Vivat GGREN!

Seminar für Geistesgeschichte und Philosophie der Renaissance:

Lehrveranstaltungen Sommer-Semester 2007


Informationen zu:

  1. Vorlesungen:
  2. Proseminaren:
  3. Hauptseminaren:
  4. Kurs:


Geschichte der Philosophie II: Die Philosophie im Mittelalter und der Renaissance

Allgemeines

Veranstaltungsart: Überblicks-Vorlesung (2stündig, GkTPh(Mittelalter, Renaissance))
Dozent: Prof. Dr. Thomas Ricklin
Ort / Zeit / Anfang: Schellingstr. 3, E 01 / Mo 14-16 / ab: 16. April 2007

Beschreibung:

Die Einführungsvorlesung hat die europäische Philosophiegeschichte vom 13. bis zum 16. Jahrhundert zum Gegenstand. In diesen vier Jahrhunderten kommt es im Feld der Philosophie zu grundlegenden Reorganisationen und epochalen Brüchen: der arabische und griechische Aristoteles sickert in Europa ein und wird zum philosophus schlechthin geadelt; die Universität wird erfunden und die Scholastik der Sentenzen und Summen mit Hilfe Ciceros und Senecas verteufelt und im Geiste Lukians gründlich verlacht; Plato hält seinen triumphalen Einzug und lässt italienische Gelehrte von der Liebe schwärmen, während deutsche Handwerker die beweglichen Lettern erfinden, die die intellektuellen Produktionsbedingungen revolutionieren werden; angesichts der "Entdeckung" einer neuen Welt geraten Philosophen ins staatsutopische Träumen, während die Araber und die Juden sich endgültig aus Westeuropa vertrieben sehen; die römische Kirche, die sich im kulturellen Höhenflug der Renaissance sonnt, weiß nicht auf ihre Kritiker zu reagieren und sieht sich schließlich mit der Reformation konfrontiert und mit einem Kosmos, der statt geozentrisch um die Erde nun heliozentrisch um die Sonne kreist.

Nota bene: Zu dieser Vorlesung gibt es einen Schreibkurs, angeboten durch Prof. Dr. Thomas Ricklin und Manuela Kahle, M.A.: jeweils mittwochs, 11-13h, in Raum 111 des Gebäudes Ludwigstr. 31. Die Beleg-Nr. ist 10134. Weitere Informationen werden in der ersten Sitzung der Vorlesung gegeben werden.


Der topische Syllogismus im Humanismus

Allgemeines

Veranstaltungsart: Spezialvorlesung (2stündig, L, GkTPh(Renaissance))
Dozent: Prof. Dr. Fosca Mariani Zini
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 111 / 18.4.07 - 24.5.07, jeweils Mi 9-11 und Do 9-12 / ab: 18. April 2007

Beschreibung:

Laut der gängigen Geschichtsschreibung war die humanistische Argumentationstheorie - zuerst im Italien des Quattrocento, dann im Europa des XVI. Jahrhunderts- wesentlich rhetorisch. Sie habe nämlich die Ciceronische Lehre von den Loci in ihrem Zentrum gehabt, später die Quintilianische, nachdem Anfang des XV. Jh. die Institutiones Oratoriae wiederentdeckt wurden.

Andererseits haben Forscher wie Green-Pedersen (1984), dann neuerdings Ebbesen (1993), die die Entwickelung vom topischen, bzw. dialektischen Syllogismus im Mittelalter studiert haben, im Humanismus eher das Ende der dialektischen Lehre von den Loci situiert. Beide haben zwei Fakten betont : auf einer Seite waren die Topik-Kommentare im XV. Jh ohne irgendeine Originalität, sondern hingen meistens von den Überlegungen des XIII. Jh ab; auf der anderen Seite wurden in den neuen Wissenszentren (wie beispielsweise am Hof) die Loci als vorwiegend rhetorisch betrachtet, wie es bei L. Valla, G. Valla und R. Agricola offenkundig ist.

