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Seminar für Geistesgeschichte und Philosophie der Renaissance:

Lehrveranstaltungen Sommersemester 2011



Nota bene: Nach den Erfahrungen der vergangenen Semester sollten Sie alles was folgt als bis zum faktischen Veranstaltungsbeginn vorläufig, provisorisch, bestenfalls teilgewiss betrachten.

Dieses Dokument enthält:

Informationen zu:


Genres, Foren, Formen & Formate akademischen Philosophieunterrichts von der Antike bis zur Gegenwart

Allgemeines

Veranstaltungsart: Proseminar (2stündig, E, WT, GkTPh-A/M, GkTPh-M/R, GkTPh-N I, GkTPh-N II)
Dozent: Dr. Heinrich C. Kuhn
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 021 / Dienstags, 10-12h / ab: 3. Mai 2011

Nota bene: Diese Veranstaltung findet ab der 21. Kalenderwoche 2011 nicht mehr statt. Letzte Sitzung war 2011-05-16.

Als Ersatz/Ausgleich gibt es ab der 21. Kalenderwoche 2011 einen Zusätzlichen "Slot" (Zeit & Ort nach Vereinbarung) der Übung Wissenschaftliches Arbeiten in Philosophie und Philosophiehistorie (Fortgeschrittenenveranstaltung).

Beschreibung:

Diskussionen beim Spazierengehen, Lehrer/Schüler-Dialoge, Vorlesungen, Disputationen, Proseminare, Hauptseminare, Oberseminare, Übungen, Kolloquien, Praktika, Lektürekurse, Propädeutika, Essay-Kurse, BA-Seminare, Tutorien, ... : Die Genres philosophischen Unterrichts (und ihre Rezeptionen, Spuren, Ausgestaltungen und Kontexte) in Vergangenheit und Gegenwart sind zahlreich und vielfältig, und ihr Einsatz ist im Wandel.

Dieses Seminar gibt einen Überblick über Genres, Foren, Formen & Formate akademischen Philosophieunterrichts von der Antike bis zur Gegenwart, und untersucht inwieweit und wie Genres, Foren, Formen & Formate akademischen Philosophieunterrichts philosophische Inhalte und das was im jeweiligen Kontext Philosophie und Philosophieren ist beeinflussen.

Es handelt sich bei diesem Seminar um ein spezielles Überbrückungsangebot für G9-Abiturient/inn/en des Jahres 2011. Für Buchungsmodalitäten, Anrechnung für BA-Studengänge, Teilnahmmöglichkeit auch für Personen die keine G9-Abiturient/inn/en des Jahres 2011 sind, etc. bitte ich sich an den Studiengangskoordinator Philosophie zu wenden.

Teilnahmevoraussetzungen:

nach derzeitigem Stand (2011-01-13): Bereitschaft zur regelmäßigen und aktiven Teilnahme.

Voraussetzungen für Scheinerwerb:

nach derzeitigem Stand (2011-01-13): Regelmäßige und aktive Teilnahme, Hauptreferat und/oder Proseminararbeit.

Bemerkungen:

Spezielles Überbrückungsangebot für G9-Abiturient/inn/en


The place of animals in English literature and philosophy

Allgemeines

Veranstaltungsart: Hauptseminar (2stündig, GkTPh - M/R, GkTPh - N I; Eth;PhG; E)
Dozent: Dr. Cecilia Muratori
(zusammen mit: Dr. James Vigus )
Ort / Zeit / Anfang: Schellingstr. 3 RG, Raum K09 (neue Bezeichnung U1-09) / Mittwochs, 8:30h s.t.-10h / ab: 4. Mai 2011

Beschreibung:

Veranstaltung auf Englisch.

Discussion will focus on selections from English prose and poetry that thematize the nature of animals, their relationship to humanity, and ethical issues. Authors considered, predominantly from the Early Modern to Romantic periods, include Henry More, David Hume, William Blake, P.B. Shelley, S.T. Coleridge and J.S. Mill. The boundary between animal and man will also provoke reflection on the boundary between literary and philosophical forms of writing, especially when we analyse J.M. Coetzee’s recent novel The Lives of Animals.

