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Harding on Maaser: Helmstedt (2010) (Read 2171 times)
hck
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Harding on Maaser: Helmstedt (2010)
15.11.2010 at 11:32:54
 
Elizabeth Harding  
on:
Michael Maaser:  
Humanismus und Landesherrschaft. Herzog Julius (1528-1589) und die Universität Helmstedt  
(= Frankfurter Historische Abhandlungen ; 46)
Stuttgart : Franz Steiner Verlag 2010
ISBN 978-3-515-09177-0

 
Quote:
Unter "Humanismus" versteht Maaser ein "geistesgeschichtliches Phänomen, das vom 14. bis 16. Jahrhundert als selbstständige Größe auftrat"; zentral für seine Arbeit ist die Annahme, dass es den Humanisten um eine ethisch-praktische und sprachlich-literarisch-ästhetische Bildung gegangen sei, was zu einem "gleichen Bildungsprogramm mit unterschiedlichen Zielen" geführt habe

 
...
 
Quote:
Julius' Politik habe auch die "humanistischen" Strömungen im Lehrbetrieb bedingt: Indem der Landesherr beispielsweise die Homelik (geistliche Beredsamkeit) in den Lehrplan aufnahm, mit dem Ziel, die Studenten auf das Pfarramt vorzubereiten, habe er zugleich, so Maaser, den Stellenwert der in den Augen der Humanisten so wichtigen Rhetorik gefördert. Vergleichbares wird auch für die grundsätzlichen Studienziele formuliert: In den Gründungsstatuten heißt es, wer seine "ratio" und "oratio" pflege, qualifiziere sich für den Landes- und Kirchendienst, und dies sei Richtungspunkt aller Studien. Vermittelt insbesondere durch Melanchthons Schülerkreis - zu dem etwa Julius' Berater David Chytraeus (1530-1600) gehörte - sei folglich nach Auffassung des Verfassers "genuin humanistisches Gedankengut" nach Helmstedt gekommen (161). Bei aller Offenheit für diese Strömungen habe Julius aber das "dialogische Moment" des Humanismus eingeschränkt; Streitgespräche, insbesondere solche konfessioneller Art, seien durch die Kontrolle des Landesherrn verhindert worden (167).

Indem das schillernde Rubrum "Humanismus" bisweilen recht summarisch als Erklärungsansatz für die Gestalt Helmstedts herangezogen wird, erscheint der Begriff streckenweise etwas unscharf.

 
...
 
 
Quote:
Die vorliegende Arbeit ist zwar methodisch wenig innovativ und schreibt sicherlich kein Kapitel der Universitätsgeschichte ganz neu. Ihre Stärke liegt aber darin, dass sie durch ihre Sichtweise "von oben" auf die Frühgeschichte der Universität Helmstedt unseren Blick für das Verhältnis von Landesherrschaft, -ausbau und Universitätskultur schärfen kann. Für Landeshistoriker ebenso wie für Universitätshistoriker hat Maaser eine profunde Quellenbasis zur weiteren Beschäftigung mit Helmstedt erschlossen, auf einen Vergleich mit anderen Universitäten darf man gespannt sein.
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