dass seit Calcidius, der im 5. Jahrhundert den Platonischen Timaeus übersetzt, immer wieder einzelne Gelehrte darauf aufmerksam werden, dass eine Kultur über philosophische Texte verfügt, auf die eine andere Kultur noch keinen Zugriff hat? Woher nehmen diese Übersetzer von Johannes Scotus Eriugena, Constantinus Africanus und Gerhard von Cremona bis Boccaccio, Leonardo Bruni und Ficino die Gewissheit, dass es einen philosophischen Gewinn darstellt, das, was noch nicht da ist, zugänglich zu machen? Und wie reagiert die etablierte lateinische Philosophie je auf die intellektuellen Zumutungen, die die Übersetzungen ohne Zweifel auch darstellen? Kurzum, welche Abenteuer, Zufälle, Missgeschicke und Hoffnungen verbergen sich in der philosophischen Tradition des lateinischen Europas?


Kosmologische Vorstellungen in der Renaissance

Allgemeines

Veranstaltungsart: Proseminar (1stündig, NPh,, GkTPh(Renaissance))
Dozent: Dr. Friederike Boockmann
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 8 EG / Di 9 - 10 / ab: 17. Oktober 2006

Beschreibung:

Im 16. Jahrhundert erkannte Copernicus (1473-1543), wieviel einfacher die Planetenbewegungen mit Hilfes des heliozentrischen Weltbildes gegenüber dem ptolemäischen geozentrischen Weltbild beschrieben werden können. Hierin bestärkte ihn die Lektüre antiker Naturphilosophen, die u.a. auf das heliozentrische System des Aristarch von Samos hinwiesen. Seine Idee von der Drehung der Erde um die eigene Achse sowie die Bewegung der Erde und der Planeten um die Sonne, zunächst im "Commentariolus" (1512) und dann in "De revolutionibus orbium coelstium" (1543) dargestellt, waren allerdings theoretischer Natur und ließen genauere Vorausberechnungen der Planetenbewegungen nicht zu. Dies gelang erst Johannes Kepler (1571-1630), nachdem er seine drei nach ihm benannten "Keplerschen Gesetze" (in "Astronomia Nova" von 1609 und in "Harmonice Mundi" von 1619) gefunden hatte.

Um den dramatischen Schritt vom geozentischen Weltbild zum heliozentrischen nachvollziehen zu können, sollen im Seminar zunächst ausgewählte antike und mittelalterliche Texte (in deutscher Sprache) herangezogen werden. Danach stehen die Schriften von Copernicus und Kepler im Vordergrund. Auch andere Kosmosvorstellungen der Renaissance werden Thema sein: u.a das System von Tycho Brahe (1546-1601), um das es heftige Kontroversen gab.


Die Revolution des Weltbildes während der Renaissance und ihre philosophischen Folgen (Copernicus, Brahe, Kepler, Galilei, Descartes)

Allgemeines

Veranstaltungsart: Proseminar (2stündig, NPh, E, M/O, GkTPh(Renaissance))
Dozent: Dr. Daniel A. Di Liscia
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 208 / Mi 9 - 11 / ab: 18. Oktober 2006

Beschreibung:

Jeder Philosophiestudent hat schon etwas von der Revolution des Weltbildes während der Renaissance gehört und sicherlich auch darüber, wie wichtig sie war. Warum das eigentlich so ist, was für Probleme damit verbunden sind, worin diese angenommene Wichtigkeit besteht und wie jene Revolution stattfand, ist etwas, das sich nicht von allein ergibt: Bücher müssen studiert werden.