Bemerkungen:

Das Seminar wird am Institut für englische Philologie der LMU angeboten. Wegen des Inhalts des Kurses ist das Seminar auch für Philosophie-Studierende (MA) geeignet.


Doktorandinnen- und Doktorandencolloquium

Allgemeines

Veranstaltungsart: Doktoranden-Seminar (2stündig, GkTPh(Mittelalter/Renaissance), Eth, P, GPh)
Dozent: Prof. Dr. Thomas Ricklin
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, Raum 028 / Donnerstags, 10-12h / ab: 12. Mai 2011

Beschreibung:

unkommentiert.

Bemerkungen:

14-tägig!


Das Körper-Geist-Problem: Klassische Positionen und zeitgenössische Theorien

Allgemeines

Veranstaltungsart: Hauptseminar (2stündig, PhG, GkTPh(Renaissance), GkTPh(Neuzeit I))
Dozent: PD Dr. Sabrina Ebbersmeyer
Ort / Zeit / Anfang: Hauptgebäude, Raum M001 am 1. August — Hauptgebäude, Raum F007 am 2. August / Blockseminar, 1.-2. August 2011 (jeweils 9-17 Uhr) / ab: 1. August 2011

Beschreibung:

Das so genannte Körper-Geist-Problem (oder auch Leib-Seele-Problem) beinhaltet ein Bündel von Fragen und Problemen, wie etwa: Wie verhalten sich mentale Zustände zu physischen Zuständen? Gehören sie verschiedenen Substanzen an oder lassen sich mentale Zustände auf körperliche Zustände reduzieren? Kann der Geist ohne Körper fortbestehen? Sind geistige Zustände bloße Epiphänomene? Hat der Mensch einen freien Willen? Die klassische Formulierung hat das Problem bei Descartes gefunden, für den Geist (res cogitans) und Körper (res extensa) unterschiedlichen, sogar entgegen gesetzten Substanzen angehören. Doch das Problem beschäftigt die abendländische Philosophie seit der Antike bis in die Gegenwart. In dem Seminar werden klassischen Positionen zum Verhältnis von Körper und Geist vorgestellt und analysiert, dabei wird ein Schwerpunkt auf die Philosophie des 17. Jahrhunderts (Descartes, Malebranche, Spinoza und Leibniz) gelegt. Schließlich werden zeitgenössische Theorien zum Körper-Geist-Problem diskutiert.

Teilnahmevoraussetzungen:

Verbindliche Anmeldung: bis zum 1. Juli 2011 per Email an: Sabrina.Ebbersmeyer@lmu.de

Bereitschaft zur Vorbereitung auf das Seminar durch Lektüre der relevanten Texte und zur Übernahme einer Textpräsentation.


Esoterik in der Frühen Neuzeit

Allgemeines

Veranstaltungsart: Colloquium (2stündig, PhA, NPh, RPh, GkTPh-M/R, GkTPh-NI)
Dozent: PD Dr. phil. habil. Michaela Boenke
Ort / Zeit / Anfang: Hauptgebäude, Raum E 212 / Donnerstags, 16-18h / ab: 5. Mai 2011 Nota bene: Diese Veranstaltung findet ab der 23. oder 24. Kalenderwoche 2011 nicht mehr statt.

Beschreibung:

  • Sachgebiete: Astrologie, Antrhopologie Naturphilosophie, Medizin.
  • Autoren: Ficino, Agrippa von Nettesheim, Paracelsus, Jacob Böhme


Wissenschaftliches Arbeiten in Philosophie und Philosophiehistorie (Fortgeschrittenenveranstaltung)

Allgemeines

Veranstaltungsart: Studiengangsübergreifende Übung (2stündig/4stündig (2 mal 2stündig ab KW 21 2011))
Dozent: Dr. Heinrich C. Kuhn
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 128 (und nach Vereinbarung) / Donnerstags, 12-14h (war bis incl. Kalenderwoche 19 Donnerstags 16-18h) und nach Vereinbarung. / ab: 5. Mai 2011

Beschreibung:

"Klassisch" erfolgt die Einführung in das Werkzeug, die Methoden und Hilfsmittel wissenschaftlichen Arbeitens in Philosophie und Philosophiehistorie im Rahmen eines Propädeutikums (o.dgl.) im ersten Semester, und recht allgemein - oder gar nicht. Und gelegentlich stellt sich im Laufe des Studiums dann heraus, dass das mit etwas Glück damals gelernte entweder vergessen, oder veraltet, oder für die Bearbeitung der spezielleren Themen, Texte, Gegenstände an denen man derzeit interessiert ist nicht ausreichend oder nicht geeignet ist. Diese Veranstaltung soll Hilfe bei der Bewältigung von in derlei begründeten Problemen geben.

Teilnahmevoraussetzungen:

Die Veranstaltung ist im Prinzip offen für Teilnehmende aller Studienstufen und Studiengänge. Bestimmte Vorkenntnisse (und auch der Besuch eines einschlägigen Propädeutikums) werden nicht vorausgesetzt.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Ich bitte um baldmögliche Interessensbekundung (unter Angabe der Themen und/oder Probleme die behandelt weden sollen) via eMail an hck@lrz.uni-muenchen.de

Bemerkungen:

Es gibt weder ECTS-Punkte noch Schein für Teilnahme an dieser Veranstaltung.

Ab Kalenderwoche 21 2011 gibt es einen zusätzlichen zweiten "Slot" für diese Veranstaltung; Zeit & Ort sind nach Vereinbarung. Bitte melden Sie sich bei Interesse via eMail an hck@lrz.uni-muenchen.de.


Aristoteles, Machiavelli, Naudé, Harrington: Texte zu politischen Umwälzungen

Allgemeines

Veranstaltungsart: BA Lektürekurs Praktische Philosophie I (P 4.2) (2stündig, GkTPh(Renaissance), P)
BA Philosophie: (Teil)modul: P 4.2 / ECTS: 3
Dozent: Dr. Heinrich C. Kuhn
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 021 / Montags, 10-12h / ab: 2. Mai 2011

Beschreibung:

Nicht nur dazu wie politische Verhältnisse sind und/oder sein sollten, sondern auch dazu wie sich politische Verhältnisse verändern und/oder verändern sollten, gibt es philosophische Texte: politische Philosophie für eine instabile, veränderbare Welt. Anhand solcher Texte (von denen wir einige der berühmteren lesen werden) lassen sich auch Verbindungen zwischen politischen Verhältnissen, politischem Philosophieren, politischem Handeln untersuchen.


Geschichte der Philosophie II (MA) bez. Geschichte der Philosophie I (BA 120)

Allgemeines

Veranstaltungsart: BA Vorlesung Geschichte der Philosophie I (P 5.1) (2stündig, GkTPh(Mittelalter/Renaissance))
BA Philosophie: (Teil)modul: P 5.1 / ECTS: 3
Dozent: Prof. Dr. Thomas Ricklin
Ort / Zeit / Anfang: Hauptgebäude, Raum A 140 / Montags, 16-18h / ab: 2. Mai 2011

Beschreibung:

Die Einführungsvorlesung hat die europäische Philosophiegeschichte vom 13. bis 16. Jahrhundert zum Gegenstand. In diesen vier Jahrhunderten kommt es im Feld der Philosophie zu grundlegenden Reorganisationen und epochalen Brüchen: der arabische und der griechische Aristoteles sickert in Europa ein und wird zum Philosophus schlechthin geadelt; die Universität wird erfunden und die Scholastik der Sentenzen mit Hilfe Ciceros und Senecas verteufelt und im Geiste Lukians gründlich verlacht; Plato hält seinen triumphalen Einzug und lässt italienische Gelehrte von der Liebe schwärmen; während deutsche Handwerker die beweglichen Lettern erfinden, die die intellektuellen Produktionsbedingungen revolutionieren werden; angesichts der 'Entdeckung' einer neuen Welt geraten die Philosophen ins staatsutopische Träumen, während die Araber und die Juden sich endgültig aus Westeuropa vertrieben sehen, die römische Kirche, die es sich in der Pracht der Renaissance wohl ergehen lässt, weiß nicht auf ihre Kritiker zu reagieren und sieht sich schließlich mit der Reformation konfrontiert und mit einem Kosmos, der statt geozentrisch um die Erde nun heliozentrisch um die Sonne kreist.


