Rohübersetzung ausgewählter Stellen aus:
Cardanus, Hieronymus: De varietate


Autor: Girolamo Cardano ( --->GGRENir zu Cardano , --->OPAC GGREN zu Cardano )
Übersetzer: Heinrich C. Kuhn
WWW-Redaktion: Heinrich C. Kuhn
Dokument erstellt: 1999-06-11
Dokument geändert: 1999-07-21


Girolamo CARDANO: Über die Mannigfaltigkeit der Dinge

Übersetzung nach:
CARDANO, Girolamo (ed. Ch. SPON): Operum Tomus tertius quo continentur pysica, Lyon [J. A. Huguetan & M. A. Ravaud] 1663 [Reprint New York 1967]

Übersetzt für:
Proseminar im Wintersemester 1998/1999: Ficino und andere über die wichtigen Dinge des Lebens: außersystematische Philosophie in Antike und Renaissance


Inhaltsverzeichnis der Übersetzung

(Achtung: von den meisten hier aufgeführten Kapiteln sind nur Teile übersetzt!)



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Übersetzung

f. 1


[I.1]

Des Girolamo Cardano Erstes Buch über die Mannigfaltigkeit der Dinge: Vom Universum und seinen sinnlich wahrnehmbaren Teilen.

f. 1a

ERSTES KAPITEL: Das Universum, Kometen, der Grund der Winde

Ob das Universum eines sei, oder mehrere, und wenn es eines ist, ob endlich oder unendlich, und wenn es endlich ist, ob es etwas außerhalb seiner habe, oder nichts, und wenn es etwa etwas außerhalb seiner hat, ob dies beweglich oder unbeweglich ist, auch ob es gezeugt oder ungezeugt ist, und wenn es mehrere sind, ob sie der Zahl nach endlich sind, oder unendlich, nachdem das schon in den Büchern über die Geheimnisse der Ewigkeit [de arcanis æternitatis ] [1] gesagt ist, <und> nachdem das was den Himmel und die Sterne betrifft und die natürlichen und gewöhnlichen Veränderungen, die in der Luft statthaben in den Büchern über die Einfachheit [de subtilitate] bewiesen ist, bleibt noch, daß wir über die Kometen, in bezug auf die wir in den vorigen Büchern nur kurz die Erzeugung bloß berührt haben, eine Abhandlung vervollständigen. Zugleich ist auch über Sympathie und Antipathie des Universums selbst zu reden, durch die vieles, wenn nicht alles, so doch wenigstens das Königliche erkannt wird. Wir fügen auch noch [Äußerungen] über die Winde und die Ordnung der Welt hinzu, was allein noch übrig zu sein schien. Daher, auf daß ich von dem was am manifestesten ist den Ausgang nehme, und allein das erreiche was am bekanntesten und klar ist: Es <das Universum> besteht nur aus 11 Körpern. Und wenn es doch mehr wären, so wäre es doch nicht Angelegenheit dieses Buches, das sich nur mit dem sinnlich wahrnehmbaren beschäftigt, über sie nachzudenken. Es sind aber diese Körper: zuerst die Erde und eher mit als um sie das Wasser, dann um diese beiden gemeinsam bis an den Himmel die Luft. Dann läuft der Himmel des Mondes seinen Kreis oder seine Sphäre, danach der Merkur, danach Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn, der höchste Sternenhimmel. Ob

f. 1b

aber der Merkur über der Sonne und der Venus ist? Und ob sie von Epizyklen und Exzentern getragen werden? Ob die Sonne selbst in der Mitte der Welt steht, und von der Erde umkreist wird? Ob aber durch viele Kreise, die um ein Zentrum kreisförmig geortet sind? Wie es einst Kalipp und Eudoxos, dann Averroes, jetzt Girolamo Fracastoro aus Verona <vertreten haben?>. Oder auf irgendeine andere Weise, die all diese überlegen ist? Ob auch zwischen den Sphären der Wandelnden irgendein fließfähiger Körper ist, dies zu sagen übergehe ich, da es ebenfalls die Bücher über die Geheimnisse der Ewigkeit betrifft. desgleichen ist auch über die Milchstraße an anderer Stelle ausführlich gesagt. Was bleibt uns also noch übrig, außer daß wir das, was wir vorgeschlagen haben, ausführen?

Es gibt keinen Kometen in der elementaren Region, die immer inkonstant ist: Der Komet aber bleibt dauerhaft, und steigt auch nicht wegen der Dämpf herab, noch steigt er wegen des Feuers auf: eines von diesen beiden alternativen müßte aber notwendig geschehen, wenn er feuer wäre, das aus Dämpfen aufgestiegen ist: noch wird er durch jene dreifache Bewegung bewegt, sondern wie ein kleiner Speer, oder entzündete Sterne.

[...]

[I, 4]

f. 9b

KAPITEL VIER: Von den Örtern und Regionen

[...]

Sehr berühmt unter den Orkney-Inseln [Orchades] ist Pomonia: vier Tage Weges ist sie der Länge nach; kein Baum, kein Getreide, keine Schlange, kein Frosch, kaum ein Aal, obwohl doch in Irland die anderen Orkneys Getreide haben, und fruchtbar sind. Die Ursache ist schon gesagt: Kälte, Bitumen und daß sie den Boreas-Winden stärker ausgesetzt ist: dies nämlich ist's daß sie kaum irgendwelche Frucht hervorbringt.