Dieses Seminar will sich zur Aufgabe machen, eine Auswahl dieser Texte zu lesen, um die Hauptmomente in der Entstehung des neuen Weltbildes sowohl begrifflich als auch in ihrer historischen Entwicklung einführend zu thematisieren. Da es sich z. T. um astronomische und kosmologische Texte handelt, müssen die dazu gehörigen technischen Fragen berücksichtigt werden. Jedoch wird die Betonung auf die philosophischen Probleme fallen: die Vorbereitung und die Bedingungen für die neue Metaphysik und die durch das neue Weltbild herbeigeführte epistemologische Diskussion sollen durch die Lektüre sowohl der Werke von Nicolaus Copernicus, Tycho Brahe, Johannes Kepler, Galileo Galilei und René Decartes als auch von geeigneter Sekundärliteratur besondere Beachtung finden.

Voraussetzungen für Scheinerwerb:

Voraussetzung für den Erwerb eines Scheines ist eine aktive Teilnahme, die Vorbereitung eines Referates und eine kurze Hausarbeit.

Literatur:

Weitere Literaturhinweise werden in der ersten Seminarsitzung bekannt gegeben.

Bemerkungen:

Lateinkenntnisse sind sehr willkommen aber nicht erforderlich.


Den Anderen mehr als sich selbst lieben? Eigennutz und Liebe von Platon bis Fénelon

Allgemeines

Veranstaltungsart: Proseminar (2stündig, GkTPh(Renaissance))
Dozent: Dr. Sabrina Ebbersmeyer gemeinsam mit Prof. Dr. Denis Thouard (Lille)
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 8 EG / Mo 10 - 12 / ab: 16. Oktober 2006

Beschreibung:

Ut quisquam plus alterum diligat quam se – die von Cicero entworfene Quaestio (Tusculanae Disputationes III, 72) wird während des Mittelalters immer wieder aufs Neue aufgegriffen und diskutiert. In der Renaissance wird sie zu einer Kritik an der modernen Zweckrationalität, von Boccaccio zu Fénelon. In der Moral, aber auch in Religion und Mystik, sowie in der entstehenden Ästhetik behauptet sich eine alternative Gestalt der modernen Rationalität, die auf dem Vorrang des Selbstinteresses, Amour-propre und der Selbsterhaltung basiert.

Die Frage nach der Möglichkeit einer interessenlosen Liebe bedingt die verschiedenen Auffassungen der Sittenlehre, indem sie die Grenzen zwischen mir und dem Anderen zeichnet. Ob man bereit ist, sich für den Anderen preiszugeben, oder ob man es als widersprüchlich ablehnt, immer wird dabei eine bestimmte Moral entwickelt, die auf einer bestimmten Konzeption der Subjektivität gründet.

Anhand ausgewählter Quellentexte von Platon bis Fénelon, die wir im Seminar gemeinsam analysieren, wollen wir verschiedene Antworten auf die Frage nach der Möglichkeit einer interessenlosen Liebe und dem Zusammenhang von Subjektivität und Liebe untersuchen und diskutieren.

Achtung: Zu diesem Seminar gibt es nun auch ein Dokument mit Informationen zum Seminarablauf und zur Literatur.

Teilnahmevoraussetzungen:

Bereitschaft zur regelmäßigen, aktiven Teilnahme und zur Übernahme eines Kurzreferats.

Voraussetzungen für Scheinerwerb:

Regelmäßige aktive Teilnahme, Referat und Hausarbeit.

Literatur:

Die genaue Auswahl der Quellentexte sowie weiterführende Literatur werden am Beginn des Semesters bekannt gegeben.


Politische Aktualität und Aktualisierung des Alten: Platon, Aristoteles, Ficino und Montecatini zu Besten Gemeinwesen

Allgemeines

Veranstaltungsart: Proseminar (3stündig, P, GkTPh(Antike, Renaissance))
Dozent: Dr. Heinrich C. Kuhn
Ort / Zeit / Anfang: Achtung: ab 31. Oktober findet das Seminar in Ludwigstr. 31, Raum 107 statt! (Nicht mehr wie bisher in Ludwigstr. 31, 8 EG) / Dienstags, 10h sine tempore - 12h cum tempore / ab: 17. Oktober .2006