Ich möchte hingegen zeigen, daß die topische Argumentation im Humanismus eine wichtige Rolle gespielt hat. Die Erforschung des topischen Syllogismus vermag uns, aus den verworrenen Begriffen wie "Integration", "Beschränkung" oder "Verdauung" der Rhetorik in die Dialektik oder umgekehrt zu retten, und dabei näher die Besonderheiten jeweiliger Argumentationstheorie zu bestimmen. Das fehlt noch der Humanismusforschung, wo man meistens davon ausgeht, der Locus sei rhetorisch und ciceronianisch. Man übersieht dabei, dass die Humanisten (übrigens wie die mittelalterlichen Denker) sich an Cicero und Boethius als Dialektiklehrer bezogen.

Bevor ich mich den zentralen humanistischen Texten (besonders Georgius Trapezunzius, Georg Valla, Lorenzo Valla, Angelo Poliziano) widme, werde ich versuchen, die Grundzüge der altertümlichen und mittelalterlichen Geschichte des topischen Syllogismus zu rekonstruiren. Wir werden die deutschen oder die englischen Übersetzungen benutzen.

Literatur:

Literatur (provisorisch)

Bemerkungen:

Blockvorlesung: 18.4.07 - 24.5.07, jeweils Mi 9-11 und Do 9-12


Die Mathematisierung der Physik im aristotelischen Kontext: Zur Tradition der Calculatores im Spätmittelalter und in der Renaissance

Allgemeines

Veranstaltungsart: Proseminar (2stündig, M/O, NPh, GkTPh(Renaissance))
Dozent: Dr. Daniel Di Liscia
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, E 08 / Mittwochs 9 - 11 / ab: 18. April 2007

Beschreibung:

Nach einer weit verbreiteten Meinung beginnt unsere moderne mathematische Physik erst im 17. Jahrhundert mit dem Werk Galileis, Descartes' und Newtons (um nur hier die gewöhnlich für wichtiger gehaltenen Autoren zu erwähnen). Diese Meinung setzt voraus, daß die frühere Physik — kurz gesagt: die Naturphilosophie des Aristoteles — in ihrem inneren Kern nicht mathematisierbar ist. Für eine solche Ansicht wurden oft einige nicht zu unterschätzende Argumente herangezogen: (1) Aristoteles habe selbst keine mathematischen Werke geschrieben und scheint selbst wenig von der Mathematik als Werkzeug für eine geeignete Naturerkenntnis zu halten; (2) Aristoleles führt eine scharfe Trennung zwischen Mathematik und Physik durch; damit verhindert er eine Mathematisierung der Naturwissenschaft; (3) Die Thesen (1) und (2) seien als allgemeingültige Ansicht für das ganze Spätmittelalter und für die gesamte Naturphilosophie der Renaissance hindurch anzusehen, bis diese hindernde Einstellung zur Mathematik, welche insbesondere bei Averroes und den "Averroisten" festzustellen ist, erst von Galilei aus dem Weg geräumt worden sei.

Unser Seminar macht sich zur Aufgabe, diese Thesen zu diskutieren, und zwar auf einer historisch-faktischen und auf einer begrifflichen Ebene. Bezugnehmend auf die Hauptstellen im aristotelischen Corpus — insb. der Physik und des Traktates Über den Himmel — soll eine Reihe von Autoren des Spätmittelalters und der Renaissance berücksichtigt werden, die direkt oder indirekt zur Tradition der sogenannten Calculatores gehören: Thomas Bradwardine, William Heytesbury, Richard Swineshead (Oxford calculatores 14. Jhr.); Nicole Oresme (Paris, 14. Jhr.); Paulus Venetus (Padua, Anfang des 15. Jhr.), Johannes Maior und Johannes Dullaert Gandavus, Domingo de Soto (Paris, 16. Jhr.). Thematisch soll auf die Problematik der Zusammensetzung des Kontinuums und des Unendlichen eingegangen werden, sowie auch auf einige der für die Calculatores typischen Forschungsbereiche: die Zu- und Abnahme der Qualitäten (intensio et remissio formarum); die proportionale Bewegungsanalyse und den Themenkreis der maxima et minima. In den letzten Seminarsitzungen soll vor diesem Hintergrund auf Galileis Bewegungsanalyse eingegangen werden.