[...]

f. 10bm

Warum es in Schottland wenig Bäume gibt.

f. 10b

Es fragt aber jemand zu recht: Warum gibt es auf Pomonia keine Bäume? Kein Wunder, nachdem sie in Schottland kaum an vielen Stellen hervorkommen, an denen sie mit großer Sorge aufgezogen werden, wie bei uns Medizinern der Apfelbaum und andere ausländische Pflanzen [peregrinæ], dies ist die Ursache, da es erforderlich ist, daß die Nahrung nicht fett ist in dem durch das genährt wird: in diesen Orten ist also Bitumen-Erde, und daher, wie ich gesagt habe, werden sie verwendet um Feuer zu nähren: es ist also nicht möglich Bäume aus derart fettem Feuchten [i.e.: Humus] zu ernähren. Darüber hinaus ist <der Boden dieser Gegend> als gekochter falsch, verbrannt und bitter: derlei aber fettes ist auch zum ernähren von Bäumen in geringstem maße geeignet. Deshalb also werden in Bergen Bäume geboren, weil der Stein nicht aus Bitumen besteht. Britannien aber hat häufige und große Forste, weil man den Bitumen schon umgepflügt hat, und er in Gips übergegangen ist.

[...]

[IV, 16]

f. 46

VIERTES BUCH

f. 46a

KAPITEL SECHZEHN: Von den Metallen

[...]

in margine:

Warum Schottland Edelsteine [gemmæ] hervorbringt.

Diejenigen aber, die aus einer bestimmten Art bestehen, werden eher durch die Wärme der Erde als der Luft hervorgebracht. Sie werden aber von der himmlischen Wärme losgelöst. In Schottland nämlich, obwohl es eine sehr kalte Gegend ist, vor allem in der Nähe [2] der Akademie der Ansiedlung Glasgow in der Gegend Gludisdalia, die in der Nähe von Argadia im westlicheren Teil Schottlands, der Irland am nächsten liegt, wird er Cynæus-Stein gefunden, außerdem Diamanten und Karfunkel, über Gold ist nämlich an anderer Stelle geredet. Es kann nicht sein, daß sie ohne die Wärme der Sonne losgelöst werden: sondern [3] sie gehen entweder groß und unvollkommen, oder vollkommen und klein heraus. Jenes aber ist des Zweifels wert, warum <Edelsteine> nicht eher in England, das, da es südlicher ist, auch wärmer ist, <vorkommen,> sondern <dort> nur weißes Blei wächst, oder Silber? Der Grund ist die Größe der Berge: härtere Steine werden nämlich in harten Steinen geboren, was Berge betrifft ist England aber flach. Eine temperierte Region aber ist keineswegs geeignet um Metalle hervorzubringen, da der Boden weder von der Wärme der Sonne, die moderat ist, noch von der irdischen Wärme, die nicht zwingen kann, gargekocht werden kann.

[...]

[VI, 22]

f. 63a

KAPITEL ZWEIUNDZWANZIG: Wunder der Pflanzen

f. 63b

Wir aber ziehen keinen geringeren Nutzen aus der Rezitation von Fabeln als Geschichten <daraus ziehen>. Dies ruft uns daher als erstes die wunderschöne Fragestellung ins Gedächtnis, warum es kein Tier geben kann, daß der Erde <fest wie eine Pflanze> verbunden bleibt? Dies ergibt sich, weil wenn die Pflanze mit der Erde verbunden wird, sie notwendig nur in einem Teil ausgestreckt wird, das Tier aber in jedem Teil. Des weiteren, das Tier, das mit Blut versehen ist, hat ein Herz: die Erde aber ist für Pulsieren und Wärme ungeeignet. daher sehen wir, daß die Tiere, die aus Samen gezeugt werden , [4] Wärme brauchen: sei es, daß sie durch Ausbrüten [5] des Eies hervorgebracht werden, sei es im Uterus: aber Erde und Luft können nicht so warm sein. daher ist es klar, warum keine Pflanze Fleisch hat. Alles Fleisch nämlich <ist> aus Blut, und wo Blut <ist>, da <sind> Herz und Wärme: eine Pflanze aber kann weder ein Herz haben, noch beträchtliche Wärme. Des weiteren ist es jeder Pflanze, da sie in die Länge wächst, erforderlich, daß sie überall den holzigen Teil hat: im Tier aber ist das Fleisch deshalb, weil das Feuchte vom Trockenen getrennt wird, wie <auch> die Knochen und Sehnen: es sind nämlich auch derartige nicht ins Fleisch gemischt. Des weiteren wird gefragt, warum im Meer einige Pflanzen sinnliche Wahrnehmung haben, auf der Erde aber nicht. Aber das wird weiter unten erläutert. Daher wird vielleicht in fetter Luft irgendeine Pflanze, die Sinneswahrnehmung hat, und etwa unvollkommenem Fleisch ähnliches, wie es bei Muscheln und Fischen der Fall ist, nicht unmöglich sein.

[...]