Beschreibung:

Platon und Aristoteles waren und sind unbestritten die antiken Klassiker politischer Philosophie, nicht zuletzt was ihre Aussagen zu "besten Gemeinwesen" angeht. Ihre Texte gehören längst vergangenen Zeiten an. Und doch sind diese Texte evidentermaßen lebendig. Man hat sie wiederbelebt und lebendig gehalten als Texte von zeitgenössischer Bedeutung. Dieses Seminar soll exemplarisch untersuchen wie und warum das geschehen ist, auf Grundlage der Kenntnis der antiken Texte und anhand der Untersuchung von exemplarischen Kommentaren aus der exemplarischen Zeit der Wiederbelebung antiker Texte: der Renaissance.

Das Seminar ist zum einen Platons Politeia und Aristoteles' Büchern über Politik gewidmet, zum anderen dem Politeia-Kommentar des Marsilio Ficino (1433-1499, derjenige der mit seinen Übersetzungen, Kommentaren und sonstigen Werken Platon einen großen neuen Platz gegeben hat) und den Kommentaren des Antonio Montecatini (1537-1599, vermutlich der einzige Autor der Renaissance der sowohl politische Werke Platons wie Aristoteles' kommentiert hat, Universitätsphilosoph und zugleich aktiv politisch als Minister tätig und dabei politische Philosophie als Mittel der Politik einsetzend, und nebenbei nicht unprominent in Goethes Torquato Tasso).

Teilnahmevoraussetzungen:

Bereitschaft zu regelmäßiger aktiver Teilnahme an den Diskussionen und Bereitschaft zur Übernahme eines Referats.

Lateinkenntnisse sind erwünscht, doch nicht erforderlich: Zwar sind die Kommentare Ficinos und Montecatinis nicht in Volkssprachen übersetzt, doch können sie, falls erforderlich, auch durch den Dozenten in Berichten und Teilübersetzungen ins Deutsche in das Seminar eingebracht werden.

Voraussetzungen für Scheinerwerb:

Proseminararbeit und/oder Übernahme eines Hauptreferats; regelmäßige aktive Teilnahme.

Literatur:

Die Texte von Ficino und Montecatini werden in Kopie zur Verfügung gestellt.

Bemerkungen:

Nota bene: Es kann sein, dass es kurzfristig zu einer Raumänderung kommt (falls ja: am wahrscheinlichsten nach Ludwigstr. 31, Raum 107 oder 111: bitte beachten Sie ggf. die Aushänge im Glaskasten zwischen den Rämen 106 und 107 in Ludwigstr. 31, oder rufen Sie http://www.phil-hum-ren.uni-muenchen.de/LV/LV2006w.htm#LV196 erneut auf um aktuelle Informationen zu erhalten.


Von der "Kunstfertigkeit" (ars) als Gottesdienst über den "poeta theologus" zur Malerei als "Wissenschaft" (scientia

Allgemeines

Veranstaltungsart: Proseminar (2stündig, Ae, GkTPh(Mittelalter, Renaissance))
Dozent: Dr. Gabriele Sprigath
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 8 EG / Mo 16 - 18 / ab: 23. Oktober 2006

Beschreibung:

Wir fragen nach dem Werk-Begriff (opus) und den Auffassungen vom Bild zwischen 1100 und 1450 im Zusammenhang der theologischen, philosophischen und übergreifenden historischen Zusammenhänge.

Wir lesen:

  • Theophilus Presbyter: De diversis artibus ( ca. 1107-1120) (lateinisch-deutsch)
  • Hugo von St. Victor: Didascalicon (ca. 1140) (lateinisch-deutsch)
  • Boccaccio: De genealogia deorum [Kapitel über die Dichtung] (1349-1367) (lateinisch-deutsch)
  • Cennino Cennini: Il Libro dell’Arte (um 1400) (italienisch-deutsch)
  • Leone Battista Alberti: Della pittura/De pictura (1435) (lateinisch/italienisch-deutsch).
  • Wir vergleichen die Ergebnisse unserer Lektüre mit der Rezeption und Deutung dieser Schriften in der Kunstgeschichtsschreibung, insbesondere in den Publikationen von Hans Belting.