Teilnahmevoraussetzungen:

Die Mehrheit dieser Texte liegt nur in der Originalsprache vor. Deshalb ist Latein eine unausweichliche Voraussetzung für die Seminarteilnahme. Grundlegende Lateinkenntnisse reichen meistens aus, zumal es sich nicht um anspruchsvolle literarische Texte handelt, sondern um fachtechnische.

Voraussetzungen für Scheinerwerb:

Voraussetzung für den Erwerb eines Scheines ist eine aktive Teilnahme, die Vorbereitung eines Referates und eine kurze Hausarbeit.

Literatur:

Weitere Literaturhinweise werden in der ersten Seminarsitzung bekannt gegeben.


"Die Vereinigung von zwei Sachen zu begreifen, heißt, sie als eine einzige zu begreifen": Zum Leib-Seele-Dualismus im Briefwechsel von Descartes und Elisabeth von der Pfalz

Allgemeines

Veranstaltungsart: Proseminar (2stündig, E, MO, PhG, PhA, GkTPh-N I)
Dozent: Dr. Sabrina Ebbersmeyer
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 208 / Mo 10 - 12 / ab: 16. April April 2007

Beschreibung:

Angeregt durch die Lektüre der "Meditationes" von Descartes, beschließt Elisabeth von der Pfalz (1618-1680) Anfang Mai 1643, in brieflichen Kontakt mit deren berühmten Verfasser zu treten, woraus ein umfangreicher und philosophisch höchst bedeutsamer Briefwechsel entsteht. Sachlicher Anlass für den ersten Brief sind Elisabeths Zweifel an der strikten Trennung zwischen Körper und Seele, wie sie Descartes zu vertreten scheint. Elisabeth gibt sich mit Descartes’ Antworten nicht leicht zufrieden, wodurch die Position Descartes’ an Deutlichkeit gewinnt. In dem Briefwechsel werden zudem Dimensionen im Denken Descartes' deutlich, die in den metaphysischen Abhandlungen kaum zum Tragen kommen.


Philosophie und Fiktion: Philosophie in belletristischen Texten der Renaissance

Allgemeines

Veranstaltungsart: Proseminar (2stündig, GkTPh(Renaissance), E, Eth)
Dozent: Dr. Heinrich C. Kuhn
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, E06 / Mittwochs 16-18h / ab: 18. April 2007

Beschreibung:

Philosophische Aussagen und Argumentationen gab und gibt es auch außerhalb von Texten die als philosophische Texte geschrieben wurden und gelesen werden. Im 15. mit 17. Jahrhundert findet sich derlei besonders häufig, und dies gibt reichlich Gelegenheit Orte und Funktionen und Inhalte von Philosophie außerhalb der Universitäten und Elfenbeintürme zu studieren: sowohl innerhalb der in den jeweiligen Romanen und Novellen (bei Interesse auch Dramen und Operntextbüchern) fingierten Welt, als auch in der Welt der Leserinnen und Leser dieser Texte.

Zudem geben derlei Texte Anlass zu weiteren Fragen, wie z.B.: · gibt es, und wenn ja welche, Unterschiede in Inhalten, Formen und Funktionen von Philosophie in den Welten der gelesenen Texte, in den gelesenen Texten selbst, und in den Welten der Leserinnen und Leser? · gibt es spezifische Unterschiede zwischen z.B. Philosophie in Ritterromanen und Philosophie in Schelmenromanen? · welche Unterschiede und welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen Philosophie in belletristischen Texten der Spätantike, der Renaissance, der Postrenaissance (bis zum 20. und 21. Jhd.)? · in welchen Hinsichten ist Philosophie in Fiktionen fiktiv, und in welchen nicht?, · gibt es ein Kontinuum zwischen philosophischen Texten für Fachöffentlichkeit und Universität über philosophierende Ratgeberliteratur etc. hin zu Philosophie in belletristischen Texten? · wie sind die Verhältnisse von Philosophie in belletristischen Texten zu anderer Philosophie?