[IV, 24]

f. 68a

KAPITEL VIERUNDZWANZIG: Wein und Essig

Wein ist in höchstem Maße edel: der Sache nach, dem Gebrauch nach, und der Mannigfaltigkeit nach. Jetzt aber ist der hervorragendste der Monobasites, den der Volksmund [vulgus] Malvasier nennt, früher <war es> der Falerner, wie auch die sehr schöne Mersites-Rebe. Der Trazener aber macht steril, und der Achaier führt zum Verlieren der Leibesfrucht. Ein anderer nämlich ist entweder bitter, oder harntreibend [diureticum], ein anderer sehr feucht [humidius]. Es ist aber leicht, Wein so zu machen, daß er ewig zu gebrauchen und von wertvoller Natur ist. Wenn aber die eigene Fettigkeit herausgenommen wird, geht er in Essig über: deshalb ist Essig fast gar nicht nahrhaft. Und desto saurer, desto mächtiger der Wein war. Aus diesem Grund geht der Wein durch Feuer in Essig über, weil durch dieses der fette Teil weggenommen wird. Dies aber ist die Hinordnung [ordo] dieses Buches zum Buch über die Einfachheit [De subtilitate], daß diejenigen Dinge, die dort kurz abgehandelt sind, hier ausgebreitet [diffuse] und sozusagen - wie man zu sagen pflegt - gemäß der Hand ausgelegt werden; was aber dort ausgebreitet, ohne Erklärung der Ursachen, das wird hier strikt, <und> mit beigefügten Ursachen, gelehrt. Nachdem daher dem Essig das fette Feuchte fehlt, löscht er Feuer in höchstem Maße aus. Denn über das hinaus, was er wie das Wasser am Entzünden hindert durch fettes Feuchtes der Kälte wegen, korrumpiert jener auch durch Sauerkeit.

f. 68b

Deshalb gibt es ein vorsichtiges Gesetz zugunsten des Essigs, um Feuer zurückzuhalten.

Es geht aber jeglicher Wein in Essig über, und beides wird aus allem, was warm bleiben kann: daher aus allen Gemüsen und Getreiden, wie auch aus sauren Wurzeln. Die Gesuati [6] beim Tor des Heiligen Geistes machen einen Wein aus einer Wurzel, wodurch sie heftig berauscht werden, und viele Übel verbreiten. Honig aber fügt dem Wein Gefälligkeit hinzu. Es wird daher Wein auf vierfache Weise: Entweder aus einem einzigen Saft: am besten nur aus Trauben; dann aus Äpfeln : [7] ich erinnere mich einen geschmeckt zu haben, der sich wenig vom ersten unterschied; dann aus Berberen, aus baumwollenen Äpfeln, und Birnen, desgleichen aus Erdbeeren, den man bald servieren kann. Durch Destillation, die an zweiter Stelle gehabt wird, insbesondere aus Kräutern, und Körnern, wie Gerste, Weizen, Erbsen. Durch Fäulnis, wodurch so viele Arten von Nahrungsmitteln , [8] so aus Reis, Mais, Dinkel , [9] und andere ungezählte. Durch Mischung, die aus Honig und Kräutern besteht: daraufhin sagen wir, daß der Brei durch den Zug der Zeit in Wein übergeht: in diesen haben Kraft: Ingwer, Pfeffer, Zimt, Piment [10] Nelke. Was aber nötig ist, ist an anderer Stelle gesagt. Es nützen auch Wurzeln, und duftende Kräuter, und Essig, doch diese weniger, weil sie nicht zusammenhalten.

Ich habe eine Schrift gefunden, wie man den schimmligen Duft des Weines verbessert, wenn ein sechshundertstel Teil brennenden Wassers hinzugefügt wird, und Schwämme über Gefäß von höchstem Gold gesetzt werden, und täglich ausgedrückt werden. Der Schwamm muß groß und neu sein, und die Öffnung des Gefäßes optimal verschließen, sie sagen nämlich, daß das in sechs tagen jenen unangenehmen Geruch hinwegnimmt. darüber, daß das weder vollständig noch immer geschieht, besteht Einigkeit: obwohl durch die Wärme des brennenden Wassers der schlechte Dampf ausatmet, der im Schwamm gesammelt wird, denn bei geöffnetem Gefäß erwärmt er sich nicht, noch wird dadurch der Dampf zurückgeschnitten, durch einen anderen Deckel aber als einen Schwamm wird er nicht gesammelt. Aus geglätteten und mit Most gefüllten Gefäßen aber während sie sieden , [11] wird der Geruch entfernt, <und dies so gewiß,> so daß nichts gewisser ist.

Es ist nämlich Sorge um die und Kenntnis der Weine erforderlich. Teile der Kenntnis sind, ob er gut ist, ob er rein ist, ob er haltbar ist. Die Sorge bezieht sich auf viererlei: daß er nicht verdirbt, daß er nicht zu Essig wird, daß er keinen fremden Geruch annimmt, und daß er das ganze Jahr über süß bleibt, und dies betrifft das erste eingerichtete.

[...]