    Teilnahmevoraussetzungen:

    Regelmäßige Anwesenheit, vorbereitende Textlektüre und Beteiligung an der Diskussion.

    Voraussetzungen für Scheinerwerb:

    zusätzlich mündliches Referat und schriftliche Seminararbeit.


    Dante Alighieri, "der geringste unter den wahrhaft Philosophierenden"

    Allgemeines

    Veranstaltungsart: Hauptseminar (2stündig, PhG, GkTPh(Mittelalter/Renaissance))
    Dozent: Prof. Dr. Thomas Ricklin
    Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 208 / Di 10 - 12 / ab: 17. Oktober 2006

    Beschreibung:

    Als "inter vere phylosophantes minimus" hat sich Dante einmal selbst bezeichnet. Aber er hat auch festgestellt, dass der "allgemeine Frieden unter allen Dingen, die auf unsere Glückseligkeit hingeordnet sind, das Beste ist", weil nur dieser allgemeine Frieden die Menschheit in die Lage versetzt, "das ganze Vermögen des möglichen Intellekts ständig zu verwirklichen" und so entsprechend ihrer letzten und erhabendsten philosophischen Bestimmung zu leben. Die vielfältigen Versuche des Kleinsten der Philosophen unter den alles andere als friedlichen Bedingungen seines bewegten Lebens etwas zur Realisierung der intellektuellen Möglichkeiten des Menschen beizutragen, stehen im Zentrum dieses Seminars. Ausgewählte Kapitel aus der Vita nuova, De vulgari eloquentia, dem Convivio und der Monarchia werden zusammen mit den entsprechenden Passagen der Commedia darauf hin zu befragen sein, woher dieser Einzelgänger die Kraft zu seiner Innovation genommen, was er damit für sich selbst geklärt und den Nachgeborenen möglich gemacht hat.


    Die sprechenden Wände von Santa Maria Novella: Ihre Gestalter, Ideengeber, Betrachter und Deuter

    Allgemeines

    Veranstaltungsart: Hauptseminar (3stündig, PhG, Ae, GkTPh (MA, R))
    Dozent: Prof. Dr. Thomas Ricklin
    Ort / Zeit / Anfang: Georgenstr. 11, Raum 1.06 / Mi 16 - 19 / ab: 18. Oktober 2006

    Beschreibung:

    Das Kloster Santa Maria Novella ist eines der bedeutendsten Gesamtkunstwerke von Florenz. Giotto, Daddi, Andrea Bonajuti, Masaccio, Paolo Uccello und Ghirlandaio haben an den Wänden von SMN Schlüsselwerke der Florentiner Kunstgeschichte geschaffen. Aber Santa Maria Novella beheimatet auch das studium der Dominikaner, an dem Dante Alighieri studiert und Remigio dei Girolami gelehrt hat. SMN ist die Kirche, wo Giordano da Pisa, wie viele andere auch, gepredigt hat und der Konvent, in dem Accursio Bonfantini Dante kommentiert und Domenico da Corella gedichtet hat. In SMN hat Papst Martin V. 1419 für 6 Monate Hof gehalten. Papst Eugen IV hat nach seiner Flucht aus Rom von 1434-36 hier die Kurie installiert und von 1439-43 war der Konvent der Ort des ökumenischen Konzils von Ferrara / Florenz, an dem nebst einer gut 700-köpfigen griechischen Delegation auch so illustre Persönlichkeiten wie Bessarion und der junge Leon Battista Alberti teilgenommen haben. Um 1458 ist dann mit dem Bau der Kirchenfassade nach Plänen des Architektur- und Kunsttheoretikers Alberti begonnen worden. Sein vielleicht berühmtester Nachfolger Giorgio Vasari schließlich hat in seinen Vite viele kunsthistorische Werke von SMN beschrieben und gedeutet. Wenn wir uns heute als Kulturhistorikerinnen und Kulturhistoriker dem Phänomen SMN zuwenden, sind wir mit hervorragenden Werken der bildenden Künste konfrontiert. Zugleich steht uns aber auch eine ganze Reihe von Texten zu Verfügung, die in SMN entstanden sind oder auf seine Bewohner und Gestalter eingewirkt haben. Diese beiden selten gemeinsam wahrgenommenen Ensembles von Dokumenten zueinander in Beziehung zu setzen, ist das Ziel unseres interdisziplinären Seminars.