Untersuchung und Diskussion dieser und anderer Phänomene und Fragen wird aufgrund gemeinsamer Lektüre einiger ausgewählter Texte und von Referaten zu anderen Texten stattfinden.

Die Auswahl des zu behandelnden erfolgt in der ersten Sitzung.

Teilnahmevoraussetzungen:

Seminarbegleitende Lektüre der als Haupttexte ausgewählten Werke, regelmäßige aktive Teilnahme, Bereitschaft zur Übernahme eines Referats.

Voraussetzungen für Scheinerwerb:

Erfüllung der Teilnahmevoraussetzungen, Seminararbeit.

Literatur:

Beispiele für mögliche Haupt-Texte (die es übrigens auch in deutscher Übersetzung gibt):


Ernst Cassirer: "Individuum und Kosmos in der Philosophie der Renaissance" (1926).

Allgemeines

Veranstaltungsart: Proseminar (2stündig, (E, M/O, GPh, Ae, GkTPh(Renaissance), GkTPh-N II)
Dozent: Dr. Gabriele Sprigath
Ort / Zeit / Anfang: Hauptgebäude, E 210 / Do 17 - 19 / ab: 19. April 2007

Beschreibung:

Wir lesen

Ernst Cassirer: "Individuum und Kosmos in der Philosophie der Renaissance" (1926).

Nach Jacob Burckhardts "Die Cultur der Renaissance in Italien" (1860) hat zuletzt Ernst Cassirer in seiner Aby Warburg gewidmeten Schrift die westeuropäische Kulturgeschichte der "Renaissance" von Petrarca bis zu Descartes in einer denkwürdigen Überschau als Beginn der Neuzeit dargestellt.

Wir fragen nach der philosophischen Begründung des Cassirer’schen "Renaissance"-Begriffs, der seiner Deutung von "Kunst", "Kunstheorie" und "Wissenschaft" der "Renaissance" zugrundeliegt und vergleichen sie mit den Aussagen der zitierten Texte von Leone Battista Alberti, Leonardo da Vinci u.a..

Das Seminar führt ein in das systematisch-kritische Lesen von Texten.


Magie in der Renaissance und Frühen Neuzeit

Allgemeines

Veranstaltungsart: Hauptseminar (2stündig, NPh, GkTPh(Renaissance), GkTPh-N I)
Dozent: Dr. phil. habil. Michaela Boenke
Ort / Zeit / Anfang: Veranstaltung entfällt: s.u. / Veranstaltung entfällt: s.u. / ab: Veranstaltung entfällt: s.u.

Beschreibung:

Achtung: Diese Veranstaltung entfällt im Sommersemester 2007, und wird voraussichtlich im Wintersemester 2007/2008 als Blockseminar nachgeholt.

Die Magie der Renaissance stellt einen Brennpunkt dar, in dem kosmologische Vorstellungen, naturphilosophische Theorien der Zeit, religiöse Überzeugungen, Mythen und Aberglaube eine Art Weltbild ergeben, das als vor-aufklärerisch charakterisierbar ist. Die für das Verständnis magischer Texte ebenso wie für die Praxis von den Magiern eingeforderte Kompetenz ist die der Imagination, im Gegensatz zur Ratio der Aufklärer und zur Dogmatik kirchlicher Institutionen und magiekritischer oder -feindlicher Autoren. Im Seminar konzentrieren wir uns auf Theorien der Magie, wie sie von Ficino, Agrippa, Paracelsus, della Porta und Bruno entworfen worden sind, wie auch auf Schriften von Gegnern der Magie (Kramer, Pico, Erastus, del Rio). Bei unseren Textanalysen werden wir moderne Theorien der Magie und ihre postmoderne Überarbeitung, ebenso wie die Gründe der Abwertung der Imagination, die mit der Entstehung der Moderne verbunden ist, berücksichtigen.