f. 69a

In allem was fault ist ein Teil, den wir verfault nennen; ein anderer Teil bleibt übrig, dem Fäulnis fehlt: bei den Vermischten gewiß die Erde, in der aber der dünnere Teil, den wir luftig nennen. Wenn daher der verfaulte Teil abgetrennt ist, fault das was übrig bleibt nicht weiter: von dem Teil aber, der verfault ist, kann es nicht sein, daß er völlig aufgezehrt wird, weil er durch Feuer aufgezehrt wird, und dichter als die übrigen ist. Desshalb sind diejenigen bitter, die auf solche Weise werden, wie gewiß Zethum [12] und auch Ale. Es ist aber die Ale, die in England und Schottland wird, viel sanfter als Zethum, so wie ich mich erinnere <eine Ale> beim Eintritt nach Schottland getrunken zu haben, die sich mit süßem weißem Most vergleichen ließe, und in nichts sich davon unterscheidet, außer daß sie einen bittereren Abgang hat, und einen unsanften Geruch hinterläßt. Es wird Gerste für 36 Stunden, mit bereits eingeflößtem Wasser im Schatten in Haufen getrocknet, wo sie erwärmt keimt, <worauf sie> ausgebreitet wird, wo sie aufhört wird sie dann zusammengesammelt: so mit abwechselnder Sorge für 15 Tage, wonach alles gekeimt hat. dann wird sie für 6 Stunden in Binsenschalen gelegt über Pflaumen<kernen> getrocknet. Nachdem sie dort vollkommen getrocknet ist wird sie geweicht: sie wird mit vielem Wasser übergossen wenn du ein schwaches Getränk erreichen willst, und mit wenigem wenn <du ein> kräftiges <erreichen willst>. Nach 12 Stunden wird sie abgeseiht, und viel gekocht, wenn ein starkes, wenig wenn ein schwaches <Getränk das Resultat sein soll>. dann, wenn sie in einem Gefäß aufgewallt ist in ein anderes Gefäß umgeschüttet. Und damit

f. 69b

sie serviert wird, wird Schaum einer anderen Ale, die schon alt und aufgebraucht ist, hinzugefügt. Der Geschmack ist streng, und süßsauer. Die Vermischten kühlt sie ab. Und es ist für diejenigen, die daran gewöhnt sind, kein unwillkommenes [13] Getränk. Die bittereren <Varianten> sind aber weniger gesund: denn sie werden so, weil sie entweder mehr als richtig gekocht sind, oder durch Fäulnis, oder durch das Alter der Gerste.

[...]

[VII, 26]

f. 75

SIEBTES BUCH. Von den Tieren, und ihren Produkten.

f. 75a

KAPITEL SECHSUNDZWANZIG: Die allgemeine Ratio und die Unterschiede der Tiere

[...]

f. 79b

Es bleibt, daß wir die Weise sehen, warum es einige Tiere ohne Füße <gibt>, einige mit zweien, andere mit vieren, wieder andere auch mit mehr. Und warum selbige Beine von unterschiedlicher Form sind, und durch wieviele Zeichen und gleichmäßig die Bewegung bei den einzelnen Tieren statthatt. darüber hat Aristoteles gehandelt , [14] aber so dunkel, daß die einzelnen Kommentatoren Dinge die einfacher sind als jene, mit immensen Kommentaren eingewickelt haben, an jene zwei Bücher aber, in denen er dies angeht [15] (die von allen, die Aristoteles herausgegeben hat die schönsten sind), hat keiner der Kommentatoren sich herangewagt . [16] Und [17] das ist die Weise der Sterblichen, daß sie bei höchst Offensichtlichem und Nutzlosem vieles herausplärren, <und> dunkles, auch wenn es in höchstem Maße nützlich ist, völlig zurücklassen, ja nicht einmal (wie man zu sagen pflegt), vom Zaun her grüßen, oder angucken. Ich vertrete, daß Aristoteles in einzelnen seiner Werke ingeniös ist, in diesen beiden aber sich nicht nur ingeniös zeigt, sondern sich selbst mit großem Abstand übertroffen hat. Dies ist nicht verwunderlich, da er diese nämlich schrieb, als er schon alt <war und> die Bücher über die Geschichte der Tiere [libros de animalium historia] abgeschlossen hatte. Uns aber ist, auf die Weise des Herkules, alles höchst schwierige übriggelassen.

in margine:

[Auf welche Weise die Bewegung der Tiere statthatt.]

Zuerst wird daher angenommen [supponitur], daß alle Bewegung bei den Tieren mit etwas ruhendem statthat. daher sehen wir, daß wir mit Steinen, die in der Hand enthalten und befestigt sind sowohl schneller laufen, als auch mächtiger steigen: weil jene Bespannung die oberen Glieder betrifft, und wenn die gestützt sind, bewegt der Mensch die unteren Glieder schneller und mächtiger. Ein anderes Zeichen ist, daß wenn ein Fuß gestützt ist, und wir mit dem anderen steigen, oder auch gehen wollen, und er defizient ist bevor er durch diesen bewegt wird, dadurch daß er dem gefestigten Fuß unterworfen wird, die Bewegung vollständig gehindert wird . [18] Und in Bezug auf diese Sache steht genug fest, sowohl was uns betrifft durch en Geist, als auch was die Vierfüßler betrifft, wenn sie sich bewegen, <durch das was> wir angeführt haben: : denn während ein Fuß bewegt wird ruht der andere, wenn zwei zugleich bewegt werden, ruhen <bei den Vierfüßlern die> zwei <anderen>.

[...]