    Im Rahmen des Seminars findet (voraussichtlich im Februar) eine Exkursion nach Florenz statt. Details folgen.

    Teilnahmevoraussetzungen:

    Bereitschaft, sich auf Bilder und in nicht minderem Maße auf lateinische und italienische Texte einzulassen.

    Bemerkungen:

    zusammen mit Frau Dr. Gabriele Wimböck (Kunstgeschichte)

    Achtung: zu dieser Veranstaltung findet am 27. Juli 2006 um 16 Uhr im Ersten Stock des Gebäudes Georgenstraße 11 eine Vorbesprechung statt! Bitte besuchen Sie bei Interesse an diesem Seminar diese Vorbesprechung oder schicken Sie (falls Sie an der Vorbesprechung aus dringenden Gründen nicht teilnehmen können oder nicht haben teilnehmen können) eine eMail an Dr. Wimböck und/oder Prof. Dr. Ricklin.


    Jacob Burckhardts "Kultur der Renaissance in Italien"

    Allgemeines

    Veranstaltungsart: Haupt-/Oberseminar (2stündig, PhG)
    Dozent: Prof. Dr. Thomas Ricklin
    Ort / Zeit / Anfang: Ab 24. Oktober in Ludwigstraße 31, Raum 111! (Nicht mehr in Hauptgebäude, Raum A022!). / Di 16 - 18 / ab: 17. Oktober 2006

    Beschreibung:

    Glaubt man der Präsentation des Reclam-Verlags, ist Burckhardts Werk Die Kultur der Renaissance „längst zum geistigen Allgemeinbesitz geworden“. Ob dem so ist und gegebenenfalls, warum dem so ist, soll im Rahmen der gemeinsamen Lektüre, Analyse und Diskussion von Burckhardts Klassiker geklärt werden, wie auch die nicht minder virulente Frage, inwiefern Burckhardts Deutung der Renaissance für die heutige Forschung noch von Belang ist.


    Ich oder Gehirn. Physiologische Seelenlehren in der Frühen Neuzeit

    Allgemeines

    Veranstaltungsart: Hauptseminar (Blockveranstaltung!) (2stündig, GkTPh(Renaissance))
    Dozent: PD Dr. phil. habil. Michaela Boenke
    Ort / Zeit / Anfang: Hauptgebäude, Raum E 206 / Vorbesprechung: 16. Dezember 2006 , 11-13h; Seminar: 13. bis 16. Februar 2007, jeweils 10-18h / ab: 13. Februar 2007 (Vorbesprechung 16. Dezember 2006 (s.u.!)

    Beschreibung:

    Bedeutende Naturphilosophen der Frühen Neuzeit (Fracastoro, Telesio, Campanella u.a.) haben im 16. und frühen 17. Jh. physiologische Ansätze zur Erklärung psychologischer Prozesse entwickelt. Gehirn und Nervensystem sind in diesen Theorien Subjekt des Erkennens wie des Handelns. Der Mensch erscheint determiniert durch Prozesse, die sich im Gehirn und Nervensystem vollziehen. Im Seminar werden einige Stadien in der Entwicklung physiologischer Seelenlehren in der Frühen Neuzeit vorgestellt, mit Schwerpunkt auf der Erkenntnis- und Affektentheorie. In Descartes Gegenwart waren diese physiologischen Erklärungen die avanciertesten Theorien. Werden seine Schriften zur Physiologie und Psychologie vor diesem Hintergrund gelesen, so erscheint sein dualistischer "Neuanfang" in einem völlig neuen Licht.