Teilnahmevoraussetzungen:

Bereitschaft zur Übernahme eines Referats.

Englischkenntnisse sind erwünscht.

Bemerkungen:

Veranstaltung zusammen mit Dr. Hereward Tilton


Meister Eckhart

Allgemeines

Veranstaltungsart: Hauptseminar (2stündig, RPh, M/O, GkTPh(Mittelalter, Renaissance))
Dozent: Prof. Dr. Thomas Ricklin
Ort / Zeit / Anfang: Schellingstraße 3 RG Zi. 401 / Montags, 16-18h / ab: 16. April 2007

Beschreibung:

Das Seminar gibt eine Einführung in das deutsche Werk Eckharts unter Berücksichtigung philosophiehistorischer Fragen (Albertus Magnus, Dietrich von Freiberg u.a.). Textgrundlage: Meister Eckhart, Werke. 2 Bde. Hg. v. Niklaus Largier. Frankfurt a.M.: Deutscher Klassiker Verlag 1993 (Bibliothek des Mittelalters 20/21).

Bemerkungen:

zusammen mit Prof. Dr. Friedrich Vollhardt (Germanistik)


Die Renaissance des Epikur

Allgemeines

Veranstaltungsart: Hauptseminar (2stündig, Eth, M/O, RPh, NPh, GkTPh(Mittelalter, Renaissance))
Dozent: Prof. Dr. Thomas Ricklin
Ort / Zeit / Anfang: Hauptgebäude, Raum M 001 / Mi 16-18 / ab: 18. April 2007

Beschreibung:

Epikur (341-270 v. Chr.) war dem lateinischen Mittelalter so gut wie unbekannt und sein Name war gleichbedeutend mit der Leugnung der Unsterblichkeit der Seele. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts ändert sich die Situation mit der Entdeckung der Leben und Lehren der Philosophen des Diogenes Laertios, dessen zehntes Buch Epikur zum Gegenstand hat, schlagartig. Gegenstand des Seminars ist zum einen die Aufarbeitung der wenigen erhaltenen antiken Dokumente zur Lehre Epikurs und zum andern die Analyse der Texte des 15. Jahrhunderts, die in Reaktion auf diese Dokumente entstanden sind. Nebst der Kenntnis des Epikureismus soll das Seminar auch Einblick in die komplexen Prozesse vermitteln, die in einer präzisen historischen Situation zur Neukonstituierung einer philosophischen Autorität führen.

Teilnahmevoraussetzungen:

Voraussetzungen für die Teilnahme sind die Bereitschaft zu kontinuierlichem Engagement und (mindestens) elementare Lateinkenntnisse.

Literatur:


Montaigne

Allgemeines

Veranstaltungsart: Hauptseminar (3stündig, RPh, M/O, GkTPh(Mittelalter, Renaissance))
Dozent: Prof. Dr. Thomas Ricklin
Ort / Zeit / Anfang: Hauptgebäude, Raum A213 / Dienstags 14-17 / ab: 16. April 2007

Beschreibung:

Montaigne: Freund, Politiker, Autor in einer von Religionskriegen erschütterten Zeit.