[VIII, 40]

f. 146

ACHTES BUCH. Vom Menschen

f. 146a

KAPITEL VIERZIG: Die menschliche Natur

f. 150a

Und dies <genüge> über die Affekte des Menschen, die ihren Ursprung aus der Seele haben.

f. 150am:

Die wunderbaren Werke der Melancholie

f. 150a

Aus dem Körper aber führen sie ihren Anfang, aus einem gewissen Humor, der Bodensatz des Blutes ist. Und der unterhält diejenigen, aus denen er auch entsteht<:> Haß, Erkenntnisse, Aberglauben, fasten, Mühen: aus all diesen aber entsteht er auch.

f. 150b

Aber selbiger macht darüber hinaus Toleranz gegenüber Qualen, und das Vorhersehen künftiger Dinge: was auch Aristoteles bestätigt. Aber jenen erscheinen auch Dämonen, und sie meinen von diesen getäuscht zu werden. Sie leben gesund, da jener Humor weil er kalt und trocken ist, alle Fäulnis verhindert. Nur Quartanfieber stoßen diesen zu, und sie sind mager. Es ist verwunderlich, wieviel Geduld sie bei Foltern haben, so daß die Sache über der Natur <zu sein> scheint. So daß sie, wenn sie auch so wagen würden, außerordentlich hurtige Soldaten wären. Aber wie die Esel ertragen sie Schläge und Qualen viel länger, als daß sie gegen Wölfe kämpfen würden: so daß jene (wundersam ist's zu sagen) mutig [animosi] sind in Bezug auf das Ertragen von Übeln und Verletzungen, in Bezug auf das Zufügen <von derlei> aber äußerst scheu: es sei denn die Galle wird bitter [atra], oder die schwarze Galle [melancholia] schäumt über. Es ist aber der Bewunderung würdig, was sie aus solcher Weise beim Fasten erreichen. Träume, Aberglauben, Dämonen, Verachtung der Foltern, Todessehnsucht, Einsamkeit, Schau [divinatio] des Zukünftigen, Starrheit in Meinungen, Beständigkeit gegen Schädliches der Natur, wie Schlangenbiß, Gift, Wachen. Der Teil der Ungesundheit [insania] kauft nämlich den Menschen von aller Dummheit frei. Es bereiten daher auf natürliche Weise das Fasten und die ständige Erkenntnis den Menschen darauf vor, den Tod zu verachten, und verschiedenes zu vollenden. Weshalb auch derartige da sie in einigem von der menschlichen Natur zurückweichen, in Bezug auf den Körpergeruch, durch Ungeschlachtheiten denen sie obschon hungrig ausgesetzt werden , [19] bisweilen stinken. Doch dies trifft nicht bei allen, noch bei den meisten <von ihnen> zu, noch auch immer. Es leben auch mehrere von diesen, so sie nicht untergehen, lange Zeit in jener Art des Lebens (wie es scheint) glücklich. Einige von Ihnen aber erreicht auch der Anfang der Wissenschaften, und die Kenntnis fremder Sprachen, entweder spontan, oder mit geringem Fleiß. Was auch immer aber darüber hinausgeht, ist aus Gott.

[...]

[XV, 81]

f. 294a

KAPITEL EINUNDACHTZIG: Wunder

[... Einundzwanzig Wunderberichte werden angeführt <hck>...]

f. 295a

Es ist daher bei all diesen <Berichten über Wunder> zu fragen, ob es sich um Wunder handelt? Und welche davon wahr sind? Welche nicht? Wieviele es sind, auf welche Weise und durch welche Ursache sie statthaben? Durch wen sie statthaben? Daß daher Wunder stattfinden darf keinerlei Zweifel unterliegen, da in <allen> einzelnen Religionen [leges ] [20] einige zu sein scheinen: dennoch sind viele durch Erdichtungen [commenta] und Listen der Menschen. Jedoch: wie es den Leichtgläubigen zukommt alles zu vermehren, so den Starrköpfigen alles insgesamt zu läugnen, was den wahren Glauben der Menschen zu Unfrommheit herabzieht, so daß es keinen Anlaß der Sicherheit gibt.

f.295am:

Es wird bewiesen, daß es Wunder gibt.

f. 295a

Doch man muß ohne Zweifel Vertrauen haben daß es Wunder gibt, da in den vollkommenen Werken der Natur derartige auftreten: daß nämlich Monster entstehen bezweifelt nur wer dumm, oder wer jung ist: zweiköpfige Kinder, Dreiäugige, mit Adlerkopf: dies ist jedoch nicht weniger verwunderlich, als zu sehen, zu hören, daß ein Toter aufersteht, und augenblicklich geheilt wird; und

f. 295b

wenn es nichts ist, das gesehen wird, und das gehört wird . [21] Und du sagst, daß es gegen die Natur ist, einen Toten aufzuerwecken, und nicht ein Irrtum der Natur: Dinge sehen oder hören, die nicht sind, ist ein Irrtum der Seele, die, da sie vollkommen ist, nicht so sehr irren kann, wie eine in die Materie versenkte Natur. Aber, oh du Großzügiger, der Tote war nur in unserer Einschätzung tot, und die Sinne sind nicht von so vollkommener Natur, sondern von lasterhafter. Desshalb sehen einige, und einige nicht. Und es ist auch nicht absurd, daß derartige manchmal wirklich geschehen: die Mannigfaltigkeit nämlich, die in einer langen Zeit auftritt, ist eine höchst große und unglaubliche Sache.

