Manus creans, calamo mirabili

Suchen, Finden, Gelesenwerden: Einführung in das wissenschaftliche Informationswesen und Arbeiten

Teil 5: Typen von und Umgang mit Katalogen

Kursleiter:
Dr. Heinrich C. Kuhn
Semester:
Sommersemester 2007
Für:
Sitzung 8
Teile:
· →Gegenstände und Aspekte, · →Links zum Thema, · →Aufgaben zu diesem Kursteil

Nota bene:Gegenüber den vorigen Semstern wurde dieses Dokument ziemlich grundsätzlich überarbeitet. U.U. ist ein Blick auf die Vorgängerversionen, insbes. auf diejenige des Wintersemesters 2003/2004, aber in Grenzen auch die des Sommersemesters 2005 immer noch von Interesse, nicht zuletzt auch wegen der insbesondere dort, im Dokument aus dem SoSe 2003 verlinkten Dokumente mit weiterführenden Informationen und Überlegungen.

Die Aufgaben zu diesem Kursteil sind teils neu teils leicht verändert.

Die Kataloge alter Zeiten mit ihrer Vielfalt ("Alphabetischer Katalog", "Schlagwortkatalog", "Systematischer Katalog", Bandkataloge und Kapselkataloge, gedruckte, maschinenschriftliche, handschriftliche, …) sind heutzutage weitgehend abgelöst durch elektronische Kataloge. (Nota bene: dies heisst nicht, dass alte papier- oder auch pergamentgebundene Kataloge heute nutzlos wären nur weil sie nicht fortgeführt werden, und weil es jetzt die neuen elektronischen Kataloge gibt: · zum einen sind die Retrokonversionen durchaus nicht für alle alten Kataloge abgeschlossen, · und zum anderen gibt es keine [oder kaum jemals eine] Möglichkeit, einen alten Katalog verlustfrei in einen neuen zu überführen [2. Hauptsatz der Thermodynamik und so …]: bei der Transformation gehen de facto immer Informationen verloren, und welche das waren und wie wichtig sie für ein bestimmtes Forschungs- oder sonstiges Rechercheprojekt waren lässt sich nur durch Vergleich abschätzen: daher: Ratschlag: wo die Möglichkeit besteht: auch die Vorgänger der elektronischen Kataloge konsultieren.)

(Elektronische) Kataloge bzw. ihre Nutzer-Schnittstellen sind einander auf den ersten Blick inzwischen sehr ähnlich geworden (und erst zwiete Blicke lassen die Unterschiedlichkeiten erkenn). Der Telnet-Katalog der Unione Romana Bibliotheche Scientifiche ist inzwischen wohl so etwas wie ein "lebendes Fossil", und selbst zu ihm gibt es inzwischen ein WWW-Äquivalent (langsamer in der performance, aber vermutlich weniger ungewohnt in der Bedienung &hellip). Und all das viele andre, was es an elektronischen Bibliothekskatalogen noch vor einigen Jahren gab (· dedizierte und nur in der Bibliothek selbst nutzbare Arbeitsstationen, · gopher-Kataloge, · Java-Kataloge, · Kataloge für die man spezielle Software installieren musste, · Kataloge aus gecannten Karteikarten, · und vermujtlich noch einiges mehr an das selbst ich mich nicht mehr erinnere …) scheint völlig verschwunden. Man könnte sogar auf diese Statements zur neueren Bibliotheksgeschichte verzichten — wenn es nicht (mindestens) einen Grund (vor 2 jahren waren's noch drei Gründe …) gäbe, dies nicht zu tun: · dass derlei geeignete Indizien dafür sind, dass die Geschichte der elektronischen Katalogoberflächen eine Geschichte rascher Wandlungen ist, und dass nichts uns garantiert, dass diese Geschichte ihr Ende rerreicht hat; · dass einige rezente Kataloge durchaus noch Spuren der Vorgängerversionen zeigen.

Normalfall jedoch sind heute diverse Kataloge deren Benutzerschnittstelle eine Eingabemaske in Form eines HTML-Formulars sind. Sie haben - von wenigen Ausnahmen abgesehen - mehrere Eingabefelder, mit deren Hilfe man Angaben dazu machen kann, Katalogisate mit Übereinstimmungen zu welchen Angaben in welchen Teilen des Katalogistats gefunden werden sollen.

Vorsicht: damit sind aus Benutzersicht die Gemeinsamkeiten wohl schon so ziemlich erschöpft (außer wo es sich um Kataloge ein und des selben Herstellers für eine halbwegs homogene Kundengruppe handelt …). (Wenn Sie einen ersten Blick auf die existierende Diversität werfen wollen: vielleicht gibt ein Blick auf das was man in GGRENir findet wenn man nach "database" und "library" solch einen ersten Eindruck — ggf ergänzbar durch Blicke auf artlibraries.net, Catalogul colectiv al incunabulelor din România .)

Hier eine Liste potentiell berücksichtigenswerter Aspekte in denen sich elektronische Kataloge unterscheiden:


In halbwegs neuerer Zeit gefundene potentiell interessante Internetresourcen


Aufgaben zu diesem Kursteil

  1. Aufgabe 12

    • Welches sind die für Sie 3 wichtigsten Bibliotheken?
    • Welche Kataloge stehen Ihnen dafür zur Verfügung?
    • Wie sind diese Kataloge in bezug auf die ovben genannten Aspekte zu charakterisieren?
    • Bitte berichten und diskutieren Sie Ihre Antworten/Ergebnisse
  2. Aufgabe 13

    • Bitte suchen Sie in jedem dieser Kataloge nach dem selben Buch (am besten nach einem bei dem Sie sich sicher sind, dass alle 3 es haben).
    • Bitte berichten Sie zu Unterschieden bei der Suche und den Suchergebnissen
  3. Aufgabe 14 (doppeltes Gewicht)

    • Bitte experimentieren Sie im OPAC der BSB mit Suchen nach Signaturen (z.B. 2 Ph.sp. 1 und "2 Ph.sp. 1".
    • Bitte experiementieren Sie mit Treffern auf suchen im OPAC der BSB mit der Aufforderung "Ähnliche Dokumente im Gesamtbestand" anzuzeigen.
    • Bitte experimentieren Sie im Katalog des Bibliotheksverbundes Bayern (BVB) nach trunkierten (z.B. CE 72* und nicht trunkierten RVK-Notationen und berücksichtigen Sie dabei auch "alternative" RVK-Notationen (also solche nach denen Sie ursprünglich nicht gesucht haben, die aber zur Klassifikation der Dokumente die Sie gefunden haben verwendet worden sind) und berücksichtigen Sie auch ggf. vorhandene Schlagworte und Schlagwortketten und wägen Sie jeweils ab was welche Vor- und Nachteile für die Beschreibung und die Findbarkeit des jeweiligen Dokumentes hat, und berücksichtigen Sie dabei auch Gesamttrefferzahlen.
    • Bitte verwenden Sie - ebenfalls im Katalog des Bibliotheksverbundes Bayern (BVB) - die Freie Suche (z.B. nach Cesare Cremonini) und blicken Sie auf die Ergebnisse ob Ihnen dabei überraschendes/unerwartetes begegnet - oder auch nicht.
    • Bitte berichten und diskutieren Sie Vorgehen und Ergebnisse und Beobachtungen.



Autor: Dr. Heinrich C. Kuhn (hck@lrz.uni-muenchen.de)
Dokument erstellt: 2007-06-14
Dokument geändert: 2007-06-15

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