Anhand der eingehenden Lektüre einiger ausgewählter Kapitel zur Liebe, Freundschaft, zur Geschlechterdifferenz, zum Sterben und zu den Alten aus den Essais werden wir den Spuren einer Archäologie des modernen Subjektes nachgehen. Die Beziehung zwischen der antiken Literatur und dem "livre, maçonné de leurs dépouilles", wie Montaigne selber sagte, wird dabei im Vordergrund stehen. Um Montaignes Leistung in seinem historischen Umfeld besser einschätzen zu können, soll auf wesentliche Rezeptionsstufen der Essais eingegangen werden. So hat Nicole 1666 in einem Kapitel der Logique de Port-Royal die Essais angegriffen und auch der Jansenist Malebranche ist im zweiten Buch der Recherche de la Vérité von 1674 nicht eben sanft mit Montaigne umgegangen. Grundlage des Seminars sind Hugo Friedrichs Montaigne-Buch (1947) und Jean Starobinskis Montaigne en mouvement (1982). (Semesterapparat)

Literatur:

Ein Reader mit den wichtigsten Texten wird zu Anfang des Semesters im Sekretariat, Ludwigstraße 25, Zimmer 402, ausliegen.

Bemerkungen:

zusammen mit Prof. Dr. Barbara Vinken (Romanistik)


Suchen, Finden, Gelesenwerden: Einführung in das wissenschaftliche Informationswesen und Arbeiten: Theoretischer Teil

Allgemeines

Veranstaltungsart: Kurs: Theoretischer Teil (2stündig, GkTPh(Renaissance), WT)
Dozent: Dr. Heinrich C. Kuhn
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr 31, 111 / Donnerstags 13-15h / ab: 19. April 2007

Beschreibung:

Was für relevante Informationen und Texte gibt es? Wo findet man sie? Wie findet man sie? Wer hilft einem dabei? Wie setzt man sie für eigene Vorträge und Texte (Seminararbeiten, Prüfungsarbeiten, Veröffentlichungen) ein? Wie erzeugt man wissenschaftliche Dokumente die für den eigenen Fortschritt und für andere nützlich sind?

Die Veranstaltung soll Kenntnisse über Bedingungen, Techniken und Praktiken wissenschaftlicher Kommunikation vermitteln. Die im einzelnen behandelten Themen sind zum guten Teil abhängig von den Interessen und Vorkenntnissen der Teilnehmenden.

Der Kurs (der in dieser Art aufgrund der Umstellung auf die BA/MA-Struktur voraussichtlich in diesem Semester zum letzten mal angeboten werden kann und wird) insgesamt besteht aus dem hier beschriebenen "Theoretischen Teil" (in dem das Gegebene vorgestellt, diskutiert und erläutert wird), einem "Praktikum" (in dem die Nutzung der im theoretischen Teil vorgestellten Strukturen, Resourcen, Werkzeuge und Techniken eingeübt wird) und einem seminarähnlichen Teil (in dem die Ergebnisse der Praktikumsarbeit und weiteres vorgestellt und diskutiert werden können).

Teilnahmevoraussetzungen:

Studium einer Geisteswissenschaft in gleich welchem Semester. Die Teilnahme am "theoretischen Teil" ist auch ohne Teilnahme an den beiden anderen Kursteilen möglich, erscheint aber nur begrenzt sinnvoll. Bitte halten Sie mit mir Rücksprache, falls Sie nur am "theoretischen Teil" teilnehmen wollen.

Voraussetzungen für Scheinerwerb:

Eine (auf Wunsch auch benotete) Bescheinigung über erfolgreiche Kursteilnahme wird aufgrund regelmäßiger aktiver Teilnahme an allen drei Teilen des Kurses und ausreichender Bearbeitung der Praktikumsaufgaben erteilt.

Literatur:

Verweise auf gedruckte Literatur scheinen wegen der Weite der Gegenstände, und erfahrungsgemäß vor allem wegen der sehr raschen Veränderungen im wissenschaftlichen Informationswesen wenig sinnvoll. Zu einzelnen Themen werden Merkblätter und spezielle Internet-Resourcen zur Verfügung gestellt. Die Leitseite im Internet für diesen Kurs führt zu den elektronischen Kursunterlagen (die im Laufe der Zeit ergänzt und erweitert werden werden). Die zugehöhrige URL ist: http://www.phil-hum-ren.uni-muenchen.de/LV/hckKurs07s/.

