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Diers on Treml (& al., edd.): Warburg: Werke (2010 (Read 2108 times)
hck
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Diers on Treml (& al., edd.): Warburg: Werke (2010
27.09.2010 at 10:46:23
 
Michael Diers
on:
Martin Treml, Sigrid Weigel, Perdita Ladwig (edd.):
Aby Warburg:  
Werke in einem Band : Auf der Grundlage der Manuskripte und Handexemplare herausgegeben und kommentiert
Frankfurt a.M. : Suhrkamp 2010
ISBN: 978-3-518-58531-3

 
(Review deals also with Perdita Rösch: Aby Warburg Paderborn : Fink/UTB 2010, ISBN: 978-3-8252-3343-3, but the main focus is on the edition by Treml et al.)
 
Quote:
Das Warburg Institute als Sachwalter des Nachlasses hat in den
vergangenen Jahren sehr viel Arbeit darauf verwendet, das Archiv
systematisch neu zu sichten, zu ordnen und zu inventarisieren. So wurden zum
Beispiel inzwischen rund 30.000 Briefe in Regestenform erfasst und online
gestellt. Dadurch ist eine ebenso wesentliche wie hervorragende Grundlage
für die Fortsetzung der begonnenen und die Aufnahme neuer Projekte
geschaffen.

Als eine Frucht dieser Bemühungen um den Nachlass lässt sich auch die jüngst
im Suhrkamp Verlag vorgelegte, von Martin Treml, Sigrid Weigel und Perdita
Ladwig betreute Ausgabe der Warburg-Schriften erachten. Unter dem schlichten
Titel "Werke in einem Band" präsentiert das Buch eine Auswahl klassischer
Texte neben unveröffentlichten Schriften, darunter ein Vortrag über die
Kunst der Florentiner Renaissance, zwei 1897 in Hamburg und Berlin gehaltene
Vorträge über Warburgs Reise zu den Pueblo-Indianern sowie einen
Zeitungsartikel über den Philosophen Ernst Cassirer, der bis dato nur in
Auszügen nachgedruckt war. Aufgenommen wurden darüber hinaus auch Texte aus
dem Nachlass, die zunächst in Übersetzungen herausgekommen sind und jetzt in
der Originalsprache erstmals veröffentlicht werden. Insgesamt sind hier auf
rund 900 Seiten 25 Texte, gegliedert in sieben Kapitel, kompiliert. Ein
Drittel der Beiträge ist bislang un- oder kaum bekannt.

...
Quote:
Auch der Forschung mag der Band mit seinen jeweils aus den Manuskripten und
Handexemplaren erhobenen Annotationen und Ergänzungen ohne Frage willkommen
sein. Das Fortlassen des umfang- und inhaltsreichen Apparates, den Bing und
Saxl ihrer Ausgabe beigesteuert haben und der nicht nur kluge Zusätze der
Herausgeber, sondern in erster Linie auch spätere Ergänzungen Warburgs
enthält, irritiert jedoch. In der Einleitung heißt es eher lapidar, dass auf
eine Diskussion der Forschung selbst bewusst verzichtet werde, weil "in
einer Edition der Texte diese selbst sprechen sollen". Heißt das aber auch,
dass man die Annotationen von 1932 als Ballast abwerfen kann? Um nur ein
Beispiel dafür zu geben, was da alles ausgeklammert wird: Unter den Zusätzen
zum Luther-Aufsatz findet sich unter anderem der Hinweis auf den berühmten
Holbein-Holzschnitt, der Luther als Hercules Germanicus zeigt. Diese Notiz,
aber zugleich auch die in der alten Ausgabe im Anhang beigegebene
Illustration ist entfallen, und damit eine zentrale Position in der
Diskussion um die sogenannten "Kampfbilder" des Reformators.

 
 
and, finally:
Quote:
Ein letzter Hinweis in diesem Zusammenhang gelte einer ebenfalls in diesem
Jahr erschienenen Warburg-Publikation, die sich als Vademecum in Sachen
Einführung nutzen lässt. Perdita Rösch hat ein kleines Handbuch vorgelegt,
das sowohl die Biographie als auch das Werk des Kunsthistorikers Warburg in
einem klugen und gut zu lesenden Überblick nebst einem kundig gegliederten
Anhang präsentiert. Wer sich gelegentlich im Dickicht des einen Bandes
verlieren sollte, kann hier leicht Orientierung finden. Selbst der
Suhrkamp-Band ist bereits in die kommentierte Bibliographie aufgenommen. Und
hier findet sich auch ein Motto Warburgs prominent zitiert wieder, das
vielleicht als allgemeine Empfehlung dienen kann: "Wenn mehr Bücher gelesen
würden, so würden weniger geschrieben werden."

 


 
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