    Die Texte werden großenteils in deutscher Übersetzung zur Verfügung gestellt. Referate können in den Weihnachtsferien verfaßt werden. Studenten, die früher mit Vorbereitungen anfangen wollen, können sich mit mir per Email in Verbindung setzen. (m.boenke@lrz.uni-muenchen.de)

    Bemerkungen:

    Nota valde bene: Vorbesprechung und Referatvergabe: Samstag, 16.12.2006, 11h, Hauptgebäude, Raum E 206


    Brücken: Zwischen Philosophie(historie) und Nicht-Philosophie(historie)

    Allgemeines

    Veranstaltungsart: Projektseminar/Übung (8stündig, E, NPh, GkTPh(Renaissance))
    Dozent: Dr. Heinrich C. Kuhn
    Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 111 1.OG / Do 14 - 17, Fr 10 - 13 / ab: 19. Oktober 2006

    Beschreibung:

    Philosophie (und auch Philosophiehistorie) existieren nicht unverbunden zu Aktivitäten die nicht (oder zumindest nicht primär) Philosophie (oder Philosophiehistorie) sind. Doch zwischen beiden Seiten existieren Brücken, und es können weitere Brücken gebaut werden, mancherlei Brücken, erbaut auf mancherlei Arten.

    Solchen Brücken ist diese Veranstaltung gewidmet: Literarischen Texten mit philosophischem Inhalt und philosophischen Texten in literarischer Gestalt, Philosophen in Opern, philosophischen Texten von nicht-Philosophen und philosophischen Texten für nicht-Philosophen, Philosophen und Philosophien in Massenmedien, etc. etc. pp.: allerlei Weisen der Vermittlung zwischen dem was (zumindest scheinbar) Philosophie ist und dem was (zumindest scheinbar) nicht Philosophie ist. (Den Kompetenzen des Dozenten entsprechend wird es dabei - hinreichendes Interesse der Teilnehmenden vorausgesetzt - vermutlich zumindest einen Schwerpunkt in bzw. zu Texten, Praktiken und Phänomenen der Renaissance geben).

    Vorliegendes soll analysiert werden. Zudem aber soll Neues entwickelnd experimentiert werden (den Kompetenzen des Dozenten entsprechend vermutlich computergestützt).

    Dies ist eine Projektveranstaltung in der aus gemeinsamer Arbeit neue Kenntnisse (und neue Brücken) entstehen sollen. Sie wird sich gliedern in Sitzungen mit Präsenz aller Teilnehmer/innen: Sitzungen in denen Texte und Ergebnisse vorgestellt und gemeinsam diskutiert wird, und Übungen in denen einzelne Teilnehmer/innen oder Gruppen von Teilnehmer/innen zusammen mit dem Dozenten unterschiedliches erarbeiten und erstellen. Die Veranstaltung ist 8-stündig doch wird die Präsenzzeit der einzelnen Teilnehmer/innen vermutlich geringer sein. Die genaue Gestaltung ist ziemlich flexibel, Details für die Anfangsphase werden zu Beginn des Semesters festgelegt.

    Teilnahmevoraussetzungen:

    Bereitschaft zu aktiver Teilnahme.

    Voraussetzungen für Scheinerwerb:

    Referat plus erfolgreiche Projektarbeit.




    Verantwortlich: Dr. Heinrich C. Kuhn (hck@lrz.uni-muenchen.de)
    Dokument erstellt: 2006-03-30
    Dokument geändert: 2006-10-24