Bemerkungen:

Anmeldung - soweit möglich vor Anfang April - wird dringend empfohlen, da (vor allem wegen der für einen optimalen Kurserfolg notwendigen intensiven Betreuung im Praktikum) die Zahl der möglichen Teilnehmer/innen am Gesamtkurs klein ist. (Anmeldeformulare liegen ab spätestens Januar 2007 im Sekretariat des Seminars für Geistesgeschichte und Philosophie der Renaissance [Ludwigstr. 31/I, Zimmer 106] aus, und stehen spätestens dann ebenfalls auch auch unter URL http://www.phil-hum-ren.uni-muenchen.de/LV/hckKurs07s/#AF im Internet zur Verfügung).


Suchen, Finden, Gelesenwerden: Einführung in das wissenschaftliche Informationswesen und Arbeiten: Praktikum

Allgemeines

Veranstaltungsart: Kurs: Praktikum (10stündig, GkTPh(Renaissance), WT)
Dozent: Dr. Heinrich C. Kuhn
Ort / Zeit / Anfang: Lu 31, 111 / Donnerstags 15 - 19h, Freitags 9 - 13h / ab: 19. April 2007

Beschreibung:

Näheres wird noch bekanntgegebenZu den Zielen und den behandelten Themen siehe die Angaben zum "theoretischen Teil" des Kurses.

Praktikum: Gelegenheit zum eigenen Üben: In diesem zweiten Kursteil werden auf Basis des im "theoretischen Teil" besprochenen verschiedene Aufgaben durch die Teilnehmer/innen eigenständig bearbeitet, wobei der Dozent jederzeit für Hilfestellungen, Rat, etc. etc. pp. zur Verfügung steht.

Die 10stündige Dauer bezieht sich nicht auf die Zeit, die alle Teilnehmenden vermutlich zur Bearbeitung der Aufgaben benötigen werden (diese Zeit ist in den meisten Fällen erfahrungsgemäß sehr deutlich kürzer), sondern auf die Zeit, in der Sie Anspruch auf jederzeitige Unterstützung durch den Dozenten haben.

Teilnahmevoraussetzungen:

Voraussetzung für die Teilnahme ist Teilnahme am "Theoretischen Teil" des Kurses. Die Zahl der möglichen Teilnehmer/innen am Praktikum ist begrenzt! Zur (für's Praktikum unerlässlichen!) Anmeldung siehe die Angaben zum "theoretischen Teil" des Kurses .


Suchen, Finden, Gelesenwerden: Einführung in das wissenschaftliche Informationswesen und Arbeiten: Vorstellung und Besprechung von Arbeiten

Allgemeines

Veranstaltungsart: Kurs: Vorstellung und Besprechung von Arbeiten (2stündig, GkTPh(Renaissance), WT)
Dozent: Dr. Heinrich C. Kuhn
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 107 / Donnerstags, 10-12h / ab: 26. April 2007

Beschreibung:

Zu den Zielen und den behandelten Themen siehe die Angaben zum "theoretischen Teil" des Kurses.

In diesem dritten Kursteil wird das vorgestellt und diskutiert, was die Teilnehmenden im Praktikum erarbeitet haben. Zudem besteht von Fall zu Fall die Gelegenheit zur Diskussion einschlägiger neuerer Literatur und neuerer Entwicklungen im wissenschaftlichen Informationswesen, zudem Gelegenheit zu vertiefenden Diskussionen zu Themen, die im "theoretischen Teil" behandelt wurden.

Teilnahmevoraussetzungen:

Teilnahme an den beiden anderen Kursteilen ("Theoretischer Teil" und "Praktikum"): näheres siehe dort.




Verantwortlich: Dr. Heinrich C. Kuhn (hck@lrz.uni-muenchen.de)
Dokument erstellt: 2006-12-21
Dokument geändert: 2007-03-27