Die philosophischen Grundlagen der Mathematik in der Spätrenaissance: Kepler - Galilei - Descartes.

Allgemeines

Veranstaltungsart: BA Lektürekurs Geschichte der Philosophie I (P 5.2) (2stündig, WT; S; E; MO; NPh; GkTph-A/M; GkTph-M/R)
BA Philosophie: (Teil)modul: P 5.2 / ECTS: 3
Dozent: Dr. Daniel A. Di Liscia
Ort / Zeit / Anfang: Hauptgebäude, Raum M109 / Mittwochs, 10-12h / ab: 4. Mai 2011

Beschreibung:

Es ist eine bekannte Tatsache, dass die sogenannte wissenschaftliche Revolution, die sich während der Spätrenaissance und des 17. Jahrhunderts vollzog, nicht nur auf die Entwicklung neuer mathematischen Kenntnisse und Methoden zurückgeht, sondern auch auf eine neue Bewertung der mathematischen Disziplinen basiert: Sei wegen der Strenge ihrer Beweisverfahren, der unmittelbaren Anwendungsmöglichkeiten ihrer Meßmethode, der Anschaulichkeit der geometrischen Objekte oder schließlich aufgrund der neuen Entwicklungen in Bereichen der berechenden Arithmetik und Trigonometrie, ging das Programm einer Mathematik als "Sprache der Natur" während der Renaissance mit sicherem Gang voran, bis es sich letztendlich in dem Werk von Isaac Newton als selbstverständlich erschien. Während diese wissenschaftshistorische Tatsache schwer zu leugnen ist, bleibt jedoch im Bereich der Philosophie hinterzufragen, durch welche Wege und von welchen Voraussetzungen ausgehend diese - möglicherweise die einzige vernünftige - Position erreicht wurde. Sind die mathematischen Disziplinen wirklich sicherer als die andere? Worin besteht eigentlich diese sichere Erkenntnis (certitidudo)? Wie sind die mathematischen Aussagen untereinander verknüpft, und, vor allem, woher werden sie gewonnen? Gibt es eine Hierarchie oder Rangordnung zwischen Ihnen? Wie ist die "Wahrheit" von Axiomen und Definitionen zu behaupten? Ist ein Übergang von der Arithmetik in die Geometrie oder umgekehrt von der Geometrie in die Arithmetik ohne Weiteres anzunehmen bzw. abzulehnen oder müssen vielmehr gewisse Bedingungen erfüllt werden, welche wiederum eine wichtige Rolle im genannten Prozess der "Mathematisierung der Natur" spielen?

Viele dieser und ähnliche Fragen sind noch heute von Bedeutung in der Philosophie der Mathematik, wenn auch unter anderer historischen Voraussetzungen. Für den Studierenden der Philosophie wird es durchhaus nützlich sein, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, die die philosophische Reflektion von Platon und Aristoteles bis Gödel und Carnap beschäftigt haben. Auch für Interessenten in historischen Entwicklungen und Zusammenhängen kann dieses Seminar vom Nutzen sein. Denn einerseits werden wir sehen, wie die verschiedenen Ansichten von "Platonismus" und "Aristotelismus" sich untereinender und mit anderen Traditionen und Denksystemen vermengten und zugleich andererseits, wie die Keime vieler der Grundprobleme, die bezeichnend für die Philosophie der frühen Neuzeit sind, schon hier antizipiert und in Furchen besäet wurden, die für die künftige Diskussion bestimmend sind.

Zu diesem Zweck wurden eine Auswahl aus Texten von Johannes Kepler (1571-1630), Galilei Galilei (1564-1542) und René Descartes (1596-1650) vorgenommen, welche im Seminar durchzuarbeiten ist und deren Verständnis sowohl durch die Lektüre von Fachliteratur als auch durch eine intensive Teilnahme an den im Seminar geführten Diskussionen unterstützt werden soll. Im Falle von Kepler werden wir auf den Begriff der "Harmonie" fokussieren; im Falle Galilei auf den Begriff der "Bewegung"; im Falle Descartes, schließlich, auf die Beziehungen zwischen Arithmetik, Algebra und Geometrie.