Es gab aber bei sechs Gelegenheiten Wunder: Beim Anfang der Religionen, die Gott eingerichtet hat: Wie bei dem geheilten Lahmen, der an der Schönen Pforte lag, durch Petrus und Johannes . [22] Es steht nämlich fest, daß jenes Wunder die Grundlage unseres Glaubens war, den die Wunder Christi bezogen sich auf andere Ursachen und den Menschen, dieses aber <hat seinen Bezug> vom Fischer her, und war das größte und in höchstem Maße offensichtlich: entweder wegen der Bestätigung und Vergrößerung der Religion, wie beim vierten Wunder in der Ordnung <der zu Anfang des Kapitels, im nicht übersetzten Teil desselben Wunder> ;; [23] oder um das Andenken des frommen Mannes [24] zu feiern, wie wir in Bezug auf das dritte Wunder [25] angeführt haben; oder damit die Reliquien der Heiligen anerkannt werden, wie in der Geschichte des zweiten Wunders gesagt ist . [26] Und Hecter Boethius berichtet derartiges in Bezug auf die Knochen des Seligen Nikolaus, die gefunden wurden nachdem ein Mönche einen Hinweis im Traum erhalten hatte : [27] Entweder wegen der Unschuld des Leidenden, wie wir in Bezug auf das fünfte Wunder gesagt haben , [28] oder wegen der Heiligkeit derjenigen, die es erbitten, wie im ersten Beispiel . [29] Und es ist nicht nützlich, daß das bei allen geschähe: <dann> wäre es nämlich kein Wunder, sondern würde die Ordnung der Natur pervertieren; noch auch <wäre es nützlich wenn es> nie <geschähe>: wenn nämlich derjenige, der es nicht tut, auflöst, Gott, der Autor aller Dinge, warum könnte er es nicht bewirken ? [30]

[...]

[XVII, 100]

f. 348a

KAPITEL EINHUNDERT: Die Ursache diese Bücher zu schreiben, und ihre <, der Bücher> Nützlichkeit.

f. 348m:

Warum er hier nicht über Gott und die himmlischen Intelligenzen handelt.

f. 348a

Es ist daher schon vom ganzen Universum, und seinen Teilen, ausführlich gehandelt. Es bringt nämlich nichts [neque ... expedit] hier von Gott oder den anderen himmlischen Intelligenzen zu handeln, die keine Teile des Universums sind, sondern etwas besseres und göttlicheres. Des weiteren betrifft diese Abhandlung hier vollständig das Werk selbst; Gott und der höchste Intellekt betreffen [spectant] unser Werk, denn sie handeln mithilfe des Himmels. Des weiteren gehört diese Abhandlung zu den Büchern Über die Mysterien der Ewigkeit [de Mysteriis æternitatis ], [31] und ist daher für jene <hier vorgelegte Abhandlung> zurückzuweisen.

f. 348am:

Wie Gott und die himmlischen Intelligenzen erkennen . [32]

f.348a

Dort aber wird Gott aus dem Gegenteil in der selben Gattung erkannt: das aber ist unser Intellekt, daß er [33] sofort erkennt, immer vollkommen, ohne Zweifel, aus sich heraus, nicht aus den Sachen, ohne Aufteilung [divisio], weil unserem Intellekt das Gegenteil davon zukommt. Den mittleren Ordnungen [34] konveniert aber ein Mittleres zwischen den Extremen. Daher ist diese gegenwärtige Abhandlung abgeschlossen [absoluta] und vollkommen.

f. 348am:

Wie die Ordnung der in den Büchern zu behandelnden <Gegenstände> sein muß . [35]

f. 348a

Auf diese Abhandlung bin ich, wie ich im Buch Über die eigenen Bücher [de libris propriis] erklärt habe [36] durch einen Traum hingewiesen worden, daß ich sie in drei Bücher aufteile, und zwar in solchem Verhältnis, daß ich im ersten <Werk> von den natürlichen Dingen , [37] im zweiten <Werk> von den künstlichen Dingen , [38] und im dritten <Werk> von den übernatürlichen Dingen, oder von denen, die diesen ähnlich sind , [39] handeln möge . [40] Und zwar so, daß ich ähnliches mit ähnlichem verbinden möge: so muß nämlich beim Abhandeln die Ordnung sein. Ähnlich <sind Gegenstände> aber entweder durch die Form, oder durch die Kräfte, oder dem Namen nach. Der Form nach, so wie wenn wir in einer Abhandlung über Fische den Walfisch mit dem Delphin und dem Cursio [41] verbinden: Sie sind der Form und Sache nach sehr ähnlich. Oder wenn <wir> über beide Sorten des Rhabarbers <schreiben>, sowohl die Ackerform als auch die helleborische . [42] Und wenn wir was die Namen betrifft der Ordnung des Alphabets folgen <gehen wir ebenfalls ordentlich vor>. Deshalb wundere ich mich über Galen, der als er über die Kräfte der Medikamente geschrieben hat, der Anordnung der Elemente gefolgt ist . [43] Eine solche Ordnung nach Elementen entspricht nämlich Tabellen und Nachschlagewerken. Man hat nämlich keine geringe Nützlichkeit durch das Verbinden des Ähnlichen mit dem Ähnlichen, auch wenn dies von größerer Schwierigkeit ist, der Galen vielleicht ausgewichen ist, denn wenn über die Form gehandelt wird, wird das andere vom anderen leichter unterschieden, so daß es besser dem Gedächtnis übergeben wird. Wenn wir von den Kräften <her> auswählen können, wird eine dem Vorsatz angemessene Sache geringere Mühe erfordern nach dem der Unterschied zu den Nächsten besonders deutlich erscheint. Nichts aber wird uns mehr verwirren, als wenn andere und andere aus dem selben Grund die Einordnung an verschiedenen Orten verdienen . [44] .

f. 348b

Dann nämlich sind wir perplex <obschon> wir unserem eigenen Urteil gefolgt sind.

[...]

Da daher bei der Auffindung nützlicher Probleme dreierlei erforderlich ist, <wovon das erste ist:> Bekanntschaft mit dem was gefragt wird, werden diese Bücher hervorragend sein können, etwa indem sie in unserem Geist etwas Licht hervorrufen, oder gar [45] etwas lehren. Es betrifft aber die Wissenschaft der Wahrheit sowohl diese Bücher, als auch die vorange-

f. 349a

gangenen . [46] Es hilft aber, sich in allem was die natürlichen Dinge betrifft, geübt zu haben, das heißt in diesen und den vorangegangenen Büchern, wie auch vor allem in den folgenden Über die Geheimnisse der Ewigkeit [de æternitatis arcanis]: in denen nämlich habe ich ausführlich über das was folgt, <und> über das was <dem in De varietate gesagten> widerspricht, gelehrt, sowohl mit Gründen als auch mit Beispielen, und insbesondere im Bezug auf das, was hier, und im vorherigen Teil abgehandelt wurde. Es ist nämlich keine Übung mächtiger als diese: alle Substanz der untersuchten Angelegenheiten [quæsitorum], jegliche Begründung [ratio], alle Untersuchungskraft [vis invesitigandi], ist in jenem äußersten Teil, dem Schluß der beiden Sektionen, untergebracht. Und wenn ich nicht von der Kürze der Zeit gezwungen wäre Schluß zu machen, und auch weil den Dummen und dem Breiten Publikum [vulgus] derlei nicht zu eröffnen ist, und (wie man zu sagen pflegt) Heiliges den Hunden zu geben, würde ich häufiger Beispiele benutzt haben. Obschon es zulässig ist, auch in allen solchen Büchern den Prozeß der zu untersuchenden Wahrheit verstreut [passim] zu erkennen, und für die Vollkommenen an einigen Stellen mehr, wenn du sie in eins versammelst, und untereinander vergleichst, wird es viel einfacher sein das Ganze [cuncta] zu untersuchen. Die dritte hauptsächliche Nützlichkeit war, daß ich eine ursächliche Darstellungsweise [modum tradendi per causas] gelehrt habe; da Vitruv sie nicht beobachtet hat, sind seine Schriften derart dunkel herausgekommen, daß seine Bücher unnütz sind, und sein zukünftiger Ruhm geringer: im Ende wird so viel Mühe wegen der Dunkelheit vernachlässigt.

[...]

f. 349b

Es bleibt uns daher, daß wir allein Gott, dem Autor aller guten Dinge, ewigen Dank sagen, <und> jenes klar bezeugen, daß nichts davon <was wir geschrieben haben> uns gehört, sondern ihm. Es gefiel jenem aber, daß wir Diener dieser Abhandlung waren.