Teilnahmevoraussetzungen:

Vorausgesetzt werden grundlegende Kenntnisse der platonischen und aristotelischen Philosophie. Lateinkenntnisse sind willkommen aber nicht erforderlich (alle Texte sind in guten deutschen bzw. englischen Übersetzungen vorhanden). Die Erwerbung eines Proseminar-Scheins setzt die aktive Teilnahme in 75% der Sitzungen und eine kurze Hausarbeit voraus. (BA-Lektürekurs: Referat) Nähere Literaturhinweise werden in der ersten Seminarsitzung mitgeteilt.


Lektürekurs Ausgewählte Texte zur Philosophiegeschichte des Mittelalters und der Renaissance (zur Vorlesung Geschichte der Philosophie I)

Allgemeines

Veranstaltungsart: BA Lektürekurs Geschichte der Philosophie I (P 5.2) (2stündig, GkTPh(Mittelalter/Renaissance))
BA Philosophie: (Teil)modul: P 5.2 / ECTS: 3
Dozent: Prof. Dr. Thomas Ricklin
Ort / Zeit / Anfang: Hauptgebäude, Raum B206 / Dienstags, 12-14h / ab: 3. Mai 2011

Beschreibung:

Der Kurs soll in die Lektüre mehr oder weniger gegenwartsferner Texte der Philosophie einführen. Textgrundlage ist das Werk De inventoribus rerum (Von den Erfindern der Dinge) des Polydorus Vergilius (ca. 1470 - 1555). In diesem 1499 erstmals gedruckten Werk werden alle möglichen zivilisatorischen Errungenschaften, spezifischen Techniken und verbreiteten Praktiken aus der Perspektive ihrer Erfindung vorgestellt. Vor allem im ersten Buch wird auf diese Weise auch die Philosophie samt ihren vielen einzelnen Teilbereichen historisch höchst belesen und kritisch dargestellt. Das textnahe Studium der entsprechenden Kapitel erlaubt damit einen umfassenden Überblick über die Geschichte der antiken Philosophie, ihrer Schulen und Lehrgebäude, der mitunter weit über die Gemeinplätze unserer zeitgenössischen Einführungsliteratur hinausgeht. Zugleich vermittelt De inventoribus rerum auch einen ersten Einblick in die Art und Weise, wie die Philosophie zum Ende des 15. Jahrhunderts wahrgenommen und betrieben worden ist. Die kritische Auseinandersetzung mit diesen beiden historischen Erscheinungsformen der Philosophie, sollte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht zuletzt dazu befähigen, ihren eigenen Begriff der Philosophie präziser zu fassen.

Literatur:

De inventoribus rerum ist in zahlreichen frühneuzeitlichen nationalsprachlichen Übersetzungen (darunter auch eine deutsche) greifbar. In einer modernen englischen Übersetzung (der ersten drei Bücher) liegt der Text in der zweisprachigen Ausgabe von Brian Copenhaver vor.
Polydor Vergil, On Discovery, edited and translated by Brian Copenhaver, Cambidge, Mass. / London 2002.


Wie Giorgio Vasari zum "Vater der Kunstgeschichte" wurde.

Allgemeines

Veranstaltungsart: BA Seminar Geschichte der Philosophie Ib (P 9.2.4) (2stündig, GkTPh(Renaissance))
BA Philosophie: (Teil)modul: P 9.2.4 / ECTS: 6
Dozentin: Dr. Gabriele Sprigath
Ort / Zeit / Anfang: Hauptgebäude, Raum A U115 / Donnerstags, 18-20h / ab: 5. Mai 2011

Beschreibung:

Das Seminar besteht aus zwei Teilen:

  • Einführung in die Lektüre der in der Kunsthistoriographie noch weitgehend unbeachteten drei Vorworte zu den drei Büchern der "Lebensbeschreibungen der berühmtesten Architekten, Bildhauer und Maler" (1550, 1568) von Giorgio Vasari. Mit dem von ihm geprägten Terminus "rinascita" (Wiedergeburt) stellt Vasari ein dreistufiges Entwicklungsmodell der Zeichenkünste dar, das auf seine philosophiehistorischen Voraussetzungen hin zu befragen ist.
  • Mit der in der Mitte des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum beginnenden Institutionalisierung der Kunsthistoriographie zur akademischen Disziplin setzt auch die Rezeptionsgeschichte des Werkes von Vasari ein. In deren Verlauf wird "rinascita" (Wiedergeburt) mit dem Epochenbegriff "Renaissance" gleichgeschaltet und Vasari zum "Vater der Kunstgeschichte" stilisiert. Den damit verstellten Zugang zur historischen Bedeutung des Werkes. wieder aufzudecken, erfordert den kritischen Einblick in die Geschichte des Fachs Kunsthistoriographie.
  • Teilnahmevoraussetzungen:

    Regelmäßige Anwesenheit, vorbereitende Textlektüre und Beteiligung an der Diskussion.

    Bemerkungen:

    Das Seminar führt ein in das systematische Arbeiten mit Texten.


Die Würde des Menschen in der Renaissance

Allgemeines

Veranstaltungsart: BA Seminar Geschichte der Philosophie Ib (P 9.2.4) (2stündig, GkTPh(Renaissance))
BA Philosophie: (Teil)modul: P 9.2.4 HF; WP 10.2 NF / ECTS: 6
Dozent: Christian Kaiser, M.A.
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 021 / Freitags, 10-12h / ab: 6. Mai 2011

Beschreibung:

Dem "Menschenbild" im italienischen Humanismus wird traditionell eine bis heute reichende kulturstiftende Wirkmacht zugesprochen. Die Hochschätzung des Individuums, welches mit Kreativität begabt und zur Ausbildung gottähnlicher, d. h. vor allem intellektueller Fähigkeiten bereit ist, findet ihr Zeugnis in so berühmten Werken wie Gianozzo Manettis "Über die Würde und Erhabenheit des Menschen" und Giovanni Pico della Mirandolas Rede "De hominis dignitate". In dem Seminar wird die Lektüre und philosophiehistorische Einordnung dieser und anderer Klassiker im Vordergrund stehen. Daneben werden aber auch Beiträge verhandelt, die ein nicht ganz so positives Menschenbild vermitteln. Es wird sich zeigen, dass auch in der Renaissance diverse Anthropologien (z. B. von Francesco Petrarca, Lorenzo Valla, Leon Battista Alberti, Girolamo Savonarola, Juan Luis Vives, Erasmus von Rotterdam) nebeneinander stehen und um die Deutungshegemonie konkurrieren.

Literatur:

Die Bemühung um die Rekonstruktion eines einheitlichen Menschenbildes der Renaissance findet sich in exemplarischer Weise bei:
Clemens Zintzen, Vom Menschenbild der Renaissance. Florentiner Kultur im Quattrocento, Olms, Hildesheim/Zürich/New York 2009.

Weil dieses Büchlein eine starke Interpretationslinie prägnant zusammenfasst, sei es hier zur einführenden Lektüre empfohlen. Weitere Literatur im Seminar.


Universitäre und extrauniversitäre Philosophie des 16. und frühen 17. Jahrhunderts im Kontrast

Allgemeines

Veranstaltungsart: BA Seminar Geschichte der Philosophie Ib (P 9.2.4) (2stündig, GkTPh(Renaissance))
BA Philosophie: (Teil)modul: P. 9.2.4 / ECTS: 6
Dozent: Dr. Heinrich C. Kuhn
Ort / Zeit / Anfang: Ludwigstr. 31, 021 / Montags, 14-16h / ab: 2. Mai 2011

Beschreibung:

In Teilen der Antike, und im Abendland seit der Ausweitung von Universitäten über den Bereich von Rechtsgelehrsamkeit und Medizin hinaus, waren und sind die meisten Philosophinnen und Philosophen Philosophinnen und Philosophen an Lehreinrichtungen. Aber es gibt einen Zeitabschnitt für den das nicht für die heute primär wahrgenommenen zutrifft.