<Ende>



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Fußnoten


[1] De arcanis æternitatis ist nur fragmentarisch erhalten; in den uns überlieferten Teilen, die um die Mitte des 17. Jahrhunderts zum ersten Mal gedruckt wurden, findet sich vieles von dem, das Cardano in De varietate diesem Werk zuweist, nicht.
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[2] "in der Nähe": iuxta: u.U. hier besser mit "gemäß" zu übersetzen.
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[3] "sondern": "sed": u.U. Druckfehler für irgendwas von der ungefähren Bedeutung von "sonst"?
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[4] Gegensatz wäre: Tiere, die aus Fäulnis gezeugt werden.
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[5] "fota": Entweder ein Beleg für Cardanos eigenwilligen Umgang mit der lateinischen Sprache, oder einer für die Neigung der Sponschen Ausgabe zu Druckfehlern; beides ist auch sonst durchaus belegbar ... .
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[6] "Issei": Jesuaten: "auqua-vitæ-Väter": cf. LThK s.v. Jesuaten.
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[7] "punicis": "aus punischen Früchten" oder "aus roten Früchten", oder, wie hier vermutet: Druckfehler für "pomicis": aus Früchten, Baumfrüchten, ab Mittellatein auch besonders: Äpfeln.
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[8] ??? "zethi": war hier irgendwas aus dem Umkreis von "diæta"? Siehe auch folgende Fußnote.
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[9] ?: "centhi": m.E. am erfolgversprechendsten Annahme des Ausgangs von einer der Nebenformen von griech. "zeia": einkörniger Weizen, Dinkel.
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[10] ?: "piretrum"
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[11] "während sie sieden": "dum fervent": u.U. meint Cardano auch: "während in ihnen Gärung stattfindet".
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[12] Irgendeine Biersorte? Habe nichts gefunden (aber auch geschlagene 23 Minuten dafür gebraucht darauf zu kommen, daß "Hala" Ale ist ...), und bin für jede Art von Hinweis dankbar.
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[13] "unwillkommenes": "ingratus": wörtl.: "undankbares".
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[14] Fragestellungen zur Zahl der Füße und Gestalt der Beine in De incessu animalium cap. 1, Antworten in De incessu animalium cap. 8, und vor allem De partibus animalium IV, cap. 6 (683a27sqq), cap. 8, cap. 10. Zur Bewegung von Tieren vergleiche auch De motu animalium.
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[15] Gemeint wohl: De incessu animalium und De motu animalium (weil De part. an. ein Werk mit mehr als einem Buch ist).
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[16] Zugegeben, der 1574 in Venedig gedruckte Kommentar von Daniel Furlan zu De partibus animalium ist wohl erst nach Cardanos De varietate entstanden; auch die Kommentare Cesare Cremoninis zu De partibus animalium und De motu animalium, die nur handschriftlich vorlegen, sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit später entstanden. Immerhin aber sind die Kommentare des Michael Ephesius zu allen dreien in Frage stehenden Werken 1527 - also deutlich vor der Entstehung von De varietate - in Venedig gedruckt worden - wenn auch nur in griechischer Sprache ... . Vgl. aber des Albertus Magnus De motibus progressivis, und [Pseudo-]Thomas de Aquino Super De motu animalium (das Werk Alberts scheint Köln 1498 gedruckt worden zu sein, das Thomas zugeschriebene in Padua 1493). Diese Fußnote erhebt zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber zuzugeben ist, daß die drei Werke des Aristoteles, um die es hier geht, i.d.T. zumindest zu den seltener kommentierten gehören - auch wenn sie alle schon zu Cardanos Zeit durchaus nicht mehr völlig kommentarfrei waren.
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[17] Druck: "Aque"; ich vermute Druckfehler für "Atque" und übersetze dementsprechend.
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[18] Irgendwie scheint Cardano zu behaupten, man könne mit einem geschienten Bein nicht loslaufen. Ich habe die Einzelheiten nicht recht verstanden. Vielleicht weis unter den am Seminar teilnehmenden jemand die Lösung?
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[19] Ich habe deutliche Verständnisschwierigkeiten in Bezug auf dieses Komma. Lat. Text: "feras quibus exponuntur quamvis famelicas": u.U. bietet ein anderer Druck einen besseren Text. Oder jemand im Seminar kann auch für diesen Textstand eine vernünftige Übersetzung anbieten ... ?
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[20] "lex" für "Religion", "religiöses Bekenntnis" u. dgl. ist vermutlich durch ein oder mehrere Averroes-Übersetzungen aus dem Arabischen ("scharia") in den philosophen lateinischen Sprachgebrauch gelangt und in solcher Verwendung durchaus kein Eigengut Cardanos.
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[21] Mir scheint hier eine Lücke im Text zu sein.
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[22] Apostelgeschichte, 3. Kapitel.
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[23] In der vierten Rubrik finden sich wunderbare Heilungen, die als beim Akt der Taufe geschehen berichtet werden.
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[24] Petrus. (Johannes bleibt untätig, und von Frömmigkeit des Geheilten wird nichts berichtet. Petrus aber hält eine durchaus fromme Rede.)
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[25] Das dritte Wunder bezieht sich auf Reliquien des Heiligen Stephan; ich vermute hier Verwechslung mit dem zweiten Wunder, das in Bezug auf einen Traum geschieht, den Ambrosius von den Märtyrern Prothasius und Gervasius hat, und der mit der Heilung eines Blinden einhergeht. Siehe auch die folgende Fußnote.
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[26] Ich halte auch hier eine Verwechslung zwischen zweitem und drittem Wunder nicht für unwahrscheinlich. Siehe vorige Fußnote.
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[27] Oder: "von einem Mönch nach einem Hinweis in einem Traum gefunden wurden": habe weder Quelle noch Bericht nachgeprüft.
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[28] Traumhafte Heilung einer frommen Karthagerin von einer Krebserkrankung.
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[29] Ein sicherer Heiliger (Augustinus), einer der im Geruch der Heiligkeit steht (erkrankter Bischof, wird geheilt), ein Presbyter, mehrere Diakone werfen sich (erfolgreich) betend zu Boden.
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[30] Soweit ich's verstehe: es wäre inkonvenient wenn gar keine Wunder geschähen, weil dann Belege für Gottes Allmacht fehlen würden.
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[31] Über Gott findet sich das ein und andere in dem was wir von De arcanis æternitatis haben.
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[32] Diese Marginalnote findet sich erst zu Beginn des folgenden Absatzes, passt aber inhaltlich besser hierher.
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[33] Gemeint: Gott.
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[34] Zu ergänzen wohl: "unter den Intelligenzen": d.h. der Satz bezieht sich auf die nichtgöttlichen Sphärengeister bzw. Engel.
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[35] Auch diese Marginalnote gegenüber dem zugehörigen Text "verrutscht".
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[36] Vgl. Cardano ed. Spon Bd. I, f. 74s: Dort geht es um einen Traum betreffend der Aufteilung von Material zwischen De subtilitate, De varitate und De arcanis æterntatis.
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[37] Das wäre De subtilitate.
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[38] Das wäre De varietate, aus dem hier übersetzt wird.
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[39] Das wäre De arcanis æternitatis.
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[40] Es sei nicht verschwiegen, daß die reale Materialaufteilung zwischen den drei Werken mit der von Cardano geträumten Ordnung nur auf eine Weise in Übereinstimmung zu bringen ist, die mir völlig unbekannt ist.
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[41] "Cursio": "cursione": habe keine Ahnung was für ein Tier das sein soll. Habe es auch in keiner der "alten" Enzyklopädien, in die ich reingeguckt habe, gefunden. Tips sind wllkommen ... .
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[42] Ich weiß nicht, was die zweite Form sein soll, und wie sie sich von der ersten unterscheidet.
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[43] vermutlich gemeint: Galenos, Klaudios: De simplicium medicamentorum temperamentis ac facultatibus (K. XI, 379-892).
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[44] Ich lese "merentur" statt des "meretur" des Drucks.
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[45] ? "haud tamen docens".
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[46] D.h.: De subtilitate.
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