Man mache den (Selbst-)versuch: Wer keinen Forschungsschwerpunkt zur universitären Philosophie der Zeit zwischen ca. 1350 und ca. 1750 hat, wird feststellen auf die Bitte nach der Nennung von ca. 7 Namen wichtiger Philosoph/inn/en pro Jahrhundert für die Zeit von ca. 1220 bis ca. 1350 wie auch für die Zeit nach ca. 1750 primär oder gar ausschließlich Namen von Philosoph/inn/en zu nennen oder genannt zu erhalten die an Lehreinrichtungen (Universitäten/Akademien/"Schulen"...) tätig waren (oder sind), für die Zeit zwischen ca. 1350 und ca. 1750 hingegen (fast) keinen Namen einer solchen Person.

Ob dies an Traditionen der Rezeption liegt? Oder an den Texten selbst? Ob es Nutzen habe oder Kosten oder beides? Warum kennen wir die Texte die wir kennen? Warum lesen wir die Texte die wir lesen? Diese und andere Fragen sollen anhand von universitären und außeruniversitären Texten des 16. und 17. Jahrhunderts (einer Zeit aus der genug Beispielmaterial in Volkssprachen und modernen volkssprachlichen Übersetzungen zur Verfügung steht) untersucht werden.

Zugleich gibt es das Seminar einen Überblick über universitäres wie außeruniversitäres Philosophieren jener Zeit.


Amerigo Vespucci und die Neue Welt

Allgemeines

Veranstaltungsart: BA Seminar Geschichte der Philosophie Ib (P 9.2.4) (2stündig, GkTPh(Mittelalter/Renaissance), Eth, P, GPh)
BA Philosophie: (Teil)modul: P 9.2.4 / ECTS: 6
Dozent: Prof. Dr. Thomas Ricklin
Ort / Zeit / Anfang: Hauptgebäude, Raum M101 / Mittwochs, 16-18h / ab: 4. Mai 2011

Beschreibung:

Die "Entdeckung" Amerikas ist unter anderem auch ein Ereignis, das die alte Welt mit der Herausforderung konfrontiert, Informationen über bisher unbekannte und das heißt auch noch nie beschriebene Kulturen zu erzeugen. Vor allem Amerigo Vespucci bedient sich zu diesem Zweck offenkundig einer ganzen Reihe philosophiehistorischer Topoi, die es ihm erlauben, die "Wilden" etwa als Kannibalen oder Epikuräer zu qualifizieren und ihre Lebensweise anhand von Gebräuchen zu beschreiben, die ihm aus der Frühgeschichte und der Mythologie Europas bekannt sind. Anhand von Vespuccis Reiseberichten sowie weiterer zeitgenössischer Dokumente und selbstverständlich auch Bildern widmet sich das Seminar der Frage, welche kulturellen und philosophischen Kategorien der eigenen, bekannten Welt zur Beschreibung der Neuen Welt Anwendung finden und wie das Fremde vertraut gemacht wird. Gleichzeitig soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern diese Auseinadersetzung mit dem neuen Fremden bisher eher vernachlässigte und verdrängte Dimensionen von Europas kulturellem Erbe allenfalls neu zu beleben vermochte.

Literatur:

Wallisch, Robert, Der "Mundus Novus" des Amerigo Vespucci, Text, Übersetzung und Kommentar, Wien 2002.
Kolumbus, Der erste Brief aus der Neuen Welt, Mit dem spanischen Text des Erstdrucks. Lat./Dt. Hrsg., Übers. u. Komm.: Robert Wallisch, Stuttgarrt 2000, Reclam 18079.

Bemerkungen:

Zugleich als Hauptseminar belegbar/besuchbar!



Ansprechpartner (Contact): Dr. Heinrich C. Kuhn (hck@lrz.uni-muenchen.de)
Dokument erstellt (Created): 2011-01-13
Dokument geändert (Last update): 2011-06-09